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Fahrradputz und Spatzenrettung

 ·  ☕ 3 Minuten zum Lesen  ·  ✍ dark*

Gestern waren wir in einer Autoselbstwaschanlage, um dort unsere FahrrĂ€der zu waschen. Das vom LebensabschnittsgefĂ€hrten sah aus wie Sau, weil es in seinem ganzen Leben noch nie gewaschen wurde, und meines war voller Kaffeeflecken, die auf dem weißen Rahmen höchst unschön aussahen. Also bewaffneten wir uns mit Eimer, Putzlappen und Schwamm sowie ein wenig Kleingeld und fuhren zur Autolagune. Da es etwas gewittrig war, war dort nicht allzu viel los. Zuhause angekommen, brachte ich die RĂ€der nochmal mit Lappen und Allzweckreiniger auf Hochglanz, wĂ€hrend der LebensabschnittsgefĂ€hrte die Ketten fettete.

Plötzlich blieben ein Pkw und zwei Fahrradfahrer bei uns vor der Einfahrt stehen und diskutierten irgendetwas. Als der Pkw weg war, bekam ich mit, dass eine der beiden Fahrrad fahrenden Frauen einen Spatz in der Hand hatte und nicht so recht wusste, was sie nun tun sollte. Bekanntlich steht ja ein Sperlingsturm direkt vor unserem Haus.

Sperlingsturm

Ich ging zu ihnen hin und fragte, was passiert sei. Ein kleiner Spatz hatte wohl mitten auf der Fahrbahn gesessen und sie konnten gerade noch den Autofahrer stoppen, der das Tier beinahe ĂŒberfahren hĂ€tte. Und nun standen sie da mit dem Spatz in der Hand. Ich wusste auch nicht so recht, was man jetzt mit dem kleinen Kerl machen sollte. Völlig hilflos wirkte der Spatz nicht mehr, eventuell hatte er sich bei einem seiner ersten Flugversuche ver- oder ĂŒberschĂ€tzt. Ich bot an, ihn auf unseren Balkon zu setzen, damit seine Eltern ihn hoffentlich finden und sich dann um ihn kĂŒmmern wĂŒrden. Gesagt, getan. Die junge Frau war heilfoh, das Tier los zu sein.

Ich brachte ihn nach oben und setzte ihn in den Topf mit meinen Sonnenblumen, damit er nicht ganz so auf dem PrĂ€sentierteller saß und im nĂ€chsten Elsternschlund landete. Ganz schön aufgeregt war er, als ich ihn mit der rechten Hand festhielt, wĂ€hrend ich mit der linken die WohnungstĂŒr aufschloss, das KĂŒchenfenster frei rĂ€umte und öffnete und ihn dann in den Blumentopf fallen ließ. Unser Balkon ist nicht wirklich ein Balkon, eher unsicher und eine statische Katastrophe und daher fĂŒr den Zutritt gesperrt, weswegen ich diesen umstĂ€ndlichen Weg nehmen musste. Als ich weiter an meinem Fahrrad herumpolierte, ĂŒberlegte ich mir, was ich tun wĂŒrde, wenn sich bis heute Abend keine Spatzeneltern blicken ließen. Immer wieder sah ich nach oben. Und irgendwann entdeckte ich endlich einen Spatzenmann auf dem BalkongelĂ€nder und ein Spatzenweibchen oben auf der Regenrinne. Beide schauten Richtung Blumentopf.

Balkon

Als wir mit unseren FahrrĂ€dern fertig waren und in die Wohnung zurĂŒckkehrten, war der junge Spatz verschwunden. Das hatte also ein glĂŒckliches Ende genommen. Kurz darauf regnete es wie aus Eimern, natĂŒrlich auch auf unsere frisch geputzten FahrrĂ€der.

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