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Gesünder werde ich nicht mehr

 ·  ☕ 3 Minuten zum Lesen  ·  ✍️ dark*

Drei Jahre hat es gedauert, bis ich mich wieder so weit erholt habe, dass ich sagen kann, ich benötige jetzt keinen Arzt mehr. Drei Jahre und rund 950 Tabletten um genau zu sein. Was bleiben wird ist der Breezehaler mit dem Zeug gegen Asthma und COPD.

Letztes Jahr im Dezember schrieb ich Das Arschloch ist noch da, nachdem mich der Lungenarzt angerufen und mit das Untersuchungsergebnis mitgeteilt hatte. Seither ging es auf und ab. Beim Arzttermin im Januar dieses Jahres erzählte mir der Arzt, er habe sowohl mit dem Ober-Pneumologe in der Uniklinik telephoniert als auch mit irgendeinem Institut in Niedersachsen, das sich auf Mykobakterien spezialisiert habe, in Verbindung gesetzt. Allgemein herrschte leichte Ratlosigkeit. Für ein weiteres Jahr mit den Antibiotika war der Bakterienbefall zu wenig, um ihn zu ignorieren war’s aufgrund der Vorgeschichte aber zu viel. Also wurde abgewartet und beobachtet.

Mir ging es so mittel, zu schlecht, um gesund zu sein, zu gut, um mich krank zu fühlen. Ständig ein leichtes Erkältungsgefühl. Im März bekam ich noch einmal AmoxiClav für 10 Tage. Zur Überraschung des Lungenarztes war mein Lungenfunktionstest danach tatsächlich spürbar besser, was allen bisherigen Untersuchungen und Diagnosen widerspricht. Die gleiche Reaktion kam vom HNO, bei dem ich seit 1,5 Jahren in Behandlung war wegen meiner ständig laufenden Nase und zugeschwollenen Nebenhöhlen.

Seither bleibt der Lungenfunktionstest auf gleichbleibendem bzw. eher leicht steigendem Nivieau. Von 71 % Was-auch-immer auf 76 % Was-auch-immer. (Ich weiß nicht, was da gemessen wird, ich sehe immer nur die Werte.) Das ist okay, meinte der Arzt gestern, über 80 % wären im Normalbereich. Die hatte ich zuletzt übrigens Ende 2023 nach der Bronchioskopie und den zwei Wochen AmoxiClav. Jedenfalls ist der Arzt nun der Meinung, dass die akute Gefahr wohl vorbei ist. Ich muss jetzt nicht mehr jedes Quartal hin, der nächste Termin ist in einem halben Jahr. Aber mein Enerzair Breezhaler bleibt mir wohl vorerst erhalten. Damit kann ich leben. (Besser als ohne.)

Übrigens wäre hier noch ein Reform-Tipp an die Regierung, falls die hier zufällig mitlesen: Die Arztpraxen und damit unser Gesundheitssystem wären übrigens deutlich entlastet, wenn ich als Patientin mit Dauermedikation nicht jedes Quartal zu allen möglichen Ärzten rennen müsste. Derzeit ist es der Hausarzt, der mir das Rezept für die Betablocker ausstellt, und der Lungenarzt für den Breezehaler (den der Hausarzt wegen der Budgetierung nicht verschreiben kann/will). Hätte ich nicht das Kortison-Nasenspray vom HNO wegen ständigem Nasenbluten abgesetzt, müsste ich da auch noch jedes Quartal hin. In der Schweiz gibt es Dauerrezepte für bis zu einem Jahr. Aber Reformen führen bei uns ja eher selten zu Verbesserungen, daher wird das wohl nix.


dark*
geschrieben von
dark*
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