Thema heute: Gynäkologie

Heute widme ich meinen Beitrag diesem äußerst persönlichen Frauenthema. Aber keine Angst, wir gehen nicht allzu tief in medias res. Um Berufsethik und Moral von Ärzten, um Rassismus und Sexismus geht’s auch noch. Starker Tobak!

Mein letzter Körperkontakt mit einem Angehörigen dieser Berufsgruppe liegt mehr als ein Jahrzehnt zurück, da wird es wohl mal wieder Zeit, sich Gedanken zu machen. Mein Arzt wurde zu Beginn des laufenden Jahrhunderts verhaftet und im darauf folgenden Verfahren wurde ihm die Approbation entzogen, sonst würde ich dafür sogar nach Krefeld fahren, denn als Arzt und auch als Mensch fand ich ihn super, nur ethisch und moralisch lag er nicht ganz im Mainstream.

Es geschah im Jahr 2002, er fühlte sich zu höherem berufen, wechselte das Fach und machte die Menschen, die er zuvor zur Welt geholt hatte, fortan schöner. Mein ehemaliger Gynäkologe, der mich mehrfach operiert und auch mein Kind aus mir rausgeschnitten hatte, war jetzt Schönheits-Chirurg in Düsseldorf. Da ich zwischenzeitlich nach Berlin umgesiedelt war, war der Verlust nicht allzu schmerzlich, fiel er mir ja dort auch erst per Zufall auf. Irgendwann in meiner Berliner WG-Zeit mit Soul und smu, also in der ersten Jahreshälfte 2002, kam ich gerade aus der Küche ins Wohnzimmer, als auf dem TV das Portrait eines Mannes mit schwarzem Balken über den Augen großformatig zu sehen war. „Ey, den kenn‘ ich, das ist mein Gynäkologe!“ Es wurde berichtet, er hätte angeblich Schönheitsoperationen in einem Krefelder Hotel durchgeführt, was aufgeflogen sei, da sich bei einer Patientin die Operationswunde entzündet hätte. Man hätte ihn verhaftet usw.

Auf diesen Mann kann ich daher nicht mehr zählen, es muss Ersatz her, was extrem schwierig ist, wenn man niemanden kennt, auf dessen Empfehlungen und Erfahrungen man vertraut. Da bleibt nur der Griff zum Telefonbuch. Heute Morgen unter der Dusche schoss mir der Gedanke durch den Kopf, dass ich auf keinen Fall einen Frauenarzt arabischer, südländischer, südosteuropäischer oder asiatischer Herkunft möchte. Wie ich auf schwarze Finger reagieren würde, weiß ich gar nicht. Und gleich hinterher schoss die Frage: „Ist das jetzt rassistisch?“ Bei allen anderen Fachrichtungen ist es mir wurscht. Auch das bunte Team von Krankenschwestern beim letzten Klinikaufenthalt war mir wurscht. An sich ist es mir nur wichtig, dass sie meine Sprache sprechen. Kommunikation ist beim Diagnostizieren und Therapieren schließlich recht hilfreich. Und bisher habe ich da nur gute Erfahrungen gemacht. Aber beim Frauenarzt wird’s ja doch sehr intim. Da will ich übrigens auch keine Ärztin, sexistisch bin ich also auch noch.

Hoffentlich behandelt mich überhaupt noch jemand mit dieser rassistisch-sexistischen Attitüde.

Ein Kommentar:

  1. Pingback:Endzeitstimmung | my so called life

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.