Die Woche fängt ziemlich bescheiden nach viel zu wenig Schlaf an. Die Luft ist schlecht, was sich beim Spaziergang im Park bemerkbar macht, aber danach bin ich wenigstens halbwegs wach. Die Lichtblicke des Tages: Ich muss nicht kochen, es gibt Reste vom Wochenende, und das Paket mit dem Krempel für mein E-Bike ist unterwegs.
Dienstag beim Einkaufen sehen wir auf dem Rückweg einen Jungen, der mit einem Comic-Buch in der Hand auf dem Weg zur Schule ist. Ein Junge, der Comics liest, statt auf dem Handy rumzudaddeln. Sehr cool. Der Rest des Tages tröpfelt so vor sich hin. Ich bin müde und erschöpft.
Für meine Erschöpfung, die sich im Laufe der Woche noch steigert, habe ich gar nicht die richtigen Worte. Ich wache morgens auf und mein erster Gedanke gilt der Frage, wann ich endlich ins Bett kann. Ich verbringe die meiste Zeit auf der Couch, stehe quasi nur zur Zubereitung des Essens und um ins Bett zu gehen auf. Ob ich kein anderes Thema habe? Nee, sorry, das bestimmt halt meinen Alltag viel mehr als mir lieb ist. Das ständige Auf und Ab meiner Befindlichkeiten nervt mich noch viel mehr.
Donnerstag oder Freitag kommt das Paket mit dem Fahrradzubehör. Am Samstag beginnen wir mit dem Umbau. Vorher eine letzte Tour mit dem unelektrischen Fahrrad an die Ostsee, dann geht es los. Wobei das “Wir” hier wie folgt aussieht: Der Mann schraubt und bastelt am Fahrrad, ich sitze auf den Stufen vor dem Haus und gebe kluge Tipps. Und falls nötig, gehe ich zur Hand. Der Einbau des Hinterrades dauert recht lange, die Sonne brennt und die Mücken haben mich endeckt. Für den Samstag reicht’s. In der Wohnung sortieren wir noch den ganzen Elektro-Krempel, checken aus, was wo angeschlossen werden muss usw.
Sonntag wollen “wir” den Akku einbauen und stellen fest, dass der bei meinem Fahrrad gar nicht passt. So ein Ärger! Da die Mücken mich auch schon wieder entdeckt haben, räumen wir frustriert den ganzen Krempel und das Fahrrad wieder weg und gehen zurück in die Wohnung.
Mittlerweile habe ich Dank der ohnehin vorhandenen Grunderschöpfung, gepaart mit zuviel Hitze und den vielen Mückenstichen, von denen sich vier Stück schon wieder zu Handteller großen Quaddeln, die höllisch jucken, entwickelt haben, völlig erledigt bin, verbringe ich den Rest des Tages auf der Couch.
Ich habe fertig. Und ganz nebenbei habe ich dieses ständige Kranksein furchtbar satt.