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Rechtschreibung und Grammatik

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Aus dem Einleitungstext auf www.bundesregierung.de in der Rubrik Bildung und Ausbildung, der zu dieser Seite mit dem kompletten Text verweist.

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, haben am heutigen Montag neue Räume der zur Ganztagsschule ausgebauten "Cäcilien-Grundschule" in Berlin-Wilmersdorf eingeweiht. Die Cäcilien-Grundschule gehört zu den ersten neuen Ganztagsschulen, die von dem vier milliardenschweren Investitionsprogramm der Bundesregierung "Zukunft Bildung und Betreuung" profitieren konnte. "Bei dem bundesweiten Aus- und Aufbau von Ganztagschulen hat Berlin mit die Nase vorn", erklärte Bundesministerin Bulmahn anlässlich der Einweihung der neuen Räumlichkeiten.

Dieser Text vom Bildungsministerium (!) enthält nach drei Fehler:

Gleich in der ersten Zeile fehlt ein Komma nach Bulmahn.

Der zweite Fehler betrifft die Wortgruppe "vier milliardenschweren Investitionsprogramm". Grundsaetzlich werden Adjektive wie millionenschwer oder milliardenschwer klein geschrieben; als Kardinalzahl wird vier Milliarden jedoch gross geschrieben, weswegen es nach meinem Sprachempfinden "vier Milliarden schwere Investitionsprogramm" hei√üen muss. √úbrigens handelt es sich hierbei um eine umgangssprachliche Ausdrucksweise, deren Verwendung ich an dieser Stelle sehr fragw√ľrdig finde.

Der dritte Fehler k√∂nnte auch eine Formulierungsschw√§che sein und ist am Ende des zweiten Satzes zu finden: (...) Ganztagsschulen, die (...) profitieren konnte. Worauf bezieht sich der Relativsatz? Inhaltlich w√ľrde ich ihn eindeutig den Ganztagsschulen zuordnen, dann muss das Hilfsverb "konnten" (Plural) lauten. Bezieht er sich jedoch auf die Caecilien-Grundschule, sollte er - um eindeutig zugeordnet werden zu k√∂nnen - auch an dieser Stelle eingef√ľgt werden; allerdings ist der Sinn des Satzes im Zusammenhang mit dem ganzen Text dann in Frage gestellt.

Mit der Rechtschreibung und Grammatik ist es hierzulande wirklich nicht weit her. Beim Lesen mancher Webseiten, einiger Weblog-Kommentare oder diverser Foren-Beiträge rollt es mir gelegentlich die Fussnägel noch. Bis zum Knie. Insbesondere wenn es sich dann auch noch um Studierte handelt. Wie kann man Abitur machen, wenn man nicht einmal seine Muttersprache beherrscht? Dabei meine ich nicht einmal Spitzfindigkeiten, wie ich sie im obigen Text gefunden habe, sondern ganz banale Groß-/Kleinschreibungsschwächen und andere, mittlerweile schon alltägliche Schreibschwächen. Über das hier besprochene Beispiel bin ich eher zufällig gestoßen und fand es sehr signifikant, um auf den Umstand aufmerksam zu machen, den phileas in seinem Kommentar zur Apostrophitis angesprochen hat.

Auch hier habe ich Google bemueht:

währe (49.500 Google-Treffer)
nähmlich (29.700 Google-Treffer)
dähmlich (578 Google-Treffer)
ich weis
villeicht (18.100 Google-Treffer)
ihr seit (46.300 Google-Treffer) - "seit" ist eine Zeitangabe!

An der TU Freiberg kann man die Grundkurse I, II und III Höhere Matematik belegen.

Deutschland verblödet, ich sag's ja immer wieder. Woran liegt's?
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dark*
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dark*
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