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Chaos-Samstag

 ·  ☕ 4 Minuten zum Lesen  ·  ✍️ dark*

Defekte Hardware, erfolglose Versuche einzukaufen, unpassende Hardware und zerstörerisches Handwerken - der Tag kann weg.

Es fing heute Morgen gegen 05:30 Uhr damit an, dass der Herr Lebensabschnittsgefährte nicht mehr schlafen konnte, auf sein Smartphone guckte und feststellte, dass wir 53 E-Mails von unserem NAS bekommen hatten, beginnend um 01:20 Uhr in der Nacht. Ein Cron-Job funktionierte nicht. Der Mann stand auf und setzte sich an seinen Laptop.

Ich war nun ebenfalls wach und fragte, was denn los sei, während ich mir einen Kaffee machte. “Wenn wir Pech haben, ist eine der Festplatten vom NAS kaputt.” Ich hielt das zunächst noch für eine trotzige Ich-habe-darauf-keinen-Bock-Reaktion. Wer kümmert sich schon samstagsmorgens um halb Sechs gerne um sein lokales Datenspeichergerät?

Es stellte sich heraus: Die Festplatte ist kaputt. Die Festplatte ist 3,5 Jahre alt, die Garantie ist seit einem halben Jahr abgelaufen. Und dann die wirklich unangenehme Erkenntnis am frühen Morgen, zwischen dem ersten und dem zweiten Kaffee: Wir haben in letzter Zeit das Backup auf die externe (= außerhalb der Wohnung) Festplatte vergessen. Das letzte stammt von Ende April.

Beim Einrichten des NAS waren wir der Meinung, kein RAID zu benötigen. Unser System war daher anfällig für Fehler. Die Entscheidung fiel relativ schnell: Wir brauchen ein RAID. Das heißt, wir brauchen Festplatten. Der Herr Lebensabschnittsgefährte bestellte zwei 10-TB-HDDs.

Mittlerweile war es neun Uhr. Für den Samstagmorgen war geplant, ins Einkaufszentrum zu fahren, einen Fahrradhelm für mich und eine Jeans für den Mann zu besorgen. Außerdem brauche ich eine neue Computer-Maus, danach könnten wir im Elektronikgeschäft gucken. Wir machten uns auf den Weg.

Im Sportgeschäft bekamen wir eine Abfuhr, die hatten keine Fahrradhelme im Angebot. Die Verkäuferin verwies uns auf den großen Supermarkt gegenüber, vielleicht haben die so etwas. Haben sie nicht. Also liefen wir weiter zum Klamottenladen, wo der Mann Jeans anprobierten. Nach drei Stück gaben wir auf. Die saßen nicht gut, passten nicht richtig, gefielen nicht. Im Elektronikgeschäft gab es keine Computer-Mäuse. Es gab schon welche, aber nur mit Kabel in der Gaming-Abteilung. Ich will aber eine Bluetooth-Maus zu einem angemessenen Preis und keine Gaming-Maus für eine dreistellige Summe. Aber offensichtlich benutzen die Menschen so etwas heute nicht mehr.

Ohne Fahrradhelm, Jeans und Maus dafür aber mit Frust und hungrig fuhren wir nach Hause zurück.

Es gab Pommes zu Mittag mit Frühlingsrolle für ihn und Fischstäbchen für sie, Salat für beide und Eis zum Nachtisch. Das war vermutlich die einzige pannenfreie Aktion heute.

Zwischendurch gingen wir kurz zum Lidl einkaufen und zwei Pakete aus der dortigen Packstation holen. Der Herr Lebensabschnittsgefährte hatte vor ein paar Tagen zwei neue Lüfter für das NAS bestellt, da es da drin doch recht warm wurde.

Das NAS stand noch vom Festplattenbau am Morgen offen auf dem Wohnzimmerfußboden, der Mann schraubte den Lüfter daran. “Fuck!”, tönte es aus seiner Richtung. Och nee, was denn nun noch? Der neue Lüfter ist etwas dicker als der Vorgänger und jetzt passt der Gehäusedeckel nicht mehr. Meine Güte, heute klappte aber auch gar nichts.

Im Deckel vom NAS-Gehäuse sind zwei möglich Positionen für Lüfter. Den Vorgänger hatten wir neulich erst von der einen auf die andere umgebaut, weil die Festplatten immer etwas warm wurden. Mit dem Umbau war das Problem behoben. Aber genau da passt der neue Lüfter nicht. Momentan ist eh nur eine Festplatte im Gerät. Wie wir damit umgehen, überlegen wir, wenn die zwei Festplatten da sind.

Nächster Punkt: Die Spüle im Camper will repariert werden. Bei der letzten Tour war sie inkontinent. Und weil sie nicht mehr so schön war, haben wir eine neue Emaille-Schüssel als Spülbecken gekauft, einen neuen Abfluss usw. und haben heute damit angefangen, das vorzubereiten für den Einbau.

Um das Loch für den Abfluss zu machen, haben wir eigens einen neuen Bohrer gekauft. Beim letzten Mal ist das nämlich nicht so schön geworden. Nach gründlichen Vorbereitungen bohrte der Mann und ich hielt die Schüssel fest. Es dauert eine Weile, bis man vorsichtig durch Emaille und dann das Metall durch ist. Der Bohrer bzw. Lochschneider wurde gedrosselt, damit er nicht zu heiß wird, ein wenig Öl kam ebenfalls zum Einsatz, alles lief soweit ganz gut. Bis ich es hörte und spürte:

Knacks, Knacks. Oh, oh.

Es sind zwei größere Stücke Emaille abgesprungen. Natürlich innen im Spülbecken, nicht etwa an der Unterseite, wo man nie hinguckt. Seufz. Wir hatten vorsorglich für Ausbesserungen Emaille-Lack gekauft. Ich hoffe, dass der für diese großen Stellen ausreicht. Da wir bald schon wieder kurz unterwegs sein werden, bauen wir die Schüssel jetzt so ein.

Als wir neulich bei einer Veranstaltung waren, lief da ein Typ mit einem T-Shirt rum, auf dem Stand: “Soll ich dir helfen oder kriegst du das alleine kaputt?” Danke, wir kriegen das alleine hin.


dark*
geschrieben von
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