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Update extreme

 ·  ☕ 4 Minuten zum Lesen  ·  ✍️ dark*

Am gestrigen Sonntag wollte ich einen ruhigen Tag haben. Ich hatte trotz des schönen Wetters keine Lust rauszugehen und auch keine Lust, an meinem Blog zu arbeiten. Ich habe Zeug von unserem in Teilen chaotischen und anstrengenden Frankfurt-Trip, von dem wir am Samstag zurückgekommen sind, weggeräumt und die Waschmaschine angeschmissen, ansonsten haben wir uns damit beschäftigt, Photos und anderes virtuelles Zeug zu sortieren. Und da sprach der Herr Lebensabschnittsgefährte die folgenschweren Worte: “Ich mache mal eben ein Update auf dem NAS.” Mal eben …

Nach dem Update, das einen Neustart erforderlich machte, bootet das NAS nicht mehr. Die Power-LED blinkt, alle anderen LEDs bleiben tot, die Festplatten rühren sich nicht, es piept nicht, nur der Lüfter dreht tumbleweedartig seine Runden. Das Problem hatten wir neulich schonmal, als der Elektriker da war und die Sicherung ausstellen musste. Anschließend wollte das NAS auch nicht. Aber ein wenig am Kabel wackeln, Gerät ein paar Zentimeter hin und her schieben haben das Problem gelöst. Nun aber nützten auch diese Sofortmaßnahmen nichts, das NAS blieb auch nach dem x-ten Versuch im Tumbleweed-Modus.

Staub ist ja durchaus manchmal ein Thema in der IT. Wir haben also das NAS zerlegt und sämtliche Einzelteile gründlich entstaubt und auf Auffälligkeiten kontrolliert, aber nichts gefunden, sah aus wie immer, funktionierte aber nicht wie immer. Nur der Lüfter blieb uns gewogen.

Der nächste Versuch betraf das Netzteil. Funktioniert das noch? Kommt da noch genug Strom beim Gerät an? Laut Messung ja und der Versuch mit einem anderen Netzteil, das allerdings eine andere Spannung hat und deswegen mit dem Spannungswandler (oder wie das Ding heißt) unserer Campingausrüstung auf die erforderlichen Werte gebracht wurde, nützte auch nichts. Nur der Lüfter, Tumbleweed, so halt.

Das NAS am Netzteil mit Spannungswandler

Hm. Guter Rat war teuer. In diesem speziellen Fall ein paar Hundert Euro teuer. Ein neues NAS desselben Herstellers? Das würde einiges vereinfachen. Leider hat sich dieser in den letzten Jahren dazu entschieden, nur noch die selbst vermarkteten Festplatten zu akzeptieren und für andere Fabrikate keinerlei Support mehr anzubieten. Das ist aus unserer Sicht so dermaßen unschön und verwerflich, dass er uns damit als Kunden verloren hat. Zumal wir hier ein Gerät ersetzen, das lächerliche fünf Jahre alt ist. Und zwei Festplatten mit insgesamt neun Terrabyte Plattenplatz, von denen die größere ungefähr zwei Jahre alt ist, werfen wir auch nicht mal eben weg.

Eigentlich hatte der Herr Lebenabschnittsgefährte, seineszeichens diplomierter IT-Profi, überhaupt keine Lust, wieder selbst an einer Linux-Lösung rumzufrickeln, um ein funktionierendes NAS für seine Liebste IT-Trottelin anzubieten. Aber nach dem Move des NAS-Herstellers hat ihn wohl der Ehrgeiz gepackt. Er hat sich Open-Source-Lösungen in einer Virtuellen Maschine angeguckt und ein wenig rumgetestet (Der Mann kann echt krassen Scheiß!) und sich einen Mini-PC zusammenkonfiguriert, auf dem das Ganze laufen soll. Wir gaben uns noch fünf Minuten Bedenkzeit, dann bestellten wir die Komponenten.

Nächstes Problem: Was ist mit den Daten auf unseren Festplatten? Im NAS waren zwei, eine für Dateien und Photos und was man halt so auf dem Computer gespeichert hat. In unserem Fall vor allem viele Photos. Auf einer zweiten Festplatte sind Filme und Serien, die wir uns in der Mediathek runterladen, um sie später anzusehen oder irgendwann noch mal zu gucken. Alles ganz legal natürlich. Die erste Platte ist verschlüsselt und es gibt ein Backup dazu, aus dem die Daten wiederhergestellt werden können. Die zweite Platte ist unverschlüsselt und es gibt kein Backup.

Wir haben so ein Ding, mit dem man Festplatten per USB an jeden x-beliebigen Computer anschließen kann. Mit dem haben wir versucht, auf diese Festplatten zuzugreifen. Es gibt auch eine Anleitung auf der Webseite des NAS-Herstellers, wie das angeblich funktionieren soll, aber es funktioniert so nicht. Kein Linux-Laptop, keine virtuelle Maschine kann eines dieser Laufwerke mounten. Wir haben Stunden damit verbracht, das auszuprobieren. Ohne Erfolg.

Bei der Gelegenheit hat sich übrigens der Stecker von dem Dings, mit dem man Festplatten per USB an jeden x-beliebigen Computer anschließen kann, verabschiedet. Der sieht jetzt so aus:

Kaputter Stecker, bei dem ein Metallteil an der Spitze ab ist.

So. Der Sonntag kann weg. Die Woche wird hoffentlich besser. Und nächstes Wochenende haben wir vielleicht wieder ein funktionierendes NAS. Mit einem kleinen bisschen Glück und den diplomierten Voodoo-Künsten des Herr Computerlebenabschnittsgefährten.


dark*
geschrieben von
dark*
don't expect a bright light