Alles Nur Theater

Das Wasser kocht über

Beim Betreten des Cafés heute Morgen teilte die diensthabende Kollegin mir mit, dass der Wasserkocher defekt sei. Er schalte nicht ab und koche über. Wasser kocht über? Bevor ich mich derartigen Probleme widme, brauche ich erstmal Kaffee, Zigarette und die Tageszeitung. Währenddessen legt sich glücklicherweise das Mäntelchen der Vergesslichkeit über das nicht funktionierende Gerät und bleibt bis Mittag auch brav dort liegen. Als ich mittags das Café erneut betrat, um mir Kaffee zu holen, diskutierte der Hausmeister gerade mit dem Chef den Wochenendeinkauf, Geld- und Schlüsselübergabe inklusive.

Zähneknirschend

Heute Morgen war ich – wie immer – um 7:50 h am Büro. Blöderweise war ich die Einzige, die so früh da war. Zunächst wartete ich im empfindlich kalten Nieselregen, ob noch jemand eintrudelt, der dann auch einen Schlüssel hat, was leider in den folgenden 20 Minuten nicht der Fall war. So ging ich dann erstmal zum nächstgelegenen Supermarkt mit Bäckerei, um dort einen Kaffee zu trinken und mich aufzuwärmen. Anschließend inspizierte ich das Supermarktsortiment, kaufte irgendwas und ging dann zurück zum Büro. Es war immer noch niemand da. Ich wartete bis mir Ohren, Nase, Finger und Zehen abgefroren waren. Ich wartete bis 9:10 h.

Qualifizierung

Teil des 1-Euro-Jobs ist es, für den ersten Arbeitsmarkt qualifiziert zu werden. Das klingt in der Theorie unheimlich gut, nicht wahr? In der Praxis geschieht das zumindest insoweit, dass man als Zusatzjobber bei Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen (sofern es einmal so weit kommt) nicht sagen muss, dass man mehr oder weniger untätig zuhause rumsitzt, sondern gerade aktiv seine Fähigkeiten unter Beweis stellt.

Versklavt

Wenn man als ALG-II-Empfänger in die 1-Euro-Job-Maschinerie gerät, kann man sich schnell wie ein herumgeschubster, weißer Neger fühlen: entrechtet und bevormundet.

1-Euro-Job

Im Januar dieses Jahres war Termin für meine routinemäßige 3-Monats-Meldung beim Arbeitsamt, das bekanntlich zwischenzeitlich zur Agentur umgebaut wurde und seither augenscheinlich nur noch mit sich selbst beschäftigt ist. Ich schaffte es gerade noch, die Sachbearbeiterin zu fragen, wie es sich denn mit den 1-Euro-Jobs verhielte und mich entsprechend vorzumerken. Dann hatte sie keine Zeit mehr für mich.

Gegendarstellung

Entgegen meiner Gefühle vom 04.05.2005 wurde ich nicht betrogen. Heute kam der Scheck der BA, ausgestellt auf den Differenzbetrag. Und das ganz ohne mein Zutun und ohne jede Erklärung. Aber immerhin bleibt mir erneutes stundenlanges Warten erspart, denn für morgen war ein Besuch bei der BA zwecks Einforderung der Differenz vorgesehen.

Was läuft denn da (nicht)?

Am 1. dieses Monats war kein Geld von der BA da, was nicht weiter verwunderlich ist, schließlich war der 1. ein Sonntag. Am 2. war allerdings auch noch kein Geld da. Wie bereits einmal erwähnt, schickt die BA das Geld per Scheck anstatt des aufs Konto zu überweisen.

Usability

Auf der Seite der BA findet man die Vordrucke für den Antrag auf Arbeitslosengeld II im PDF-Format zum Ausdrucken und Ausfüllen. Soweit recht löblich. Dass der gesamte Internetauftritt der Agentur trotz der vielen Millionen, die er verschlungen hat, jeglichen Usability-Regeln spottet und fernab von Barrierefreiheit ist, darüber wurde bereits ausreichend an anderen Orten geschrieben. Was sich aber derjenige denkt, der die Seite mit Inhalten füllt, ist mir angesichts des folgenden Absatzes schleierhaft: