Libertus

So nannte man im alten Rom freigelassene Sklaven. Seit heute zähle ich mich dazu, allerdings habe ich mich selbst vom Joch des Kapitalismus befreit.

Ich habe immer noch zwei Jobs, nur die Stunden zugunsten des Home Office verändert. Also findet, was diese Seite der Waagschale betrifft, eine revocation in servitutem statt, während ich im Einzelhandel nur noch Aushilfe bin. Das erlaubt mir mehr Freiheit meiner persönlichen Zeiteinteilung und ich habe hoffentlich auch wieder mehr Zeit, das Internet mit meinen geistigen Ergüssen zuzumüllen.

Der Job im Einzelhandel ist hart. Als Aushilfe war der Job ganz fluffig, aber als Angestellte ist mir das Lachen im Laufe des letzten Jahres fast vergangen. Besonders in den letzten drei Monaten habe ich dort aufgrund Personalmangels (Krankheit, Mutterschutz und hin und wieder machen auch Verkäuferinnen und Kassiererinnen Urlaub) fast Vollzeit in ständig wechselnden Schichten gearbeitet. Gleichzeitig elends viel im Home Office zu tun gehabt, zwar gegen gesonderte Bezahlung, aber bei 50 – 60 Stunden pro Woche mit unzählig vielen unterschiedlichen Aufgaben und Arbeitszeiten schnell festgestellt: So geht das nicht.

Arbeitgeber Nr. 1 die Pistole auf die Brust gesetzt: Entweder wieder fest angestellt oder ihr könnt euch einen neuen Depp vom Dienst suchen. Ich hatte schon fest damit gerechnet, meinen Laptop abgeben zu müssen. Aber nachdem Arbeitgeber Nr. 1 sich tatsächlich darauf eingelassen hat, konnte ich Arbeitgeber Nr. 2 die frohe Botschaft verkünden, dass ich entweder nur noch als Aushilfe oder gar nicht mehr für ihn arbeiten werde.

Jetzt ist mein (Arbeits-)Leben hoffentlich wieder im Lot.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.