Fegefeuer der Eitelkeiten (Part II)

Tja, was ich vor Kurzem noch in meinem Buch las, wird mir nun plastisch im Fernsehen vorgeführt am „Fall“ Michael Jackson. Wer das Buch kennt, wird die Parallelen erkennen. Ein angesehener, reicher Mann, der gegen Neid, Missgunst und andere Widerwärtigkeiten menschlichen Lebens zu kämpfen hat; ein verbissener Staatsanwalt, der in diesem Fall seit zehn Jahren von der Schuld überzeugt händeringend nach Beweisen sucht; eine Presse, deren herausragendste Eigenschaft die Meinungsbildung für das Volk ist.

Ein Mensch ist solange unschuldig, bis ihm seine Schuld bewiesen wurde. Es sei denn ihm wird ein Sexual- oder Tötungs-Delikt vorgeworfen, dann scheint dieser meines Erachtens wichtigste Rechtsgrundsatz demokratischer Rechtssysteme nicht mehr zu gelten. Was ist bloß los mit euch Menschen, sobald eure niedrigsten Instinkte, Sex und Gewalt, angesprochen werden.

Ich weiß nicht, ob Mr Jackson schuldig oder unschuldig ist, man wird den Prozess abwarten müssen. Ich verachte die laufende Vorverurteilung allen Ortes, ob nun im Fernsehen oder an Beispielen wie der Grundschule, auf die er ging, die nach ihm benannt wurde und die nun seinen Namen mit Holzbrettern abgedeckt hat. Da sind Menschen, die jahrelang für ihn gearbeitet haben, was eine gewisse, nicht unerhebliche Loyalität erfordert, die jetzt von der Presse aufgespürt plötzlich Unglaubliches zu berichten haben.

Konkret sei hier einer seiner Security-Leute genannt, der angeblich so viel mitbekommen hat und nun mit Dreck um sich wirft. Wenn er die Wahrheit sagt, ist er Mittäter – und meiner Meinung nach noch schlimmer als der eigentliche Täter. Ein Individuum, das Kinder missbraucht, ist krank, widerwärtig, was-auch-immer, die Eigenschaften möge sich jeder selbst denken. Aber der, der zusieht und geschehen lässt, ist von kalter Grausamkeit, die ich nicht beschreiben kann. Vielleicht wird er sich nicht vor einem Gericht verantworten müssen, aber vor seinem Gewissen und – wenn er gläubig ist – vor Gott.

Wenn Mr Jackson schuldig ist, dann soll er seine gerechte Strafe bekommen, das steht außer Frage. Aber falls sich seine Unschuld erweisen wird, womit hat er dann die bereits jetzt vollstreckten Strafen verdient?

Ein Kommentar:

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