WHOOSH!

Um meinen ahnungslosen Magen nicht unvorbereitet mit fremder Chemie zu überfallen, habe ich ausnahmsweise gefrühstückt, bevor ich die erste Tablette eingenommen habe. Und wie immer bei mir unbekannten Medikamenten erwartete ich unmittelbar nach dem Schlucken irgendeine spektakuläre Reaktion meines Körpers, die natürlich ausblieb. Enttäuscht ging ich auf den Balkon, um eine Zigarette zu rauchen, fragte mich aber beim zweiten Zug, wie krank das denn nun sei, machte sie wieder aus, betrat mein Wohnzimmer und WHOOSH! BANG! Wer niedrigen Blutdruck hat oder aus anderen Gründen schon einmal ohnmächtig wurde, kennt vielleicht das ohrenbetäubende Rauschen, dass dem Umkippen vorausgeht, wenn der Kreislauf sich verabschiedet.

Als ich die Augen wieder öffnete, starrte der Kater mich aus einem Sicherheitsabstand von etwa einem Meter, den er keinesfalls zu unterschreiten gedachte, an, als sei ich gerade mit einem Ufo in unserem Wohnzimmer gelandet. So in etwa fühlte ich mich auch, ich hatte wohl nur die Landeklappen etwas zu spät ausgefahren. Laminat kann sehr hart sein. Ich raffte mich auf und legte mich noch ein paar Minuten auf die Couch, bis mir langweilig wurde. Mittlerweile geht es wieder, wenn man davon absieht, dass sich der Kopf wie in Watte gepackt und Bewegungen eher mechanisch anfühlen. Aber ich gehe davon aus, den Rest des Tages in der Vertikalen zu verbringen.

Sollte dies in den nächsten 120 Tagen (so lange soll man Champix nehmen) zum Tagesablauf gehören, muss ich meinen morgendlichen Zeitplan entsprechend umorganisieren und eventuell das Wohzimmer mit Matten auslegen. ;-)

2 Kommentare:

  1. Also erstens mal Glückwunsch zum Aufraffen und ein sicherlich sehr sinnvolles Projekt angehen!
    Und zweitens: Schön, dass Du Dir Deinen Humor bewahrst!
    Ich kann nicht behaupten, oft genug umgekippt zu sein, um irgendeine Regelmäßigkeit im Abaluf festgestellt zu haben (es war bisher nur ein einziges Mal), aber ich kenne dieses Gefühl des plötzlichen Schwindels und fast-Umkippens im Zusammenhang mit dem Rauchen. Allerdings bin ich gespannt, auf Deine weiteren Berichte und Beobachtungen der Zusammenhänge. Man müsste meinen, es müsste die Kombination aus beidem gewesen sein.

  2. Als Teenager bin ich mangels funktionierendem Kreislauf mehr oder weniger regelmäßig umgekippt. Heute passiert das nur noch selten, meistens schaffe ich es vorher, mich hinzusetzen. Am Freitag war der Kreislauf halt schneller als ich. ;-)

    Wie ich bereits schrieb, schließe ich nicht aus, dass es ein Placebo-Effekt (Für sowas bin ich ja anfällig…) war oder vielleicht sogar auf allgemeines Unwohlsein mit Schlaf- und Nahrungsmangel zurückzuführen ist. Schwindelig ist mir immer für Stunden, wenn ich die Tabletten genommen habe. Allerdings scheint dies nicht ungewöhnlich zu sein, bei meiner vorausgegangen Recherche habe ich viele Hinweise darauf in den Berichten gefunden.

    Und meinen Humor … Den muss ich hegen und pflegen, denn ohne den kann ich gar nicht überleben. :)

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