Diese Seite sieht mit aktiviertem JavaScript am Besten aus

Der vorletzte Morgen

 ·  ☕ 3 Minuten zum Lesen  ·  ✍ dark*

Der vorletzte Morgen in diesem Jahr beginnt chaotisch, man könnte auch sagen dark*typisch.

FĂŒr gewöhnlich springt der Kater hocherfreut und voller Tatendrang aus dem Bett, sobald einer wach ist, um dann in der KĂŒche sein Ich-bin-kurz-vor-dem-Verhungern-GebrĂŒll anzustimmen. Jeden Morgen. Sollte er das einmal nicht tun, sollten im Hause dark* eigentlich sĂ€mtliche Alarmglocken schrillen.

Heute Morgen, als ich wach wurde, war von dem Kater nichts zu sehen und zu hören. Möglicherweise hatte er noch ein schlechtes Gewissen von gestern. Da hat er nĂ€mlich freundlicherweise auf den Teppich geschissen. Aus Protest. Weil er dachte, wir fahren schon wieder weg, als ich das Weihnachtszeug wegrĂ€umte und dafĂŒr die halbe Vorratskammer ausrĂ€umen musste. Jedenfalls war er nicht da, als ich mich aufsetzte. „Der ist vorhin aus dem Bett gesprungen“, meinte der LebensabschnittsgefĂ€hrte nur.

Ich schleppte mich in die KĂŒche, um mir einen Kaffee zu machen. Außerdem hatte meine Blase ihr morgendliches BedĂŒrfnis nach Entleerung. Ich fĂŒtterte den Kater, der sich mit eher mĂ€ĂŸigem GebrĂŒll seinem Futter widmete. Vom sonstigen Inhalieren der dargereichten Kost war er weit entfernt. Aber mein Gehirn brauchte erstmal Kaffee, um die Indizien zu verknĂŒpfen und richtig einzuordnen. Ich streckte mich, wĂ€hrend ich wartete, als plötzlich: ZACK! AUA!

Meine alte „Kriegsverletzung„, eines meiner desolaten Kostovertebralgelenke verließ seine serienmĂ€ĂŸige Position, was ich deutlich und schmerzhaft spĂŒrte und mit einem lauten „AUA!“ quittierte, wĂ€hrend ich zu Boden sank. Der Kater ließ vor Schreck sein Essen aus dem Gesicht fallen und flĂŒchtete. Auf allen Vieren kroch ich stöhnend in Wohnzimmer, wo ich mich auf den RĂŒcken rollte und wimmernd liegen blieb.

Der LebensabschnittsgefĂ€hrte sprang aus dem Bett und wollte etwas fĂŒr mich tun. „Bring mir Paracetamol!“ 
 „Und Kaffee!“ Er meinte ja, der wĂ€re jetzt wohl nicht so passend, um die Tabletten runterzuspĂŒlen, aber ich widersprach so heftig, wie mein Zustand es zuließ.

Ich blieb noch eine Weile liegen, bis das Schmerzmittel wirkte. Dabei drehte ich mich immer leicht hin und her. Seltsamerweise kehrte das Katertier nicht zu seinem FrĂŒhstĂŒcksnapf zurĂŒck. Irgendwann waren die Schmerzen dann ertrĂ€glich und ich konnte mich aufraffen. Der LebensabschnittsgefĂ€hrte wollte den FrĂŒhstĂŒckstisch decken und bemerkte dabei die Bescherung, die fĂŒr die Appetitlosigkeit unseres Haustieres verantwortlich war:

Daher wehte also der Wind, der gnĂ€dige Herr war bereits satt. SpĂ€ter am Tag ereilte ihn dann die Rache des Keksgottes - wieder einmal. Wenigstens habe ich stets DiĂ€tfutter fĂŒr Durchfallkatzen im Haus. So etwas gewöhnt man sich an, wenn man eine Katze sein eigen nennt, bei der Nase und Darm unterschiedliche Auffassungen von „essbar“ haben.

In diesem Sinne: Guten Rutsch ins neue Jahr und drĂŒckt mir die Daumen, dass ich morgen frĂŒh nicht auf Smacksis Hinterlassenschaften ausrutsche. Durchfall macht der nĂ€mlich nicht in sein Klo. DafĂŒr ist Durchfall zu eklig und stinkt. Das legt er lieber irgendwo in der Wohnung, bevorzugt auf Teppich ab 


Teile auf

dark*
geschrieben von
dark*
...