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Fiat lux

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Wenn man unsere Wohnung betritt, steht man in einem Flur von etwa 5 m LĂ€nge, der am Ende nach rechts abbiegt. Dort blickt man dann auf etwas mehr als 10 m Flur, L-förmig also. Am Ende dieses langen Flures befindet sich mein Zimmer, hĂŒbsch abgelegen vom Rest der Welt. Das einzige, was mich bis gestern daran gestört hat, war die ewige Finsternis.

Bevor wir einzogen wurde die Wohnung komplett renoviert und saniert. Im Zuge dessen hat man die Decke im Flur heruntergezogen und Löcher fĂŒr versenkbare Halogen-Lampen in die Gipsplatten gesĂ€gt, insgesamt fĂŒnf StĂŒck. Das hatte mir schon bei der Besichtigung sehr gut gefallen, da ich solche versenkten Lampen mag und Halogen-Licht jeder anderen kĂŒnstlichen Beleuchtung vorziehe.

So hatten wir auch kurz nach unserem Einzug bereits Lampen fĂŒr den Flur gekauft, auch ein erster Einbauversuch fand relativ schnell statt, ohne Erfolg. Nicht nur, dass die Löcher nicht mit der GrĂ¶ĂŸe unserer Beleuchtung ĂŒbereinstimmten, nein, dieser Blödmannsgehilfe von einem Trockbauer hat eine wahre Meisterleistung vollbracht. Auf dem langen FlurstĂŒck hat er zur AufhĂ€ngung der Gipsdecke eine Dachlatte mit deutscher GrĂŒndlichkeit genau in der Mitte des Flures angebracht, ĂŒber die gesamte LĂ€nge. Und genau in der Mitte des Flures befinden sich - wie es sich gehört - auch die Löcher fĂŒr die Lampen. Dadurch ergibt sich fĂŒr die Lampen eine Einbauhöhe vom 12,5 mm, dem handelsĂŒblichen Maß von Gipsplatten.

Was blieb uns anderes ĂŒbrig, als dieses Handwerksgenie zum Denkbefreiten des Jahres zu ernennen und die Lampen erst einmal wieder sorgfĂ€ltig in der Verpackung zu verstauen. Da wir seinerzeit noch viel anderes zu tun und wenig Lust hatten, noch einmal zum GeschĂ€ft zu fahren um die Lampen umzutauschen, gerieten sie in Vergessenheit liegen heute noch unbenutzt in unserer Speisekammer.

Eine Alternative musste her, und so kamen wir auf die Idee, auf Deckenbeleuchtung komplett zu verzichten und stattdessen einen dieser LichtschlĂ€uche zu kaufen und auf der Fußleiste zu befestigen. So geschehen vor etwa drei Wochen. Gestern konnte ich mich endlich aufraffen, diesen auch anzuschließen, indem ich ein Kabel von der Decke zur Fußleiste verlegte und die nötigen AnschlĂŒsse vornahm.

Nach nur vier Monaten ist endlich die Zeit vorbei, in der ich nachts die 33 Schritte von meinem Bett zur Toilette und wieder zurĂŒck in völliger Dunkelheit und orientierungslos tappsen muss, stets darauf bedacht, nicht ĂŒber den Kater zu stolpern, der seine Daseinsberechtigung sofort unter Einsatz der ihm zur VerfĂŒgung stehenden Waffen verteidigt. Und irgendwie bin ich dem Blödmannsgehilfen fast noch dankbar fĂŒr sein Werk, wirkt die neue Beleuchtung doch viel gemĂŒtlicher als ödes Deckenlicht.



Vielleicht schaffen wir es ja in diesem Jahr noch, die provisorischen Lampenfassungen in Toilette, Bad und Kinderzimmer durch anstÀndige Lampen auszutauschen. Die Hoffnung schwindet, aber ganz aufgegeben habe ich sie noch nicht.

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dark*
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