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Champix

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Champix ist ein nikotinfreies Arzneimittel, dass Raucher beim Aufh├Âren unterst├╝tzt. Der Wirkstoff bindet an die Nikotinrezeptoren. Er stimuliert diese, weswegen die Sucht herabgesetzt wird, und hemmt gleichzeitig die Effekte zugef├╝hrten Nikotins.

So phantastisch das klingt, so gewaltig ist der Haken, den die Sache hat: Die Liste der Nebenwirkungen liest sich wie eine Zusammenfassung des Pschyrembel. Am meisten beunruhigen mich dabei die Punkte “Depressionen” und “Selbstmordneigung”. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das noch einmal durchstehe …

Gestern war mein Arzttermin, den ich letzte Woche endlich vereinbart hatte. Bereits im September vergangenen Jahres hatte ich mit dem Arzt ├╝ber Champix gesprochen. Er riet mir, mich via Internet ├╝ber das Medikament zu erkundigen und mich dann wieder bei ihm zu melden. Bekanntlich kamen der Bandscheinbenvorfall und der Krankenhausaufenthalt (und nat├╝rlich noch tausend andere Ausfl├╝chte) dazwischen.

Angesichts des bevorstehenden Arzttermines beschloss mein K├Ârper am Montag Grippesymptome anzudeuten, die sich am Dienstag heftig steigerten. So lohnte es sich der Besuch wenigstens. Anmeldung, die uns├Ągliche Praxisgeb├╝hr, die Frage nach den Beschwerden, das ├╝bliche Procedere. Sie sah mich an und fragte, ob ich Fieber h├Ątte, was ich verneinte. Dann sollte ich im Wartezimmer Platz nehmen, wo bereits f├╝nf oder sechs ├╝berwiegend ├Ąltere Leute sa├čen.

Das ging auch eine ganze Weile gut, bis mich der erste Hustenanfall ├╝berkam. Beim ersten, noch unterdr├╝ckten h├╝steln, wurde ich bereits be├Ąugt, was mich wenig beeindruckte. Dann gab’s kein Halten mehr, der Husten ├╝berkam mich ungehemmt. Als der Anfall vor├╝ber war, sah ich mich um und stellte schmunzelnd fest, dass au├čer mir nur noch zwei Leute im Wartezimmer sa├čen.

So dauerte es auch keine zwei Minuten, bis die Sprechstundenhilfe auf mich zu kam und mich bat, ihr zu folgen. An der Anmeldung lungerten die verschreckten Weiber, die kurz zuvor noch im Wartezimmer sa├čen, herum und sahen mich mit schreckensgeweiteten Augen an, als ich aus dem Wartezimmer kam und auf sie zu steuerte. Hoch erhobenen Hauptes schritt ich an Ihnen vorbei, immer der Sprechstundenhilfe folgend.

Als wir im Nebenraum ankamen, mussten wir beide grinsen. “Bin ich zu gef├Ąhrlich?”, fragte ich sie. “Warten Sie lieber hier, sonst habe ich die gleich alle an der Anmeldung sitzen.”, erwiderte sie lachend. Kurz darauf kam der Arzt. Ich bekam einen Schleiml├Âser und Codeintropfen gegen den akuten Infekt und ein Privatrezept f├╝r Champix.

In der Apotheke muss man standfest sein, wenn der Apotheker ohne mit der Wimper zu zucken knapp 110 Euro f├╝r ein paar Pillen kassiert. So gerne ├╝ber Raucher geschimpft wird, so gerne wird auch an ihnen verdient.

Die erste Tabletteneinnahme ist f├╝r morgen geplant, die Raucher-Deadline ist gesetzt und mit dem Eintrag hier und der damit verbundenen “├ľffentlichen Bekanntmachung” der Point of No Return ├╝berschritten. Ich ziehe das jetzt durch.

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