Eigentlich sollte ich jetzt schlafen. Es ist auch noch nicht so lange her, da habe ich bei Toby im Weblog noch groß rumgetönt von wegen Schlafhygiene und so.
Seit Tagen schon das gleiche Einerlei. Zu nichts Lust, ein grauenvoller Zustand.
Früher pflegte ich in solchen Phasen oft Stunden damit zu verbringen, auf dem Sofa oder auf dem Fußboden rumzusitzen, manchmal auch am Fenster rumzustehen oder umherzulaufen und dabei nichts weiter zu tun als den Gedanken freien Lauf zu lassen.
Das erste Blutbad ereignete sich vor etwa drei Wochen, an diesem Abend übernachteten zwei Freundinnen von Schatzi bei uns. Eine halbe Stunde nachdem ich die gackernden und kichernden Hühner endlich in mein Bett verfrachtet hatte, hörte ich das hysterische Quietschen meiner Tochter, das auf eine Verletzung hindeutete.
Ich will
mit der Sonne Fussball spielen,
den Regenbogen runter rutschen,
in der Mondsichel schaukeln,
Sterne wie Bonbons lutschen,
mich auf Wolken kuscheln
Im falschen Film - oder vielleicht sogar im falschen Leben. Moeglicherweise sind mein Leben und ich aber auch nur der wirre Alptraum eines unbekannten Wesens und alles ist vorbei, wenn es aufwacht.
Nein, I'm feeling blue ist nicht der richtige Ausdruck. Dafuer bin ich viel zu gereizt, aggressiv um genauer zu sein. Man kann mich kaum noch ansprechen, ohne eine patzige, entnervte oder aufbrausende Reaktion zu erhalten.
Diese Sprachlosigkeit der letzten Tage macht mich verrueckt. Ich habe das Gefuehl nur noch zu funktionieren, das taegliche Einerlei mechanisch abarbeiten.
Ich ging also mit meinem spießigen Blumenstrauß los. Bei sowas fühle ich mir immer ziemlich blöde, bei allem, was “man halt so macht”, sei es nun die Hand geben, mich vorstellen und meinen Namen nennen oder eben Blumen übergeben.
Ein seltener Zustand in diesen Tagen, Wochen, Monaten, in dieser Phase meines Lebens, die vermutlich eine Ewigkeit dauern wird. Mindestens jedoch eine halbe.
Heute Morgen um 11:00 h klingelte mein Telephon recht hartnäckig, also ging ich dran. Es war ein Mann von RTL, der mich zu meiner Domain, mit der ich angeblich andere in den Tod treibe, befragt, ob sie tatsächlich mir gehört, wie im Kölner Express steht und ob ich etwas davon wüsste, dass die Kripo gegen mich ermittelt.