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Der 200-Euro-Schein

 ·  ☕ 3 Minuten zum Lesen  ·  ✍ dark*

Einen solchen hatte ich bis heute Nachmittag noch besessen. Die sind ĂŒbrigens gelb.

Vergangenen Samstag wollte ich damit bei PLUS kurz vor Ladenschluss bezahlen. Die zu zahlende Summe betrug etwas ĂŒber 15 Euro, mein Kleingeldbestand jedoch nur 14,90 Euro, also zĂŒckte ich den 200-Euro-Schein, was mir zugegebenermaßen etwas peinlich war. (Soweit ist es schon gekommen, dass einem der Besitz solcher Scheine peinlich ist
) Statt der knapp 185 Euro Wechselgeld bekam ich von der Kassiererin nur einen vorwurfsvollen Blick. Den Geldschein ließ sie ein paar Mal von der linken in die rechte Hand wandern und zurĂŒck. So ein SchmuckstĂŒck hat man schließlich nicht alle Tage in den HĂ€nden.

Widerwillig wandte sie sich mir wieder zu um mich darauf hinzuweisen, dass zur Zeit recht viele gefĂ€lschte Zweihunderter im Umlauf seien. Genau, und deswegen ist gleich jeder Besitzer eines solchen Scheines per se verdĂ€chtig. Frechheit! Außerdem bemerkte sie, dass neben die 200 eine dritte Null gemalt war. Als ob mir das nicht aufgefallen wĂ€re. Wer denn das gewesen sei, wollte sie wissen. Meine GĂŒte, wer soll das schon gewesen sein? Vermutlich irgendein besonders raffinierter GeldfĂ€lscher! Ich war es jedenfalls nicht, ich habe die Note so bekommen. Wo ich die denn her hĂ€tte, fragte sie nun. Das geht die Frau ja nun wirklich nichts an!

Mittlerweile hatte sich eine ziemlich lange und schlechtgelaunte Schlange an der Kasse gebildet. Diese blöden Neidhammel waren fast alle auf mich sauer. Dabei wollte ich doch nur bezahlen, aber dieses unwillige Frauenzimmer an der Kasse nahm mein Geld nicht an. Immerhin rief sie nach einer Kollegin um sich mit dieser zu beraten. Die Kollegin hielt den Schein gegen das Licht und erklĂ€rte mir, dass sie den ohnehin nicht wechseln könnten. Ja klar! Am Samstag um 19:00 Uhr ist bei PLUS nicht genug Geld in der Kasse um 200,00 Euro wechseln zu können. Die Dame beleidigte meine Intelligenz. Und ĂŒberhaupt wĂŒrde in der ganzen Stadt kein GeschĂ€ft einen solchen Schein annehmen. WofĂŒr werden die denn dann gedruckt, wenn sie keiner benutzen kann?

Langsam wurde mir die Verarscherei zu blöd und ich entsprechend ungehalten. Ob man denn nicht so ein GerĂ€t hĂ€tte, wo man einen Schein drunter hĂ€lt um die Echtheit zu prĂŒfen. Nein, habe man nicht. Und sie wĂ€re auch nicht gewillt, 200,00 Euro von ihrem „ohnehin schon mickrigen Gehalt“ zu zahlen, wenn der Schein falsch wĂ€re. Ich hatte die Schnauze voll, aber leider keine Lust noch zu Lidl zu fahren, sonst hĂ€tte ich einfach den Einkaufswagen stehen gelassen. So fischte ich eine der beiden Packungen Schinken aus dem Wagen und schnauzte, dass sie den dann stornieren soll, knapp 15 Euro hatte ich schließlich noch im Kleinformat. Ich mĂŒsse sie doch auch verstehen, meinte sie noch. Tu ich aber nicht, die kann mich mal!

Dieser PLUS wird von mir ab sofort boykottiert. Vielleicht gehe ich Anfang nĂ€chsten Monats noch einmal dort einkaufen, suche mir haltbare Waren im Wert von ca. 200 Euro zusammen und zahle dann alles mit 5-Euro-Scheinen. Kleingeld mögen sie ja schließlich.

Heute war ich bei der Post um das Geld aufs Sparbuch einzuzahlen. Der Schein wurde geprĂŒft und selbstverstĂ€ndlich fĂŒr echt befunden.

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dark*
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dark*
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