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Das ist mein Auto!

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Bei unserem Camper steht mal wieder eine Bastel-Aktion bevor. Zur Vorbereitung waren wir heute Morgen kurz am Auto, um etwas nachzusehen.

“Das ist mein Auto!”

Ein dĂŒnnes Stimmchen ertönte hinter mir, dem ich aber weiter keine Bedeutung beimaß.

“Das ist mein Auto!”

Kam es schon etwas energischer. Ich drehte mich um und stand vor einer dreiköpfigen Familie, das Kind, vielleicht zwei Jahre alt, saß im Kinderwagen.

“Das ist mein Auto!”

ErklÀrte er mir erneut.

Ich kenne die Familie flĂŒchtig, die wohnen hier im Block. Im Herbst haben wir uns einmal ĂŒber den Camper unterhalten, als ich gerade mit Basteleien beschĂ€ftigt war. Durch diese TĂ€tigkeiten am Auto kenne ich mittlerweile fast die gesamte Nachbarschaft. Man grĂŒĂŸt sich und meine retardierten Smalltalk-FĂ€higkeiten werden regelmĂ€ĂŸig auf eine harte Probe gestellt.

“Das ist mein Auto!”

Diesmal widersprach ich: “Nein, das ist mein Auto!”

“Nein, das ist mein Auto!”

Der war hartnĂ€ckig. “Hast du einen SchlĂŒssel dafĂŒr?”

“Ja.”

Ich glaube, den Eltern wurde es ein wenig peinlich. Die Mutter erklÀrte mir, dass er das Auto so toll findet und jedes Mal davon schwÀrmt, wenn sie hier vorbei kommen. Und das tun sie tÀglich.

“Nun, wenn du einen SchlĂŒssel hast, geh nach vorne und schließ auf, dann ist es dein Auto. Wenn nicht, bleibt es meins. Ich habe nĂ€mlich einen SchlĂŒssel dafĂŒr.”

Der Junge suchte nach Argumenten, aber mehr als

“Das ist mein Auto!”

fiel ihm auch diesmal nicht ein.

Die Familie ging weiter, ich darf mein Auto vorerst behalten. Aber wenn er weiterhin BesitzansprĂŒche geltend macht, werde ich mir den VierjĂ€hrigen hier aus dem Haus zur Hilfe holen, der ist nĂ€mlich auch ein großer Fan von Bert und hĂ€tte einiges dagegen, wenn der coole Pickup nicht mehr zu seinem Haus gehört.

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