Blumen retten

Kundin spricht mich auf die Topfpflanzen an, die noch vom Osterangebot übrig sind, die müssten ganz dringend und Freiland. „Sorry, aber unsere Freilandressourcen sind limitiert.“ Sie fragte nach dem Preis für die „Trockenblumen“ und erklärte mir leicht vorwurfsvoll, dass dieselben Pflanzen bei #Konkurrenz nur einen Euro kosten würden und sie ja nur die Pflanzen retten wolle, denn die müssten dringend ins Freiland. Das erwähnte sie bereits mehrfach und ich ersparte mir, ihr zu erklären, dass ich als Blümchen-Taskforce denkbar ungeeignet bin.

Libertus

So nannte man im alten Rom freigelassene Sklaven. Seit heute zähle ich mich dazu, allerdings habe ich mich selbst vom Joch des Kapitalismus befreit.

Rückruf

Ich wälzte mich eh noch von Einschlafproblemen geplagt von der einen auf die andere Seite, als mein Smartphone ungewohnte Töne von sich gab. „Was will es denn jetzt?“ Das Display erleuchtete das gesamte Zimmer und blendete fürchterlich in den Augen. Ein Anruf einer mir unbekannten Nummer wurde zusammen mit der Uhrzeit angezeigt: 00:26 Uhr.

If my day keeps going this way…

Um 09:28 Uhr wurde ich wach. Ich war extrem schlaftrunken und völlig desorientiert. Mir brannte die Sonne auf den Pelz (Ich hatte nach dem Gewitter gestern vergessen, das Rollo zu schließen.) und es klingelte. Welches dieser beiden Ereignisse ursächlich für mein wach werden verantwortlich war, lässt sich im Nachhinein wohl nicht mehr klären. Das Klingeln versuchte ich zu ignorieren, auch beim zweiten Mal. Beim dritten Mal vergaß derjenige, die Klingel wieder loszulassen, so rollte ich mich missmutig vom Bett und torkelte zur Tür. Paketdienst. Ich nahm mein Päckchen im Empfang und begab mich zur Toilette.

Wenn ich nur wüsste…

…wie ich nach drei Stunden schlechten Schlafes mit schrecklichen Alpträumen und übelst schlechter Laune den ersten Arbeitstag als Nichtraucher unter Rauchern bestreiten soll, wäre ich schon einen gewaltigen Schritt weiter.

Aber bitte zu zweit

Jemand zeigt mir sein Smartphone. Da ich so ein Teil noch nie in Aktion gesehen habe, geht er online, um mir die Eingabe über die virtuelle QWERTZ-Tastatur anhand von Google zu demonstrieren. Er hat Google gestartet, in die Suchzeile getippt, um die Tastatur zu starten, und zeigt mir das Display. „Wo kommt denn der Text da her?“, wundere ich mich. „Da wird die letzte Suche angezeigt.“ Ich breche in schallendes Gelächter aus.

Völlig vergessen!

Ich wage es kaum auszusprechen oder gar niederzuschreiben. Es ist so unglaublich, dass ich hier grad völlig fassungslos vor dem Rechner sitze. Seit Jahren schon habe ich einen Nebenjob, den ich zunächst von daheim aus erledigte, seit knapp zwei Jahren aber einmal wöchentlich im dortigen Büro erledige, meistens donnerstags. Und vergangenen Donnerstag habe ich doch glatt vergessen Arbeiten zu gehen. Vergessen! Wie kann man sowas vergessen?

Perfektionistenkater

Gestern Abend hatte ich wieder einen Einsatz als Tickettussi und Thekenschlampe. Zum ersten Mal seit 1,5 Jahren stimmte meine Ticketkasse nicht, es fehlten 10,00 Euro. Ich habe den gesamten Thekenbereich inklusive Kassenschublade abgesucht, aber der Schein blieb unauffindbar. Einzig mögliche Erklärung: Ich habe einen Fehler gemacht und zu wenig kassiert oder zu viel Wechselgeld herausgegeben. Das wurmt mich. Immer noch.

Spaßbremse Theaterregisseur

Im Kabinett der Seltsamkeiten hat ausgerechnet der Regisseur den bizarrsten Auftritt. Eine halbe Stunde vor dem Ende seiner Rocky Horror Show betritt Frank Matthus die Bühne und weist einige besonders lebhafte Fans im Publikum zurecht: „Ich muss jetzt mal den Kindergarten ein bisschen beruhigen“, spricht’s in die erstaunte Stille. „Ihr schmeißt uns gerade eine Premiere. Hier stehen Menschen auf der Bühne.“ Anschließend erläutert Matthus die Ruf-Regeln, wir sind schließlich in einem deutschen Theater, und da hat Anarchie hübsch ordentlich abzulaufen.