Ich wollte das nicht

Eigentlich hatte ich mir nach meiner missglückten Ehe schon geschworen, nie wieder irgendetwas mit Männern zu tun haben zu wollen. Jedenfalls nicht mehr, als mit dem Kfz-Mechaniker, der meine alte Schrottmühle wieder in Gang bringen sollte. Aber gute Vorsätze halten ja bekanntlich nicht länger als bis zur nächsten Versuchung, die mir knapp ein Jahr nach Beendigung meines gesetzlich legitimierten, dadurch aber nicht weniger nervigen, langweiligen und unnötigen Sexuallebens in Form eines suizidalen Internetjunkies (jawoll, gibt noch mehr davon) über den Weg lief.

Ok, er kann ja nichts dafür, dass er männlich ist. Also wenn es dann schon mehr als eine Kfz-Mechaniker-Bekanntschaft werden soll, dann doch bitte ohne Sex. Vielleicht klappt das ja. Diese Front war schnell geklärt, hat sich im nachhinein aber als vergleichsweise harmlos herausgestellt. Die Kriegsschauplätze, an denen stattdessen unsere wie-auch-immer-geartete Beziehung in den folgenden 11 Monaten tobte, waren weitaus verletzungsreicher, als mal eben die Beine breit zu machen. Irgendwann war das endlich vorbei, und ich schwor mir erneut nie wieder irgendetwas mit Männern und Menschen überhaupt zu tun haben zu wollen.

Jetzt ist er wieder aus meinem Leben verschwunden. Keine Ahnung, warum, ich weiß nur, dass das Alleinsein vorher angenehmer war.

2 Kommentare:

  1. „Verlassen werden tut doch mehr weh als Du denkst“ – Reinhard Mey anfang der 1970er bei „Dieter Malinek, Ulla und Ich“.
    Ist immer doof, sei es mit oder ohne Sex. Widme Dich dem Studium der Autoreparatur, dann ist schon eine Hürde umschifft die Dich wieder dazu verleiten könnte….

    • Witzig, zwei Tage vor deinem Eintrag hier bin ich schonmal gefragt worden, ob ich Reinhard Mey kenne. Tu ich aber nicht, jedenfalls nicht mehr als dem Namen nach.

      Wirklich weh tun … hm, ich weiß nicht. Ich reagiere eher wütend auf sowas. Und mal früher, mal später, in diesem Fall vor ein paar Tagen, habe ich mit der Sache abgeschlossen und fühle mich seltsam befreit von einer Bürde. Menschen sind irgendwie nichts für mich.

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