Die neurotische Katze

Im professionellen Psychogedöns wird der Begriff Neurose mittlerweile vermieden. Im Zusammenleben mit einer Katze beschreibt er genau das, was das Zusammenleben mit einer Katze ausmacht: den schmalen Grat zwischen putzigem Spleen und psychotischem Verhalten, das den Dosenöffner in den Wahnsinn treibt. Meine Katze, die strenggenommen ja gar nicht meine ist, hegt und pflegt ihre Neurosen.

Der vorletzte Morgen

Der vorletzte Morgen in diesem Jahr beginnt chaotisch, man könnte auch sagen dark*typisch.

Für gewöhnlich springt der Kater hocherfreut und voller Tatendrang aus dem Bett, sobald einer wach ist, um dann in der Küche sein Ich-bin-kurz-vor-dem-Verhungern-Gebrüll anzustimmen. Jeden Morgen. Sollte er das einmal nicht tun, sollten im Hause dark* eigentlich sämtliche Alarmglocken schrillen.

Katz und Maus

Smacks hatte heute eine Begegnung der eher ungewöhnlichen Art: Im Kragen meiner Jacke hatte ich eine Maus mit nach Hause gebracht, die es sich auf der Arbeit dort gemütlich gemacht hatte. Vom Jackenkragen war sie in den Kragen meines Polo-Shirts gekrabbelt und als ich dieses im Bad auszog, spürte ich plötzlich ein kleines Fellknäul, beugte mich nach vorne und sah etwas Schwarzes herunterfallen, das mit lautem Pieps-Protest über unseren Badezimmerboden unter die Waschmaschine kroch. Na toll!

Wie geleckt

Für gewöhnlich räume ich jeden Tag die Küche auf, spüle sämtliches Geschirr, das nicht in die Spülmaschine kommt, und wische die Arbeitsplatte ab. In der Regel mache ich das zeitnah nach dem Mittagessen, aber manchmal kommt halt etwas dazwischen und wenn das schlechte Zeitmanagement sich mit dem miserablen Gedächtnis zusammen tut, kann es auch mal vorkommen, dass die Küche beim Zu-Bett-gehen immer noch ungeputzt und mir das dann mehr oder weniger egal ist.

Schlafplatz verzweifelt gesucht

Seit 30 Minuten geht der mir auf die Nerven … ;-) Licht aus, ich möchte schlafen! Aber irgendwie ist das unbequem. Ob ich da drunter passe? Das Papier ist außerdem rutschig, so geht’s auch nicht. … umdrehen … Naja, beqeum ist anders. Vielleicht mal den Kopf da oben ablegen?

Ich will ihn doch gar nicht

Das Findelkind war ein paar Tage alt, als J., damals noch meine beste weil einzige Freundin, mit Smacks und seinem Bruder zu uns kam. Die beiden waren von Passanten am Straßenrand gefunden worden und jetzt in einem Nagerkäfig ausgelegt mit Handtüchern untergebracht. Ursprünglich waren es noch mehr Kätzchen, aber die anderen waren gestorben. Ich sah sie mir kurz an. „Süß, aber ich will sie nicht.“ Ich hatte weder den Nerv, zwei Katzen mit der Flasche großzuziehen, noch auf weitere Fellträger in meinem Haushalt. Gump war zu dem Zeitpunkt Alleinherrscher in der Villa dark* und das sollte meiner Meinung nach auch so bleiben.