Man schlägt sich durch

Es ist zum Verzweifeln: Da hat mich meine Bankkarte wochenlang nicht interessiert und kaum weiß ich, dass ich sie nicht mehr benutzen kann, verspüre ich den unwiderstehlichen Drang einen Geldautomaten aufzusuchen.

Allerdings wüsste ich eh nicht, was ich mit dem Geld anstellen sollte. Oh, es ist nicht so, dass ich zuviel davon hätte, nein, gewiss nicht (es gibt Dinge, von denen kann man nicht genug und schon gar nicht zuviel haben und da gehört Geld imho zweifelsohne dazu), aber in der vergangenen Woche war ich zwei Mal so wahnsinnig, mich ins nächstgelegene Einkaufszentrum zu begeben. Beim ersten Mal, vergangenen Dienstag, wäre ich am liebsten zum Mörder geworden. Zunächst hatte die U-Bahn „aufgrund eines technischen Defekts“ zehn Minuten Verspätung (was eigentlich klar war, denn schließlich hatte ich einen Termin und war eh schon spät dran) und dementsprechend voll war der Wagen dann auch. Ich hasse sowas, in erster Linie weil ich Menschen bekanntlich nicht mag und die bei den Temperaturen, die hier zurzeit herrschen, auch noch stinken. Die Temperaturen selbst sind ein weiteres Problem: über 25°C bin ich ungenießbar – wie böse Zungen behaupten. Aber nun gut, ich habe die Fahrt, den Ekel und auch den Termin überstanden und ging mit Schatzi ins besagte Einkaufszentrum, wo wir unter anderem auch bei real,- einkaufen waren. Dort geschah das Unglaubliche: Ich habe meine Tochter, mein eigen Fleisch und Blut, brutal zusammengeschlagen. Jedenfalls wird so vermutlich die Frau im Menopausen-Alter ihrer Bridge-Runde erzählen, so wie die sich echauffiert hat. Tatsächlich habe ich meinem Schatzi auf der Rolltreppe das Toastbrot auf den Kopf gehauen, weil sie ihre Finger nicht von den Süßigkeiten lassen konnte, die neben selbiger verkaufsgünstig positioniert sind. Dass wir beide dabei lachten, hielt die Frau nicht davon ab, empört den Kopf zu schütteln und unverständliches Zeug vor sich hin zu murmeln. „Seht her, ich habe mein Kind geschlagen!“, rief ich laut. „Mama!“, tönte es streng von links unten. „Mit einem Toastbrot! Man sollte das Jugendamt einschalten, oder besser gleich die Polizei rufen!“ Ich hätte ihr dafür sogar mein Handy zur Verfügung gestellt…

Vorgestern mussten wir dann auch noch in den Telekom-Laden, weil die Freude über das Ostergeschenk leicht getrübt wurde, als es auf den Boden knallte und nicht mehr funktionieren wollte. Aber das war ja nicht Schatzis Schuld, wie sie sagte, sie hatte das Handy auf mein Bett gelegt und dann ist der Kater aufs Bett gesprungen und das Gerät fiel zu Boden. T-Punkte zeichnen sich aus durch lange Wartezeiten, Menschenmengen und schlechter Luft. Aber immerhin wird der Defekt als Garantiefall behandelt und ist nächste Woche behoben.

Und während ich hier sitze und dies schreibe, nebenbei ein wenig hier und da lese, findet sich – wie auf Bestellung – noch ein passender Link

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