Disc Golf und Vivarium

Bei unseren Fahrten ins Vivarium sind uns schon öfter einige Stationen der auf dem Weg gelegenen Disc-Golf-Anlage aufgefallen. Die Idee an sich ist ganz witzig. Und da wir zufällig zwei Werbegeschenk-Frisbees besitzen, beschlossen wir nach dem Mittagessen, uns der Lächerlichkeit preiszugeben und eine Runde Disc Golf zu spielen. Außerdem sollte dies die Testtour für mein repariertes Fahrrad werden.

Ende Juni habe ich mir ein neues Fahrrad gekauft, da mein altes für die hügeligen Straßen hier nicht genug Gänge hatte. Spätestens bei ausgedehnteren Radtouren wurde es ziemlich anstrengend mit meinem City-Bike. Mit dem neuen kam ich viel besser zurecht. Noch keinen Monat alt, ist mir letzte Woche auf dem Supermarkt-Parkplatz irgendein Arsch ins Rad gefahren. Ich weiß nicht genau, wie es derjenige geschafft hat (zu Fuß, mit dem Rad oder im Auto), jedenfalls war der Lenker total verdreht, die Klingel ist kaputt, Lampe und Schutzblech waren verbogen, der Zug der vorderen Scheibenbremse war aus der Halterung gerissen und auch die Gangschaltung funktionierte nicht mehr richtig. Da ich mir gestern außerdem einen Fahrradcomputer und einen Trinkflaschenhalter gekauft habe, war gestern Nachmittag Fahrradbasteln angesagt. Allerdings hatte ich gestern bei 30 °C keine Lust mehr, mehr als einmal um den Häuserblock zu fahren, um die Schaltung zu testen. Daher erfolgte die Probefahrt erst heute.

Wir packten also unsere Billig-Frisbees, unsere Trinkflaschen und vorsichtshalber noch das Crossboule ein. Hier zuhause fühlte ich mich voller Tatendrang. Aber schon nach 50 Metern auf dem Fahrrad ging mir langsam die Puste aus. Der Weg zur Lichtwiese geht bergauf und nach einigen Tests mit der Gangschaltung und am Ende meiner Kondition schob ich mein Rad lieber den Berg hinauf. Draußen war es doch etwas wärmer als erwartet. Das letzte Stück bis zur ersten Bahn fuhren wir dann wieder.

Auf unseren Fahrten hatten wir nie jemanden den Parcours spielen sehen. Daher ging ich davon aus, dass nicht viel los sein würde. Aber weit gefehlt, gerade als wir unsere Räder abstellten, kam ein junger Mann und warf seine Frisbee auf Bahn 1. Ich war schwer beeindruckt ob der Weite, die seine erste Scheibe flog. Das Ziel war 80 Meter entfernt und der Typ warf zwischen 70 und 75 Metern. Er öffnete seinen Rucksack, den er dabei hatte, und mir fielen beinahe die Augen aus dem Kopf: Schätzungsweise 20 Frisbees in Reih und Glied. Dieser Rucksack war ein spezieller Frisbee-Transportrucksack. Bis heute Mittag hatte ich nicht einmal eine Idee davon, dass es so etwas überhaupt gibt. Ich war dran und der Typ stand da immer noch rum. Ich gab mich der Lächerlichkeit preis und outete mich als Sonntagsfrisbeewerfer. Ich schaffte schätzungsweise 10 bis 15 Meter. Dasselbe noch einmal im zweiten Wurf. Und im dritten. Und … Ich mach’s kurz: Nach neun Würfen war die Scheibe endlich im Ziel. Das sieht übrigens so aus:

Discgolf_Ziel

Wir einigten uns darauf, dass wenn nach neun Würfen die Scheibe nicht im Ziel ist, automatisch 10 Punkte notiert werden, damit wir wenigstens eine Chance haben, heute noch fertig zu werden. Blöderweise war nur einer unserer Frisbees halbwegs für das Spiel geeignet, weswegen wir nicht abwechselnd werfen konnten, sondern immer einer die Bahn bis zum Ende gespielt hat und dann der nächste dran war. Das ist elend viel Rennerei, denn die längste Bahn, die wir gespielt haben, ist 120 Meter lang.

Maulwürfe und vermutlich auch Mäuse oder andere wildlebende Tiere buddeln die Wiesen in dem Areal regelmäßig um. Dadurch sind viele Löcher in den Bahnen des Parcours. Und wenn man dann einmal nicht hinsieht, knickt man schmerzhaft um und legt sich lang. ;)

Discgolf_Sturz

Nach acht Bahnen hatten wir genug. Es war unglaublich warm und schwül und es gab nur wenig Schatten. Wir beschlossen, das Spiel abzubrechen. Und außerdem beschlossen wir, beim nächsten Versuch bessere Frisbees beim Hochschulstadion zu leihen. Das allein macht zwar noch keinen guten Werfer, aber unsere Disc war viel zu leicht, taugt höchstens für den Garten, aber sicher nicht für solche Weiten.

Discgolf_Score

Nach Hause wollten wir allerdings noch nicht. Ein Eis wäre jetzt nicht schlecht! Wir fuhren weiter zum Vivarium, um unser Eis beim Beobachten eines Tiergeheges zu genießen. Die Nasenbären hatten das große Los gezogen und durften uns beim Eis essen zusehen.

Die anschließende Zoo-Runde war eher kurz. Zwei große Baustellen gibt es zurzeit und auf beiden tut sich endlich mal wieder etwas. Lange Zeit sah es dort immer gleich aus.

Und etwas Neues gibt es auch:

Vivarium_Zebras

Auf der einen Baustelle stand ein Auto, in dessen Stoßstange sich der Pfau gespiegelt hat. So ganz wusste Das Tier nicht, was es von diesem merkwürdigen Artgenossen halten sollte.

Vivarium_Pfau

Die Totenkopfäffchen durften heute nicht auf die Außenanlage. Ob sie immer noch flüchten können oder ob nur kein Pfleger zur Verfügung stand, war nicht ersichtlich. Aber die Manschetten der Bäume wurden aufgerüstet mit Strom.

Vivarium_Affensicher

Der Lebensabschnittsgefährte schwächelte und wir fuhren nach Hause zurück, wo er sich auf der Couch erholte, während ich meinen geschwollenen Knöchel ein wenig bedauerte.

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