Bei gleicher Qualifikation werden Bewerberinnen bevorzugt.

„Die Grünen beschlossen bei ihrer Parteigründung 1979 eine Frauenquote: mindestens die Hälfte aller Ämter sollen weiblich besetzt sein. Die SPD beschloss 1988 eine 40 %-Frauenquote für Ämter und Mandate.“

Die Frauenquote war geboren, in den 90er Jahre hinkte die CDU hinterher, die möglicherweise bald die Frauenquote auf dem Chefsessel im Bundeskanzleramt aufbessert.

Wie spricht man Frau Merkel dann an? Dieser Frage ist Süddeutsche.de nachgegangen. Nun, sie wird das Grundgesetz ändern müssen, denn dort ist die omnipräsente, meiner Meinung nach völlig übertriebene und oft nervige Political Correctness, die von den deutschen so sehr geliebt und doch nicht einmal einen Namen bekommen hat, noch gar nicht angekommen. Im Grundgesetz ist ausschließlich die Rede vom „Bundeskanzler“.

Nachtrag (zum Titel)
„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“
GG Art. 3 Abs. 3 Satz 1

Update 2012
Urpsrünglich war auf einen Artikel bei N24.de verlinkt worden, der jedoch nicht mehr existiert. In diesem Artikel kam man zu dem Schluss, dass es „Frau Bundeskanzler“ heißen müsse. Mittlerweile spricht allerdings niemand mehr von „Frau Bundeskanler“, von den Fehlern von gestern will schließlich keiner mehr etwas wissen, weswegen es mir nicht möglich war, entsprechende Artikel zu finden. Hier noch der Wikipedia-Eintrag zur Frage der Anrede Frau Bundeskanzlerin

4 Kommentare:

  1. Das Grundgesetz ist eben zu einer Zeit geschrieben, in der und noch kein Feminismus be… Verzeihung… gelehrt hatte, dass das Maskulinum eben doch nicht das Femininum impliziert. Eigentlich ist es doch absehbar. Schon jetzt wird überall von der „Kanzlerin“ gesprochen. Ich bin überzeugt davon, dass keine Grundgesetzänderung nötig ist, damit sich als Anrede die „Frau Bundeskanzlerin“ durchsetzt.

    • „Frau Bundeskanzler“ ist die offizielle Anrede laut N24.de. Das Wort Frau sollte genug Weiblichkeit ausdrücken.

      Trotz seines Alters ist das GG gelegentlich geändert und ergänzt worden, zuletzt 2002. So gibt es in meiner Ausgabe von 1988 noch nicht den jeweils zweiten Satz in den Absätzen 2 und 3 des Artikels 3 GG, die beide 1994 hinzugefügt wurden. Ein weiteres Beispiel ist der Art. 16a zum Asylrecht, der komplett erst in den 90er Jahren entstanden ist. Warum also nicht 2006 ein paar „In“ einfügen? ;-)

      • Wieso trotz? Gerade wegen würde ich sagen… dort, wo es für sinnvoll und wichtig gehalten wurde. Ob es in dem Fall sinnvoll wäre, weiß ich nicht. Aber wichtig ist es meiner Ansicht nach nicht, es wird ja nicht die Besetzung des Amtes durch eine männliche Person vorgeschrieben.

        • „Trotz“ schrieb ich, weil du auf die Begründung des Alters der Verfassung hingewiesen hast.

          Sinnvoll und wichtig – hm. Gleich vorweg: ICH finde das überhaupt nicht sinnvoll, weder im GG noch sonstwo. Ich bin nämlich kein Anhänger der Feministen, pardon: Feministinnen! ;-)

          Würde eine Frau aus den Reihen der Grünen zum Bundeskanzler gewählt werden, würde ich entsprechende GG-Änderung kaum ausschließen, sprechen die auf ihrer Webseite ja sogar von Mitgliederinnen (siehe Hinweis von setrok weiter unten in den Kommentaren). Bei allen anderen könnte ein solches Vorgehen höchstens dazu dienen, die wirklichen Probleme ein wenig aufzuschieben.

          Allerdings ist der Ruf nach GG-Änderung eher ironisch gemeint, eben weil jetzt alle Welt von der Bundeskanzlerin spricht, obwohl unser GG nur die Bezeichnung Bundeszanzler kennt.

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