Diese Seite sieht mit aktiviertem JavaScript am Besten aus

Wish you were here

 ·  ☕ 2 Minuten zum Lesen  ·  ✍️ dark*

Als ich im März nach dem Darmverschluss aus dem Krankenhaus entlassen wurde, habe ich den Rest des Tages auf der Couch verbracht. Ich wollte niemanden sehen oder sprechen. Ich setzte mir die Kopfhörer auf und hörte ziemlich laut das Album “Wish you were here” von Pink Floyd. Nach einer Weile liefen die Tränen.

Bisher habe ich nur wenig und nur mit dem Herrn Lebensabschnittsgefährten darüber geredet, was da in den Tagen in der Notaufnahme mit mir und um mich herum passiert ist. Auch hier im Blog habe ich es noch nicht geschafft, die Ereignisse aufzuschreiben. Manches war ziemlich absurd und oft kam ich mir dort ziemlich einsam und verloren und vor allem ausgeliefert vor. Verstärkt wurde dieses Gefühl sicherlich durch die Drogen, die man mir verabreicht hatte. Ich bekam irgendein Narkotikum und Fentanyl über eine PDA in den Rücken und zusätzlich Tapentadol in Tablettenform.

An jenem Tag, als ich eigentlich froh sein sollte, die Krankheit lebend überstanden und aus dem Krankenhaus entlassen worden zu sein, heulte ich wie ein Kind, weil ich ein Stück weit das Gefühl hatte, einer Hölle entronnen zu sein. Ich kann das immer noch nicht richtig in Worte fassen und vermutlich ist es objektiv betrachtet auch gar nicht so schlimm, für mich hat es sich aber fürchterlich angefühlt.

Vorhin beim Aufräumen habe ich wieder das Album “Wish you were here” gehört. Bis vor ein paar Monaten erinnerte es mich immer an einen Menschen aus einem früheren Leben. Ich frage mich, wie es dem Menschen heute geht, ob er überhaupt noch lebt und ob er ab und zu auch noch an mich denkt. Heute erinnert mich das Album zusätzlich noch an diesen schrecklichen Krankenhausaufenthalt und führt dazu, dass ich innehalten und diesen Blogbeitragen schreiben muss. Und dass ich fast anfange zu heulen, weil dieses furchtbar verlassene Gefühl aus den Tagen in der Notaufnahme wieder da ist. Verstärkt wird das Ganze, weil ich auch nach vier Monaten noch nicht weiß, wie es denn nun mit der Arschlochkrankheit weitergeht, die seither auch wieder Thema ist. Auf der Baustelle wird immer noch auf Untersuchungsergebnise gewartet, die Bakterien werden auf Resistenzen getestet. Und ich habe das Gefühl, langsam verrückt zu werden, weil ich das alles nicht mehr aushalte.


dark*
geschrieben von
dark*
don't expect a bright light