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Noch mehr Nebenwirkungen

 ·  ☕ 3 Minuten zum Lesen  ·  ✍️ dark*

Wie ich die Therapie mit den Nebenwirkungen zwei oder sogar mehr Jahre aushalten soll, habe ich mich im letzten Beitrag gefragt. Tja, und jetzt frage ich mich das noch mehr. Gestern war ich zur Blutabnahme (Blutbild, Leberwerte) und jetzt sind sogar meinem Arzt die Nebenwirkungen zuviel.

Am Dienstag hatten wir uns noch darauf geeinigt, dass ich die Tabletten künftig abends nehme, weil sonst nicht mehr viel Leben übrig bleibt. Mittwoch habe ich sie aus Termingründen noch einmal morgens genommen. Donnerstag war ich bei meinem Termin und anschließend zur Blutabnahme, die hatten wir am Dienstag nämlich vergessen. Ich hatte sogar kurz überlegt, das einfach unter den Tisch fallen zu lassen, schließlich habe ich die Medikamente schon einmal ein Jahr lang genommen und keine weiteren Probleme außer Müdigkeit, Schlappheit und Magenschmerzen gehabt. Aber ich ging dann doch.

Und das war auch gut so, am späten Nachmittag rief der Arzt mich an, er habe gerade ein Fax (EIN FAX!) vom Labor bekommen. Meine Thrombozyten sind zu niedrig, ich solle die Tabletten erstmal pausieren und am Montagmorgen nochmal zur Blutabnahme kommen. Wenn sich die Werte nicht von selbst erholen, muss man sehen, ob und ggf. was zu tun ist. Sollte sich über das Wochenende Blut im Urin oder im Stuhl oder Nasenbluten bemerkbar machen, sollte ich in die Uniklinik fahren.

Okay.

Ich war ein bisschen verwirrt. Die Kontrolle der Blutwerte zielt hauptsächlich auf die Leberwerte ab, weil die Medikamente die Leber belasten. Was hat jetzt die Leber mit der Blutproduktion zun tun? Von der Chemo weiß ich noch, dass das eigentlich im Rückenmark stattfindet. Im Zelltief musste ich mir selbst Spritzen geben, was ich nicht über mich brachte und daher dem Herrn Lebensabschnittsgefährten überließ. Die haben unfassbare Schmerzen verursacht, gegen die ich Tilidin genommen habe. Das möchte ich eigentlich nicht schon wieder. Aber der Mann beruhigte mich, seinerzeit waren es die Leukozyten, die so niedrig waren.

Aber zurück zu meiner Leber. Geht die jetzt kaputt? Muss ich mich jetzt entscheiden, ob ich lieber auf meine Leber oder auf meine Lunge verzichte? Haha, als ob ich eine Wahl hätte. Das ließ mich kaum schlafen.

Heute Morgen habe ich dann noch einmal alle Beipackzettel studiert und festgestellt, dass zwei der drei Medikamente durchaus verminderte Thrombozyten als Nebenwirkung haben können (1 von 1000, bei der Quote muss sich mein Körper natürlich sofort melden). Gut. Damit bin ich jetzt ein wenig beruhigt. Aber auch nur so halb.

Denn was ist, wenn das jetzt immer nach der Einnahme so ist? Kann man was dagegen tun? Muss ich die aktuelle Therapie abbrechen und hoffen, dass es noch eine Alternative gibt? Ärzte reden über so etwas nicht gerne. Erstmal abwarten, was dabei rauskommt. Wenn es so weit ist, können wir immer noch sehen. Sowas kriegt man da zu hören. Aber so funktioniert mein Gehirn leider nicht. Abwarten ist die Hölle.

In diesem Sinne - schönes Wochenende …


dark*
geschrieben von
dark*
don't expect a bright light