Kontoeröffnung

Heute war ich endlich bei der Post, allerdings verlief es völlig anders als erwartet.

Ich musste ein Schriftstück abholen, zwei Briefe wegschicken, ein neues Konto eröffnen und eine CD an einen Bekannten schicken. Für letzteres brauchte ich einen gepolsterten Umschlag, den ich ebenfalls bei der Post kaufte. Ich stellte mich an einen dieser Tische und begann die CD in den Umschlag zu packen als ein Typ von der Postbank ankam und mich fragte, ob ich mich schon über das neue Rentenblablabla informiert hätte. „Nö, ich will aber gleich eh noch ein Konto eröffnen.“, meinte ich und dachte der geht wieder. Von wegen, der blieb rechts neben mir stehen und links neben mir meine ununterbrochen quasselnde Tochter, was insofern zum Problem wurde, da ich meinem Bekannten noch etwas mitschicken wollte, was den Augen von Kind und Postmensch besser verborgen blieb. Ich kritzelte die Adresse auf das Kuvert und ging an den Schalter.

Während die Tussi mein Schriftstück irgendwo hinten rauskramen musste, drückte Schatzi die beiden Briefe und die Briefmarken in die Hand „Hier, papp die da drauf“, fummelte das Dope aus meiner Hosentasche und stopfte es mit in den Umschlag. Zu diesem Zeitpunkt war meine Laune bereits ziemlich weit unten. Ich bat die Tussi, den Umschlag nochmal mit Klebeband zu versehen. „Da sind Kleinteile drin, die eventuell rausfallen könnten.“ (Was hätte ich sonst sagen sollen?) Mit einem: „Da fällt nix raus!“, pappte sie die Marken drauf und weg war das Kuvert. Na Klasse! Man kann diese Briefumschläge nämlich ohne Probleme beliebig oft öffnen und schließen.

Mit einem bemüht freundlichen Lächeln ging ich zu dem aufdringlichen Postbank-Fuzzi zurück um das Konto zu eröffnen. Seine Frage ob ich die Konto-Nummer sofort brauche beantwortete ich mit: „Ja“. Aber alle PCs waren besetzt und wir mussten warten, in peinlichem Schweigen, welches er nach einigen Minuten unterbrach: „Nein, das machen wir anders. Wir füllen jetzt das Formular aus“, kramte besagtes Formular aus einer Schublade „und dann bekommen Sie im Laufe der nächsten Woche die Konto-Nummer zugeschickt.“ Langsam wurde ich gereizt, gab ihm ergeben meinen Ausweis und er füllte aus. Beim Punkt „Online-Banking“ murmelte er „Das wollen Sie ja nicht.“ und schon war das Kreuz bei „nein“. Zaghaft wagte ich den Einwand, dass ich das eigentlich doch wollte. „Das können Sie ja dann noch machen, wenn sie die Konto-Nummer haben.“, raunzt der mich an. Das war zu viel! Erst habe ich mein unaufhörlich plapperndes Kind zum Schweigen gebracht, mittlerweile war ich ungehalten, dann ihn angefaucht, ob wir das denn nicht bitteschön sofort machen könnten. Himmelarschundzwirn! Ich dachte, der sei zu faul, ein Formular dafür auszufüllen (wie man es bei anderen Banken tun muss), aber nein, das ist gar nicht nötig. Er streicht das Kreuz bei „nein“ durch und macht eines bei „ja“. Das ist alles?! Naja, jedenfalls unterschrieb ich dann und er tackerte den Wisch für den modernen Postraub (Gruß an sense ;-) dran. Dann fing er wieder von seinem Rentenscheiß an. „Das kann ich ja dann noch machen, wenn ich die Konto-Nummer habe.“, sagte ich zu ihm und er laberte und laberte unbeirrt weiter bis ich irgendwann sagte: „Es interessiert mich einen Scheiß, was in 30 Jahren ist!“

Dann bin ich gegangen. :-)

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