4 oder 8 Ohm?

Seit heute bin ich nun wieder offiziell arbeitslos. Jawoll! Und in meiner Eigenschaft als Arbeitsloser hab ich mir dann sogar das Taxifahren verkniffen, weil ich original dachte: “Arbeitslose fahren nicht Taxi.”

Naja, jedenfalls sind Schatzi und ich nun wieder krankenversichert.

Bei der Gelegenheit war ich dann noch in meinem Telephon-Laden und habe den Romeo-Ersatz beäugt … *abwink*

Da der CD-Player von meiner Anlage schon wieder spinnt, habe ich mir heute einen neuen und einen Verstärker gekauft. Der Verkäufer zeigte mir, wo ich was einstöpseln muss, was ich grad noch selbst gewusst hätte, ist ja außerdem auch alles beschriftet. Am Verstärker ist hinten ein Schalter für die Boxen: Man muss einstellen, ob die Boxen 4 Ohm oder 8 Ohm haben. Also hab ich hinten auf meinen Boxen nachgeschaut: 6 Ohm. Hm. Und nun? Scheißtechnik! Aber ich bekomme einen entscheidenden Hinweis von einer Person, bei der ich nicht damit gerechnet hätte, dass ich den Schalter – natürlich – falsch eingestellt habe.

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Romeo gesucht!

Trauer ist angesagt, es hat sich ausgeromeot. Meine Donnerstage werden wieder genauso öde und leer wie alle anderen Tage.

What happened?

Letzten Donnerstag ging ich – wie jeden Donnerstag – mit Schatzi zum Sport und drehte meine allwöchentliche Runde durch die City, was unweigerlich zum Kauf einer Telephonkarte führte. Mein geschultes Auge erkannte sofort, dass Romeo beim Friseur war und noch schnuckeliger aussah. Mein wöchentliches Lächeln war da.

Da ich bei Romeo auch meinen DSL-Anschluss beantragte, fragte ich nach, was denn nun damit sei, da ich bisher weder eine Auftragsbestätigung noch sonstiges erhielt. “blablabla … müsstest du nächste Woche einen Brief bekommen … blablabla”
“Also gut” meinte ich zu ihm “dann komme ich nächste Woche noch einmal, wenn bis dahin noch kein Brief da ist.” Tja, und dann erfuhr ich die traurige Tatsache, dass er die nächsten 10 Monate nicht da sein wird, weil er zur Bundeswehr muss. Er meinte, er würde mailen, Addy hat er ja. Ich will ihn nicht lesen, ich will ihn angucken!

Nun gut. Frustessen bei McDonald’s – das übliche Big-Mäc-Menü, wo sich auch schon die nächste Katastrophe anbahnte: Der Typ hat mir einfach eine Cola gegeben und nicht gefragt, was ich trinken will! Ich mag keine Cola, mir wird davon übel. Allerdings fehlten mir just in dem Moment das Selbstvertrauen und der Mut (die beide nie da sind, wenn man sie braucht), dies auch zu sagen. Restlos gefrustet nahm ich wortlos mein Tablett und stopfte lustlos das Essen in mich rein. Auf dem Weg zurück zur Sporthalle schlürfte ich angewidert meine Cola.

Ich hasse Donnerstage!

Naja, da meine Tochter weiterhin donnerstags zum Sport will, suche ich jetzt einen neuen Romeo, der donnerstags in der Zeit von 17:00 bis 18:00 Uhr in der Fußgängerzone von Krefeld in irgendeinem Geschäft irgendetwas verkauft, was ich eventuell gebrauchen könnte (würde meine Bedürfnisse bei entsprechendem Aussehen anpassen). Vorschläge? Dunkle Haare und braune Augen bevorzugt.

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Anfrage

Arcor fragt schriftlich an, ob ich noch Interesse an dem Telephon hätte, da das Paket zurückgekommen sei.

Das hatte ich total vergessen, ich habe ja ein Telephon bestellt.

