Der vorletzte Morgen

Der vorletzte Morgen in diesem Jahr beginnt chaotisch, man könnte auch sagen dark*typisch.

Für gewöhnlich springt der Kater hocherfreut und voller Tatendrang aus dem Bett, sobald einer wach ist, um dann in der Küche sein Ich-bin-kurz-vor-dem-Verhungern-Gebrüll anzustimmen. Jeden Morgen. Sollte er das einmal nicht tun, sollten im Hause dark* eigentlich sämtliche Alarmglocken schrillen.

Heute Morgen, als ich wach wurde, war von dem Kater nichts zu sehen und zu hören. Möglicherweise hatte er noch ein schlechtes Gewissen von gestern. Da hat er nämlich freundlicherweise auf den Teppich geschissen. Aus Protest. Weil er dachte, wir fahren schon wieder weg, als ich das Weihnachtszeug wegräumte und dafür die halbe Vorratskammer ausräumen musste. Jedenfalls war er nicht da, als ich mich aufsetzte. „Der ist vorhin aus dem Bett gesprungen“, meinte der Lebensabschnittsgefährte nur.

Ich schleppte mich in die Küche, um mir einen Kaffee zu machen. Außerdem hatte meine Blase ihr morgendliches Bedürfnis nach Entleerung. Ich fütterte den Kater, der sich mit eher mäßigem Gebrüll seinem Futter widmete. Vom sonstigen Inhalieren der dargereichten Kost war er weit entfernt. Aber mein Gehirn brauchte erstmal Kaffee, um die Indizien zu verknüpfen und richtig einzuordnen. Ich streckte mich, während ich wartete, als plötzlich: ZACK! AUA!

Meine alte „Kriegsverletzung„, eines meiner desolaten Kostovertebralgelenke verließ seine serienmäßige Position, was ich deutlich und schmerzhaft spürte und mit einem lauten „AUA!“ quittierte, während ich zu Boden sank. Der Kater ließ vor Schreck sein Essen aus dem Gesicht fallen und flüchtete. Auf allen Vieren kroch ich stöhnend in Wohnzimmer, wo ich mich auf den Rücken rollte und wimmernd liegen blieb.

Der Lebensabschnittsgefährte sprang aus dem Bett und wollte etwas für mich tun. „Bring mir Paracetamol!“ … „Und Kaffee!“ Er meinte ja, der wäre jetzt wohl nicht so passend, um die Tabletten runterzuspülen, aber ich widersprach so heftig, wie mein Zustand es zuließ.

Ich blieb noch eine Weile liegen, bis das Schmerzmittel wirkte. Dabei drehte ich mich immer leicht hin und her. Seltsamerweise kehrte das Katertier nicht zu seinem Frühstücksnapf zurück. Irgendwann waren die Schmerzen dann erträglich und ich konnte mich aufraffen. Der Lebensabschnittsgefährte wollte den Frühstückstisch decken und bemerkte dabei die Bescherung, die für die Appetitlosigkeit unseres Haustieres verantwortlich war:

Daher wehte also der Wind, der gnädige Herr war bereits satt. Später am Tag ereilte ihn dann die Rache des Keksgottes – wieder einmal. Wenigstens habe ich stets Diätfutter für Durchfallkatzen im Haus. So etwas gewöhnt man sich an, wenn man eine Katze sein eigen nennt, bei der Nase und Darm unterschiedliche Auffassungen von „essbar“ haben.

In diesem Sinne: Guten Rutsch ins neue Jahr und drückt mir die Daumen, dass ich morgen früh nicht auf Smacksis Hinterlassenschaften ausrutsche. Durchfall macht der nämlich nicht in sein Klo. Dafür ist Durchfall zu eklig und stinkt. Das legt er lieber irgendwo in der Wohnung, bevorzugt auf Teppich ab …

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