Höflichkeit

Ich gehörte zur aussterbenden Art der Bitte-Danke-Sager, die sich auch entschuldigen, wenn es angemessen ist. Diese Unart werde ich mir abgewöhnen.

Mein Fahrrad steht immer auf dem Hof. Um damit durch die Gegend zu radeln, muss ich es zwei Stufen hochschleppen, durch den Flur schieben und an der Straße wieder zwei Stufen runter rollen lassen. Als ich dies gestern tat, schob ich es einem alten Herren direkt vor die Füße, der seine helle Hose nur durch einen beherzten Sprung an den Straßenrand vor dem dreckigen Vorderreifen retten konnte. Oops! Ich versuchte ein entwaffnendes Lächeln und sagte laut: „Entschuldigung!“ Manche älteren Leute sind ziemlich ungehalten Fahrrädern auf dem Gehweg gegenüber, so meine bisherige Erfahrung. Dieser alte Mann nicht. Er lächelte erfreut, kramte in seiner Tasche rum und kam mit irgendeinem Heft auf mich zu. Aufgrund meiner Kurzsichtigkeit erkannte ich erst als es zu spät war für eine Flucht, was er da in der Hand hielt: Wachturm! Hilfe!!

Den folgenden, zwar kurzen aber nervigen und vermutlich allgemein bekannten Dialog erspare ich mir wiederzugeben. Jedenfalls habe ich für die Zukunft beschlossen, die Leute lieber über den Haufen zu fahren.

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