Diese Seite sieht mit aktiviertem JavaScript am Besten aus

Der Krieg ist noch nicht ganz vorbei

 ·  ☕ 2 Minuten zum Lesen  ·  ✍ dark*

Bomben explodieren immer noch in unserem Land - wenn auch etwas kontrollierter als noch vor 70 Jahren. Erst gestern ging eine Viersen hoch. FĂŒnf Zentner amerikanischer Demokratieentschlossenheit fand ein Bagger in einer Baustelle nahe der FußgĂ€ngerzone. Dummerweise war der Koloss gerutscht und somit fĂŒr alle völlig unberechenbar geworden. Laut Zeitungsinformationen kann das den ZĂŒnder auslösen, der dann irgendwann die Bombe sprengt. Die Zeitspanne hierfĂŒr liegt zwischen 30 Minuten und 144 Stunden. Das muss man erst einmal schlucken.

HĂ€user wurden bis 500 m um die Bombe herum gerĂ€umt, Straßen bis 1 km um die Bombe herum abgesperrt, wĂ€hrend Helfer Sand und Strohballen auf die Bombe kippten, um schlimmste SchĂ€den zu vermeiden. Wobei mir ja nicht ganz klar ist, warum man einen explodierenden Gegenstand mit Strohballen abdeckt. Aber gut, die Leute werden schon wissen, was sie da tun. Um kurz nach 23 Uhr wurde dann die erfolgreiche Sprengung gemeldet. GrĂ¶ĂŸere SchĂ€den wie neulich in MĂŒnchen gab es wohl nicht, aber natĂŒrlich sind die umliegenden HĂ€user stark in Mitleidenschaft gezogen. Das war zu erwarten, dafĂŒr wurde diese Bombe schließlich mal gebaut. Hier ist sie mitten in der Innenstadt gesprengt worden, einen Steinwurf weit von der FußgĂ€ngerzone entfernt. GlĂŒcklicherweise sind keine Personen zu Schaden gekommen.

RP: Bombe reißt Krater in Viersens Innenstadt

Das alles fĂ€nde ich vermutlich gar nicht weiter erwĂ€hnenswert, wenn nicht meine Tochter im Evakuierungsbereich wohnen wĂŒrde. Die musste gestern ihre Wohnung rĂ€umen, die Katze zurĂŒcklassen, da keine Zeit mehr war, bei ihrem Vater ĂŒbernachten und heute Morgen zu spĂ€t zur Arbeit kommen. Als sie mit dem Bus durch Viersen fuhr, fiel ihr auf, dass die Luft voller Staub und Dreck war, es außerdem komisch riechen wĂŒrde. Vermutlich hat meine Tochter einen minimalen Eindruck davon bekommen, wie es wohl im Krieg nach BombennĂ€chten gewesen sein muss. Immerhin war es hier nur eine Bombe und die kam nicht ĂŒberraschend. Trotzdem bedrĂŒckend irgendwie.

Ich finde es manchmal ĂŒberwĂ€ltigend unglaublich, wieviele Bomben noch im Boden schlummern. Ebenso erstaunlich finde ich, wie selten etwas passiert wegen dieser Bomben. Rund 100.000 sollen noch im Boden sein. 5500 StĂŒck werden jĂ€hrlich entschĂ€rft, behauptet der Stern. Puh.

Teile auf

dark*
geschrieben von
dark*
...