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Einmal an den Rand des Chaos

 ·  ‚ėē 5 Minuten zum Lesen  ·  ‚úćÔłŹ dark*

Letzte Woche Montag kam ich im wahrsten Sinne des Wortes mit einem dicken Hals aus Darmstadt zur√ľck. Bereits w√§hrend des Tages f√ľhlte ich mich nicht gut, w√§hrend der Zugfahrt schwollen dann Hals, Mandeln, Mundschleimhaut und Lymphknoten an. Dienstag war ich dann v√∂llig au√üer Gefecht gesetzt und schleppte mich zum Arzt. Der diagnostizierte eine Virus-Infektion begleitet von Aphten in der Mundschleimhaut.

Eine davon entwickelte sich im Laufe der Woche zu einem eitrigen Abszess, der sich Donnerstag von selbst √∂ffnete. Eine eklige Angelegenheit ist das, da will ich hier gar nicht auf Details eingehen. Daf√ľr rief sie erneut Herrn Qunincke auf den Plan. Freitagmorgen erwachte ich gegen 4:00 Uhr und sah aus, als w√§re ich soeben dem Boxring entstiegen. Die komplette linke Gesichtsh√§lfte war stark angeschwollen. Panik machte sich breit und mein erster Gedanke war, ins Krankenhaus fahren zu m√ľssen. Dann besinnte ich mich auf die Notfall-Tropfen, die ich seit dem letzten Mal noch im Schrank liegen hatte, und kippte weisungsgem√§√ü den kompletten Flascheninhalt hinunter. Dann packte ich in Ruhe meine Tasche, ging duschen und beschloss, bis 08:00 Uhr zu warten, um meinen Hausarzt erneut aufzusuchen. Sollte sich in der Zwischenzeit Atemnot zu mir gesellen, k√∂nnte ich ja immer noch ein Taxi rufen. Der Plan ging auf, der Arzt verordnete mir Ruhe und keinen Stress √ľber das Wochenende, schrieb mich noch bis Dienstag krank und gab mir ein paar Tabletten mit. Das Krankenhaus, wo man mich mindestens bis gestern station√§r aufgenommen h√§tte, blieb mir also erspart.

Mit der Ruhe am Wochenende gestaltete es sich etwas schwierig.

Am Freitag fiel der WLAN-Router aus. Der zeigte in letzter Zeit schon h√§ufiger leichte Schw√§chen, aber Freitag ging es dann gar nicht mehr. Alle zwei bis drei Minuten war die Verbindung unterbrochen und der Router musste neu gestartet werden. Mir war das egal, ich war eh noch zu krank f√ľr das Internet, und meine Tochter verbrachte ihr Wochenende auch nicht vor dem Laptop, so konnte ich das erstmal aufschieben.

Am Samstag fiel der K√ľhlschrank aus. Als das darkinchen morgens den Tisch deckte, fiel ihr auf, dass im K√ľhlschrank n√§herungsweise Zimmertemperatur herrschte, was angesichts der fr√ľhlingshaften Au√üentemperaturen kein gutes Zeichen war. Und tats√§chlich, der Inhalt des Gefrierfachs war aufgetaut und die Lebensmittel im K√ľhlschrank waren zu warm. Ganz toll! Jetzt wurde mir auch bewusst, dass das Eis, welches im in der vergangenen Woche in der Hoffnung auf Linderung in meiner Mundh√∂hle gegessen hatte, viel zu weich war. Aber irgendwie war ich auch nicht so wirklich in der Lage mich darum zu k√ľmmern.

