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Katzen auf der Flucht

 ·  ÔśĽ 4 Minuten zum Lesen  ·  ÔťŹ´ŞĆ dark*

Neulich miaute etwas laut, herzzerrei├čend und ziemlich penetrant im Treppenhaus. Mein Mitbewohner wollte den Ger├Ąuschen auf den Grund gehen und ├Âffnete unsere Wohnungst├╝r. Etwas Schwarzes huschte blitzschnell ins Wohnzimmer, was nicht unbemerkt von unserem Kater blieb, der sofort gro├če Augen machte, zu doppelter Gr├Â├če heranwuchs und zur verk├Ârperten Revierverteidigung wurde. Um ein Blutbad zu vermeiden, schnappte ich mir Katerchen und sperrte ihn - unbeeindruckt von seinem Protestknurren und -fauchen - in die K├╝che. Die schwarze Katze hatte zwischenzeitlich ihren Irrtum bemerkt und lief verzweifelt, miauend, verschreckt und v├Âllig orientierungslos in unserem Flur hin und her. Eine Frau, die vermutlich zu den neuen Nachbarn in der Wohnung ├╝ber uns geh├Ârt, kam die Treppe herunter, griff sich das K├Ątzchen und verschwand wieder ohne ein weiteres Wort. Macht doch nichts, Frau Nachbarin, Sie brauchen sich nicht entschuldigen, das kann ja mal passieren, dass die Katze entwischtÔÇŽ Vor der w├Ąre ich auch weggelaufen.

Gestern Abend, Schatzi und ich wollten uns gerade zum Abendessen setzen, klingelte es. Vor der T├╝r standen unsere t├╝rkischen Etagennachbarn komplett versammelt und ziemlich aufgel├Âst. Ob uns eine Katze weggelaufen w├Ąre, da s├Ą├če eine auf ihrem Wohnzimmerschrank. Sie hatten die Wohnungst├╝r ge├Âffnet und ein schwarzes Etwas, schnell wie der Blitz, war ins Wohnzimmer geflitzt, die Wand unter Einsatz der Krallen hochgerannt und sa├č nun laut miauend auf dem Schrank. Ob ich vielleicht helfen k├Ânne, bat die Tochter des Hauses mich, nachdem ich erkl├Ąrt hatte, dass unser Kater zuhause war und wir au├čerdem keine schwarze Katze haben, ich kenne mich doch mit Katzen aus und sie selbst habe Angst. Die Mutter kam bereits mit einer Leiter aus den Tiefen der Wohnung und steuerte das Wohnzimmer an, welches ich hilfsbereit betrat. Was tust du hier eigentlich, fragte ich mich als ich die Leiter hochkletterte. Katzen sind daf├╝r bekannt, sich bei ihren Rettern mit Gegenwehr und Gewalt zu bedanken. Oben angekommen blickte ich in zwei wundersch├Âne, gr├╝ne Augen, die mich feindselig anstarrten. Ich streckte vorsichtig die linke Hand aus um zu sehen, wie das Tier darauf reagierte. Als es kurz vor der Ber├╝hrung erneut laut miaute, w├Ąre ich beinahe vor Schreck von der Leiter gefallen. Trotz aller Bef├╝rchtungen lie├č es sich jedoch streicheln und auch von mir auf den Arm nehmen und aus der Wohnung bef├Ârdern.

Wie sich anschlie├čend herausstellte, handelt es sich um einen halbstarken Kater, nicht einmal ein Jahr alt, der st├Ąndig zu fl├╝chten versucht und jedesmal, wenn es ihm gelungen ist, sich aus Angst vor seiner eigenen Courage beinahe in die nicht vorhandenen Hosen macht. Au├čerdem war er nicht identisch mit dem Tier, das bereits bei uns in der Wohnung war. Offensichtlich wohnen in beiden Wohnungen der 2. Etage schwarze Katzen mit stark ausgepr├Ągtem Freiheitsdrang. Dieser kleine Ausrei├čer wurde bereits seit etwa 20 Minuten vermisst und mit allen erdenklichen Leckereien aus seinem vermeintlichen Versteck zu locken versucht. W├Ąhrend dieser Erkl├Ąrungen und Entschuldigungen seiner Besitzerin schien er sich auf meinem Arm recht wohl zu f├╝hlen, machte auch keinerlei Anstalten zu ihr zu wollen. Fasziniert starrte er in die w├╝tenden Augen unseres Katers, der zwischenzeitlich zusammen mit meiner neugierigen Tochter an unserer Wohnungst├╝r erschienen war.

Die Situation drohte brenzlig zu werden. Zwar begr├╝├čt unser Kater jeden Hund mit Begeisterung, sieht in ihnen Spielgef├Ąhrten und mehr, aber Katzen verabscheut er zutiefst. Der s├╝├če Schwarze von oben w├Ąre nicht der erste, dem er erhebliche und auch irreparable Sch├Ąden zuf├╝gen w├╝rde - gem├Ą├č dem Motto mit den anderen G├Âttern und so. Also verabschiedete ich mich und begab mich nun endlich mit meiner Tochter zum Abendessen. Allerdings lie├č Katerchen die Sache nicht so ohne Weiteres auf sich beruhen. In den folgenden 30 Minuten schn├╝ffelte er wie von Sinnen an meinen H├Ąnden und meinem Pullover rum. Seine sonst blassrosa Nase leuchtete dabei in knalligem Rot. Er gab erst Ruhe, als ich meinen Pullover auszog und in der W├Ąschetonne verschwinden lie├č.

Nun sitzt er schon den ganzen Vormittag vor der Wohnungst├╝r und h├Ąlt Wache.

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dark*
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dark*
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