Schlossgraben-Eröffnung

Am Sonntag wurde der östliche Teil des Schlossgrabens, der um das Residenzschloss Darmstadt angelegt ist und nach dem 2. Weltkrieg für die Öffentlichkeit geschlossen wurde, wiedereröffnet. Wir nutzten die Gelegenheit für einen kleinen Spaziergang und ein Eis nach dem Essen.

Vor 200 Jahren wurde der Schlossgraben trocken gelegt und zunächst war der der Botanische Garten Darmstadts darin angesiedelt. Dieser wurde nach 15 Jahren aus Platzgründen verlegt und im Schlossgraben entstand ein Landschaftsgarten. Nach diesem Vorbild bemüht sich die TU Darmstadt seit 2012, den Schlossgraben wieder herzurichten. Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums wurde der erste Teilabschnitt am Wochenende eröffnet.

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Wir nahmen an einer Führung teil, die von einer Landschaftsarchitektin durchgeführt wurde, die an der Planung und Umsetzung des neuen Konzepts beteiligt war und ist. Und auch wenn ich botanisch völlig unterbelichtet bin, war es doch recht interessant und nicht zu sehr im Detail der Pflanzenkunde. Im Wesentlichen zeigte sie auf, wie der Landschaftsgarten im 19. Jahrhundert ausgesehen hat und wie man dies in die heutige Zeit unter Berücksichtigung vorhandenen Pflanzenbestandes etc. umgesetzt hat. Soweit ich das beurteilen kann, ist dies bisher ganz gut gelungen. Fest steht jedenfalls, dass hier eine sehr schöne kleine Parkanlage mitten in der Stadt entstanden ist und noch weiter entsteht. Die Fertigstellung des zweiten Abschnitts ist für 2017 geplant.

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Von Norden zum Schloss kommend, überquert man die Brücke, die auch zum Aufgang in den Schlossgarten führt, einem Biergarten auf der Bastion des Schlosses. Aber noch bevor man durch das Tor in den Schlosshof gelangt, geht links der Weg in den Schlossgraben hinunter. Von der Brücke aus kann man natürlich schon den ersten Blick in den Schlossgraben werfen.

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Rechter Hand steht das Wallhaus, an den Ecken gesäumt von einer 80-jährigen Platane und einer aus vorletzten Jahrundertwende stammenden Kastanie.

Im Park sind rund um die zum Teil 100 Jahre alten Baumbestände Beete mit Strauchpflanzungen und Bodendeckern angelegt. Außerdem wurden im gesamten Landschaftsgarten Obstbäume gemäß den alten überlieferten Beständen wieder angepflanzt.

Der Teich, der im 19. Jahrhundert aus dem Darmbach gespeist wurde, bekommt heute sein Wasser vom Dach des Glockenturms, das in einer Zisterne gesammelt wird. Und wenn es allzu lange gar nicht regnet, wird er mit Leitungswasser aufgefüllt.

Von innen zugänglich gibt es einen Gang, in dem die Entwicklung des Schlossgrabens auf Wandtafeln dargestellt ist. Das erste Bild im Beitrag stammt aus dieser kleinen Ausstellung. Am Ende des Ganges befindet sich der Balkon, von dem aus man einen herrlichen Blick auf den Teich und auch auf die unterhalb des Balkons gelegenen Beete, die der Botanische Garten Darmstadt gestaltet hat.

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Insgesamt ist hier ein sehr schöner Park mitten in der Stadt entstanden, der mit seinen vielen Bänken zum Verweilen einlädt. Bleibt zu hoffen, dass die Anlage von Vandalismus verschont bleibt und nicht mehr als Mülleimer missbraucht wird. Außerdem bin ich auf den zweiten Bauabschnitt gespannt, auf den ich allerdings noch drei Jahre warten muss. Jedenfalls haben die Darmstädter ein wirklich schönes Schloss im Herzen der Stadt, wie man auf diesem Luftbild (Aufnahme von Nikolaus Heiss auf der Seite der TU) sehen kann.

Die Frankfurter Rundschau zur Eröffnung: Zurück zur alten Pracht

Ein Kommentar:

  1. Pingback:Skandinavien-Photos im Weißen Turm | my so called life

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