out of order

Chemotherapie Part Four

Wer bei meinem Geschreibsel vom Krebs stets eine ausgemergelte, magere, krank aussehende Person vor Augen hat, vergisst dies am besten ganz schnell wieder. Seit ich krank bin, habe ich fast 10 kg zugenommen. Auf 180 cm Höhe verteilt, hat das zwar noch kein dramatisches Ausmaß, aber soweit muss es ja gar nicht erst kommen. Und so beschloss ich am Sonntagabend nach der letzten Chemo Anfang Juli, dass ein wenig Einschränkung ja nicht schaden könnte.

Chemotherapie Part Three

„Ich will nicht!“ Dieser Satz beherrscht gerade meinen ganzen Körper, denn heute muss ich mir schon die vierte Einheit verabreichen lassen. Da wird es Zeit für einen kurzen Rückblick auf die Nach- und Nebenwirkungen der dritten Einheit.

Geht es weiter?

Als ich am Morgen des 26. Mai zur Untersuchung zum Arzt musste, war ich kurz davor aufzugeben. Bereits in den Tagen zuvor bahnte sich das Unheil an, am Montagmorgen konnte ich dann endgültig nicht mehr. Um 11:30 Uhr hatte ich den Termin beim Arzt, gegen 9 Uhr teilte ich meinem Lebensabschnittsgefährten im Chat mit, dass ich den Termin nicht wahrnehmen werde, weil ich nicht will, nicht mehr kann.

Chemotherapie Part Two

Es ist Sonntagmorgen, kurz vor 6 Uhr und ich sitze im Wohnzimmer mit meinem Frühstück: warme Milch mit Zwieback und dazu ein warmer Kakao. Gestern gab es dieses Frühstück um 4 Uhr. Das fand sogar das Katerchen ungewöhnlich. Allerdings muss der sich schon seit Tagen auf ständig neue Situationen einstellen und ist ein wenig durch den Wind – auch eine Nebenwirkung der Chemotherapie.

Erste Talwanderung

In den vergangenen drei Tagen habe ich die erste Talwanderung hinter mich gebracht. Eigentlich fing alles ganz harmlos an und eigentlich ging es mir die ganze Zeit auch den Umständen entsprechend gut. Klar, man ist etwas weniger fit als sonst, schneller außer Atem und die Beweglichkeit meiner Arme ist immer noch minimal eingeschränkt. Auch sind meine Mund-, Magen- und Darmschleimhaut sowie meine Blase arg in Mitleidenschaft gezogen, aber nichts von alldem hat dazu geführt, dass ich mich wirklich krank fühle. Bis Dienstagabend.

Es geht los

Ich bin ein Mensch, der gerne die Kontrolle hat, immer und über alles. So entschloss ich mich dann auch, am kommenden Wochenende, wenn das darkinchen wieder zu Besuch ist, mein Kopfhaar abzurasieren, egal ob es schon ausfällt oder nicht.

Tristan

Bei meinem ersten Klinikaufenthalt schon habe ich beschlossen, dass mein Tumor einen Namen braucht. Immerhin müssen wir noch mindestens ein halbes Jahr miteinander klarkommen. Da er ein tödlicher Tumor ist und ich Alliterationen liebe, sollte sein Name mit T beginnen. Das darkinchen und ich überlegten, spontan fiel mir Torben ein, aber das klingt zu nett. Eine Webseite mit Jungennamen war die Inspiration: Tristan!