Am Sonntag h√§mmerte ich dann ein wenig auf dem Thermostat im K√ľhlschrank herum und er sprang wieder an. Zwar √ľberlegte ich, den Thermostat auszutauschen und den K√ľhlschrank noch weiterhin zu verwenden, dagegen sprach jedoch, dass bereits seit fast drei Jahren Probleme mit dem Ger√§t vorhanden sind. Der k√ľhlte n√§mlich nicht so stark, wie er es eigentlich h√§tte tun sollen. Weniger als 10¬įC waren im Inneren - auch auf h√∂chster Stufe - nicht zu erreichen. Daher war ein neuer K√ľhlschrank ohnehin von N√∂ten, allerdings in der Einbauvariante, die in meinen Schrank passt, auch nicht ganz billig.

Sonntagnachmittag flatterte der Prospekt von real,- ins Haus. Dort wurde f√ľr diese Woche ein K√ľhlschrank f√ľr 99 Euro angepriesen. In einer Krisensitzung beschlossen das darkinchen und ich, dieses Ger√§t zu kaufen und damit bis auf weiteres unser K√ľhlproblem zu l√∂sen. Im Sommer wird sich hier eh einiges an der Wohnsituation √§ndern, vielleicht dann auch die Verteilung der Haushaltsger√§te. Und dann kann man ja immer noch sehen. Das darkinchen organisierte f√ľr Montagabend den Transport mit einem Bekannten.

Immerhin f√ľhlte ich mich Montag wieder soweit fit, dass ich meine K√ľche f√ľr das neue Ger√§t vorbereiten konnte. Die L√ľcke, in der es k√ľnftig wohnen sollte, musste leer ger√§umt und gereinigt werden usw. Im Laufe dieser T√§tigkeiten trank ich erstmal wieder halbwegs normale Mengen Kaffee (der schmeckte ja w√§hrend meines Siechtums gar nicht), was meine Senseo mir √ľbel nahm: Der Deckel schlie√üt nicht mehr ordnungsgem√§√ü, weswegen man keinen Kaffee mehr zubereiten kann. Ich war am Rande eines Nervenzusammenbruchs!

Irgendwie löste sich dann im Laufe des Nachmittags/Abends der Knoten:

Bereits am Montagmorgen kam mir - wie schon Monate zuvor, als der WLAN-Router zum ersten Mal Probleme machte - die Idee, dass es ein Hitzestau-Problem sein k√∂nnte. Eigentlich wollte ich das Teil aufschrauben und ohne Geh√§use stehen lassen, was aber daran scheiterte, dass ich das Platikgeh√§use nicht ohne irreparable Sch√§den ge√∂ffnet bekam. So stellte ich den Router einfach auf eine der Kanten, st√ľtze ihn von rechts und links und lie√ü ihn laufen. Das tut er auch jetzt noch.

Die Senseo funktioniert wieder, seit aus dem Deckel eine kleine Eisenstange gepurzelt, die in der Mitte gebrochen war. Nanu? Diese kleine Stange sorgt offensichtlich f√ľr Spannung am Schlie√ümechanismus. Der ist zwar nun ‚Äěirgendwie anders‚Äú, aber was soll‚Äôs, das Ger√§t bereitet Kaffee zu und darf bleiben, bis es vollends auseinander f√§llt.

Und am fr√ľhen Abend fuhr das darkinchen mit einem Freund den K√ľhlschrank holen. Der Freund half uns noch dabei, den T√ľranschlag zu wechseln. Gew√∂hnlich soll man einen K√ľhlschrank drei Stunden stehen lassen nach dem Transport, damit die K√ľhlfl√ľssigkeit sich beruhigt. Ich wollte auf ‚ÄěNummer sicher‚Äú gehen und lie√ü das Ger√§t √ľber Nacht stehen. Gestern Morgen nahm ich das Ger√§t in Betrieb, gestern Mittag r√§umte ich es ein. Seither freue ich mich endlich wieder √ľber ordnungsgem√§√ü gek√ľhlte Lebensmittel.

Ich bin fast froh, dass diese Woche vorbei ist und ich heute wieder ins B√ľro fahren durfte. Aber nur fast, die rechte Motivation zum Arbeiten will sich n√§mlich nicht einstellen. Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema ‚Ķ

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