Fetzen

Das Mädchen fängt an zu weinen, eine Kinderstimme schreit: „Nein! Bitte nicht! Hör auf, bitte!“ Die Pfleger holen sie aus der Gruppe, bringen sie weg. „Man darf nicht vergessen, dass die meisten Täter auch einmal Opfer waren.“ Alarmstimmung im Inneren, es wird auf den Boden gespuckt, jemand will töten. „Bleib ruhig“, sagt die Stimme. Schweigen. Totgeschwiegen.

„Ich bin therapiert worden und will jetzt wieder gut machen.“ Eine Kaffeetasse fliegt Richtung Fernsehgerät, manches kann man eben nicht wieder gut machen.

„Das können die doch nicht mit uns machen, wir sind doch noch Kinder!“ schreit es.
„Du bist nicht allein“, sagt er.
Doch.

„Du darfst nicht immer in der Vergangenheit leben.“ sagt er.
„Das tu ich nicht.“ erwidert sie und denkt „Die Vergangenheit lebt in mir.“

Es klingelt. Endlich.

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