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Haariger GAU

 ·  ☕ 2 Minuten zum Lesen  ·  ✍ dark*

Seit mein Haar mich verlassen hat, wartete ich auf den Tag, an dem ich ganz gedankenlos ohne Kopfbedeckung aus dem Haus gehe. Am Samstag war es soweit.

Ich ging mit dem darkinchen noch einmal kurz in die Stadt, bevor sie nach Hause zurĂŒck fuhr. Auf halbem Weg dorthin, bemerkte sie es dann endlich: „Mama, du hast gar kein Tuch auf dem Kopf!“ Ach du Scheiße! Wir machten sofort kehrt. Ich war völlig aufgelöst und beobachtete die Leute. Jeder, wirklich jeder guckte einmal kurz auf meinen Kopf. VerstĂ€ndlich, das wĂŒrde ich vermutlich auch machen. Als wir wieder in der Wohnung waren, war ich schweißgebadet und fix und fertig. Aber ich ließ mich nicht weiter beirren, zog mir etwas an und wir gingen erneut los.

Hoffentlich passiert mir das nie wieder!

Übrigens fallen die Haare auch schon wieder aus. Gestern nach dem Duschen war wieder die ganze Dusche voll. Da sie aber blond mit ein wenig Grau nachwachsen und ich die eventuell nicht fĂ€rben darf, bis die Antikörpertherapie zuende ist, also mindestens ein Jahr lang, ist mir das auch egal. Unschwarz will ich sie gar nicht.

Ein weiteres Problem nicht nur aber auch auf meinem Kopf: die stĂ€ndigen SchweißausbrĂŒche. Urplötzlich ĂŒberkommt es mich und ich bin nass von oben bis unten, besonders stark auf der Kopfhaut, was natĂŒrlich mangels Haaren sofort auffĂ€llt. Das Problem lag vorher schon aufgrund eine SchilddrĂŒsenĂŒberfunktion vor und ist durch die Chemo noch viel stĂ€rker geworden. Das gehört wohl auch zu den Dingen, die auf der After-Tristan-To-do-Liste stehen.

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dark*
don't expect a bright light