Champix

Die Letzte

Ihr seid das Letzte!

Gestern habe ich meine letzte Schachtel Zigaretten gekauft. Völliger Verzicht wäre noch zu qualvoll gewesen, so habe ich noch einmal nachgegeben.

Champix und Alkohol

Da in der Packungsbeilage nichts über den Konsum von Alkohol während der Tabletteneinnahme steht, habe ich die Wechselwirkung gestern im Selbstversuch getestet. Und ich muss sagen, wow, das hat reingehauen! Die Wirkung von Alkohol scheint unter Champix verstärkt zu werden. Eventuell sind hier aber noch Feldstudien zur Erhebung empirischer Daten notwendig. Positiv aufgefallen ist mir wieder einmal die Wirkung des Champix. Gewöhnlich raucht man ja unter Alkoholeinfluss mehr als üblich, aber davor hat das Mittel mich bewahrt.

Die erste Nacht

Gestern Abend habe ich zum ersten Mal eine zweite Tablette nehmen müssen. Geschlafen habe ich recht gut, von Einschlafproblemen abgesehen – aber diese führe ich nicht auf die Tabletten zurück, die waren vorher schon da. Ich glaube, ich habe tief und fest geschlafen, habe weder Hagel noch Regenguss mitbekommen, was hier in der Dachwohnung sonst eigentlich immer der Fall ist.

Weiter geht’s…

Ich habe nicht vor, hier 120 Tage lange jede Pilleneinnahme zu dokumentieren, aber am Anfang ist das alles noch spannend und neu, da lässt man sich ja gerne etwas häufiger über ein Thema aus. In den ersten drei Tagen muss ich täglich eine Tablette mit der halben Dosis nehmen. Den Rest der ersten Woche morgens und abends eine, ab der zweiten Woche auch zweimal täglich eine, jedoch mit der vollen Dosis. Ab dann wird’s also gänzlich uninteressant.

Die gestrige Tablette war nicht so umwerfend wie die erste. Rückblickend würde ich auch nicht ausschließen, dass es eher der Placebo-Effekt war, der mich vorgestern umgehauen hat. Wenn irgendwo steht, dass etwas den Kreislauf lahmlegen könnte, reagiert meiner in der Regel sehr zuverlässig.

WHOOSH!

Um meinen ahnungslosen Magen nicht unvorbereitet mit fremder Chemie zu überfallen, habe ich ausnahmsweise gefrühstückt, bevor ich die erste Tablette eingenommen habe. Und wie immer bei mir unbekannten Medikamenten erwartete ich unmittelbar nach dem Schlucken irgendeine spektakuläre Reaktion meines Körpers, die natürlich ausblieb. Enttäuscht ging ich auf den Balkon, um eine Zigarette zu rauchen, fragte mich aber beim zweiten Zug, wie krank das denn nun sei, machte sie wieder aus, betrat mein Wohnzimmer und WHOOSH! BANG! Wer niedrigen Blutdruck hat oder aus anderen Gründen schon einmal ohnmächtig wurde, kennt vielleicht das ohrenbetäubende Rauschen, dass dem Umkippen vorausgeht, wenn der Kreislauf sich verabschiedet.

Champix

Champix ist ein nikotinfreies Arzneimittel, dass Raucher beim Aufhören unterstützt. Der Wirkstoff bindet an die Nikotinrezeptoren. Er stimuliert diese, weswegen die Sucht herabgesetzt wird, und hemmt gleichzeitig die Effekte zugeführten Nikotins.

So phantastisch das klingt, so gewaltig ist der Haken, den die Sache hat: Die Liste der Nebenwirkungen liest sich wie eine Zusammenfassung des Pschyrembel. Am meisten beunruhigen mich dabei die Punkte „Depressionen“ und „Selbstmordneigung“. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das noch einmal durchstehe…