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Erziehung leicht ... falsch gemacht

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Neulich morgens an der Stra├čenbahnhaltestelle

Eine junge Mutter wartet mit zwei Kindern, Junge und M├Ądchen, ca. drei bis vier Jahre alt, auf die Stra├čenbahn. An der Haltestelle befindet sich eine Bank sowie ein Baum, umrandet von einer Beeteinfassung aus Beton. Kind 1 balanciert auf der Betonumrandung, Kind 2 macht es ihm nach.

Mutter: Komm da runter!

Kind 1: Warum?

Mutter: Darum!

Man sollte meinen, dass bei soviel Argumentationsgewalt ein Widerspruch schwer fiele, aber weit gefehlt, die Kinder balancierten unger├╝hrt weiter. Zurecht. Balancieren ist gut f├╝r die Motorik und einen vern├╝nftigen Grund, warum sie dies nicht tun sollten, gab es wirklich nicht. Sie waren bem├╝ht, die (sowieso schon platt getretene) Erde nicht zu ber├╝hren. Au├čerdem waren sie besch├Ąftigt und somit keine quengeligen Warte-Kinder.

Zun├Ąchst reagierte die Mutter nicht weiter und ich dachte mir noch, wie unsinnig es sei, ein ohnehin schon bl├Âdsinniges Verbot auszusprechen und zur Kr├Ânung dann noch nicht einmal durchzusetzen, sondern einfach hinzunehmen, dass die Kinder unger├╝hrt weiter balancieren. Pl├Âtzlich ├Ąnderte sich dies jedoch. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren packte die Mutter nach etwa ein oder zwei Minuten Kind 1 ziemlich unsanft am Arm und riss es von der Einfassung. Es folgte eine kurze ÔÇ×DiskussionÔÇť. Den Wortlaut kann ich gar nicht mehr wiedergeben, jedenfalls ermahnte die Mutter das Kind mehrfach und unverh├Ąltnism├Ą├čig laut, dass es nun reichen w├╝rde. Dabei verlieh sie ihrer Aussage Nachdruck, indem sie den Jungen noch ein- oder zweimal am Arm leicht sch├╝ttelte. Abschlie├čend setzte sie ihn auf die Bank und verlangte vom zweiten Kind sich daneben zu setzen. Da sa├čen sie dann ziemlich gelangweilt in ihren Jeans auf einer kalten Bank voller Schneematsch und warteten auf die Bahn.

Was lernen wir daraus? Als Erwachsener kann man v├Âllig willk├╝rlich seinen Willen durchsetzen - n├Âtigenfalls auch handgreiflich.

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