Lesen kann tödlich sein

Eigentlich hatte ich etwas ganz anderes auf der Google-News-Seite gesucht, aber diese Überschrift in der taz zog mich magisch an. 12,8 Tonnen Bücher wurde aus einer Berliner Wohnung geschleppt, wie man dem Artikel entnehmen kann. Soweit noch eine normale Meldung aus der verrückten Welt da draußen. Allerdings kommen mir beim Lesen des ganzen Artikels dann doch Zweifel, ob heute nicht vielleicht der 1. April ist. Von „unheilbar geltenden Schädigung des nervus exlibris im Cerebrum“ ist da die Rede, von „Bücherstaublungen“ und „Schädelfrakturen“, die das Lesen bzw. die Bücher so gefährlich machen, von „Befangenheit in der Lektüre“ und „sozialer Isolation“. „Der Anblick von Privatbibliotheken ruft bei Unbelesenen immer wieder Angstzustände, Depressionen und Übelkeitsanfälle hervor.“ Im Artikel geht es um einen Einsatz in der Dudenstraße, der Herr Schiller ist Hauswirt und die Bewohner des Hauses wurden vorübergehend in der Thomas-Mann-Schule an der Langenscheidtbrücke untergebracht. Eine Kommunalpolitikerin befasst sich „mit dem wachsenden Problem der wilden Büchereien in Obergeschossen“ und fordert eine Genehmigungspflicht für Bücherregale in Obergeschossen.

Ich kann nicht mehr … Das ist doch nur ein Scherz, oder? Bitte, sag mir jemand, dass das ein Scherz ist, bitte!