Der 200-Euro-Schein

Einen solchen hatte ich bis heute Nachmittag noch besessen. Die sind übrigens gelb.

Vergangenen Samstag wollte ich damit bei PLUS kurz vor Ladenschluss bezahlen. Die zu zahlende Summe betrug etwas über 15 Euro, mein Kleingeldbestand jedoch nur 14,90 Euro, also zückte ich den 200-Euro-Schein, was mir zugegebenermaßen etwas peinlich war. (Soweit ist es schon gekommen, dass einem der Besitz solcher Scheine peinlich ist…) Statt der knapp 185 Euro Wechselgeld bekam ich von der Kassiererin nur einen vorwurfsvollen Blick. Den Geldschein ließ sie ein paar Mal von der linken in die rechte Hand wandern und zurück. So ein Schmuckstück hat man schließlich nicht alle Tage in den Händen.

Widerwillig wandte sie sich mir wieder zu um mich darauf hinzuweisen, dass zur Zeit recht viele gefälschte Zweihunderter im Umlauf seien. Genau, und deswegen ist gleich jeder Besitzer eines solchen Scheines per se verdächtig. Frechheit! Außerdem bemerkte sie, dass neben die 200 eine dritte Null gemalt war. Als ob mir das nicht aufgefallen wäre. Wer denn das gewesen sei, wollte sie wissen. Meine Güte, wer soll das schon gewesen sein? Vermutlich irgendein besonders raffinierter Geldfälscher! Ich war es jedenfalls nicht, ich habe die Note so bekommen. Wo ich die denn her hätte, fragte sie nun. Das geht die Frau ja nun wirklich nichts an!

Mittlerweile hatte sich eine ziemlich lange und schlechtgelaunte Schlange an der Kasse gebildet. Diese blöden Neidhammel waren fast alle auf mich sauer. Dabei wollte ich doch nur bezahlen, aber dieses unwillige Frauenzimmer an der Kasse nahm mein Geld nicht an. Immerhin rief sie nach einer Kollegin um sich mit dieser zu beraten. Die Kollegin hielt den Schein gegen das Licht und erklärte mir, dass sie den ohnehin nicht wechseln könnten. Ja klar! Am Samstag um 19:00 Uhr ist bei PLUS nicht genug Geld in der Kasse um 200,00 Euro wechseln zu können. Die Dame beleidigte meine Intelligenz. Und überhaupt würde in der ganzen Stadt kein Geschäft einen solchen Schein annehmen. Wofür werden die denn dann gedruckt, wenn sie keiner benutzen kann?

Langsam wurde mir die Verarscherei zu blöd und ich entsprechend ungehalten. Ob man denn nicht so ein Gerät hätte, wo man einen Schein drunter hält um die Echtheit zu prüfen. Nein, habe man nicht. Und sie wäre auch nicht gewillt, 200,00 Euro von ihrem „ohnehin schon mickrigen Gehalt“ zu zahlen, wenn der Schein falsch wäre. Ich hatte die Schnauze voll, aber leider keine Lust noch zu Lidl zu fahren, sonst hätte ich einfach den Einkaufswagen stehen gelassen. So fischte ich eine der beiden Packungen Schinken aus dem Wagen und schnauzte, dass sie den dann stornieren soll, knapp 15 Euro hatte ich schließlich noch im Kleinformat. Ich müsse sie doch auch verstehen, meinte sie noch. Tu ich aber nicht, die kann mich mal!

Dieser PLUS wird von mir ab sofort boykottiert. Vielleicht gehe ich Anfang nächsten Monats noch einmal dort einkaufen, suche mir haltbare Waren im Wert von ca. 200 Euro zusammen und zahle dann alles mit 5-Euro-Scheinen. Kleingeld mögen sie ja schließlich.

Heute war ich bei der Post um das Geld aufs Sparbuch einzuzahlen. Der Schein wurde geprüft und selbstverständlich für echt befunden.

3 Kommentare:

  1. Mein Mitgefühl sei dir sicher! Super Personal, das nicht ohne UV-Lampe prüfen kann, ob ein Schein echt ist, oder nicht.

    Hab ich dir schon von meinem Berlin-Erlebnis dazu erzählt?

    • Bisher hatte ich mit einer gehörigen Portion Fatalismus hingenommen, dass der nächstgelegene Lebensmitteldiscounter gleichzeitig jener mit dem unfreundlichsten Personal zu sein scheint. Das ist nun vorbei.

      Nein, vom Berlin-Erlebnis hast du nicht erzählt.

  2. Pingback:Erweiterung | dark*s empire

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