Fusselfrei

Irgendwann in 2003 – oder war es doch schon 2004? Keine Ahnung, vor langer Zeit in Berlin jedenfalls startete ich ein Mega-Scan-Event zusammen mit dem darkinchen, um nach etwa 50 eingescannten Photos feststellen zu müssen, dass die Glasplatte meines Scanners dermaßen verfusselt und leicht getrübt ist, dass diese Bilder nicht für die Öffentlichkeit geeignet sind. Da ich relativ selten etwas einscanne, störte mich das Problem nicht weiter; da dieses Problem bestand, scannte ich relativ selten etwas ein. Bis gestern.

Gestern gab es kein dringlicheres Anliegen als meinen Scanner von Fusseln und Staub zu befreien. Nicht, dass ich unbedingt etwas hätte auf dem Bildschirm haben wollen, nein. Urplötzlich nervte es mich ungemein, hier ein Gerät mit eingeschränkter Funktionalität rumstehen zu haben. Und so machte ich mich ans Werk.

Das widerspenstige Biest wollte sich nicht öffnen lassen. Blöderweise ist am Gerät kein unserfreundlicher Button mit der Aufschrift: „Bitte hier drücken zum Reinigen der Scheibe von innen.“, und so ganz freiwillig aufgehen wollte das Mistding auch nicht. Nachdem ich mit Hilfe meines Schraubendrehers dem Gehäuse bereits irreparable Schäden zugefügt habe – ich gehöre schließlich zur Spezies des Homo Kannichalleine – beschloss ich im Weltnetz nach Rat zu suchen.

Selbstverständlich ist der Hersteller des Scanners mit einer eigenen Netzseite dort vertreten. Für mich leider wenig hilfreich, musste ich doch auf der Seite Reinigen und Pflegen des Scanners (Link existiert nicht mehr) Folgendes nachlesen:

ACHTUNG: Es wird kein Hinweis gegeben, wie die Unterseite des Scannerglases zu reiningen ist, um mögliche elektrische Stromschläge zu vermeiden. Wir empfehlen dafür eine autorisierte HP Kundendienstvertretung aufzusuchen.

Aha. Man empfiehlt übrigens auch zur Reinigung der Oberseite den Netzstecker zu ziehen. Man ist da vorsichtig bei HP, will schließlich keine Kunden verlieren. Deswegen verrät man halt nicht, dass die zwei Schrauben, die gelöst werden müssen um das Gerät zu öffnen, unter den beiden Möppeln (?) versteckt sind, die selbst ein Homo Kannichalleine entdeckt, nachdem er das Gehäuse fast ruiniert hat. Stattdessen soll man einen Kundendienst aufsuchen, der vermutlich weit mehr kostet als das Gerät überhaupt noch wert ist? Pah!