Man kann bei der Hotline kostenlos anrufen, ist eine 0800er-Nummer. Damit man mir das Telephon zuschickt, brauche ich mein Kundenpasswort, das ich vergessen habe. Den Vertrag finde ich gerade nicht. Wann mein Anschluss endlich kommt, kann man mir nicht sagen, ich soll Geduld haben. Außerdem sind die acht Wochen ja noch nicht vorbei.

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strange

Ich musste meine USt-Voranmeldung machen. Seit dem Feuer im August hab ich alle Papiere in einen Schuhkarton geschmissen, nichts sortiert, nichts geordnet, ohne Nachdenken, ohne Interesse – entgegen früherer Gewohnheiten. Ich musste diesen Schuhkarton komplett ausräumen und durchsehen inwieweit er steuerrelevante Unterlagen enthielt. Und bei diesem Wühlen in meinen eigenen Papieren, was ich schon seit drei Monaten nicht mehr tat, überkam mich das gleiche eigenartige Gefühl wie damals, als wir die Papiere von M.A.G. nach seinem Tod durchgesehen haben. Das Gefühl, die Privat-Angelegenheiten eines Toten zu durchstöbern. Ein merkwürdiges Gefühl, begleitet von dem Gedanken, etwas Unrechtes zu tun. Schwer zu beschreiben wie alle Gefühle.

Gefangen in meinem eigenen Gedankenkreis ohne Ausweg, bewegungsunfähig, wie gelähmt saß ich da, während im Hintergrund Musik lief, die ich gar nicht mochte, die aber eigenartigerweise zu meiner seltsamen Stimmung passte. Ich durchwühlte den Papierkram einer Toten. So fühlte ich mich jedenfalls, aufgeschreckt, durch ein Geräusch im Treppenhaus, fühlte ich mich wie ertappt, fiel aber gleich darauf wieder in die Lethargie zurück, die sich zuvor eingeschlichen hatte. Wie mechanisch sah ich alle Schriftstücke und Belege durch, robotergleich sortierend, nicht darüber nachdenkend, was ich tat, sondern lediglich erstaunt und verwundert, was für Interessen die Person hatte, deren Kram ich durchsah. Nichts mit dem ich mich hätte identifizieren können, absolut nichts, alles erschien mir fremd irgendwie, als würde es nicht mir gehören. Schriftstücke, die auf ein arbeitsreiches Leben hinweisen, Zettel mit Telephon-Nummern diverser Bekannter, deren Namen mir teilweise sogar fremd erscheinen, Papiere von Schatzis Schule – Oh, die Person ist Klassenpflegschaftsvorsitzende, das hatte ich völlig vergessen. Eine Menge Quittungen über neu gekauften Hausrat, Möbel, Küchengeräte, etc. Alles noch schön verpackt, unberührt im Schrank, dieser Tatsache wurde ich mir bewusst, fragte ich mich, ob ich jemals diese Dinge würde nutzen, würde nutzen wollen, würde nutzen können, oder ob bis dahin jemand anders – vielleicht mit ähnlichen Gefühlen wie ich heute – in meinen Papieren stöbern würde…

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Heute Morgen

Jedesmal das gleiche, wenn ich wach werde: Erstmal scheiße fühlen, weil ich überhaupt wach geworden bin, dann ein Blick auf die Uhr: 10:00 Uhr – morgens oder abends? Wie lange hast du geschlafen? Gefuehlsmäßig gar nicht oder vier Tage am Stück, es ist (relativ) hell hier, muss also morgens sein. Nur drei Stunden geschlafen. Scheiße! Irgendwie den Tag rumkriegen, schlimm genug, dass er da ist. Na gut, mühevoll aus dem Bett quälen, drei Meter laufen, Rechner an. Mein bester Freund hier, ist immer für mich da, lässt mich nicht im Stich (solange ich nicht in seiner “Intimsphaere” rumfummel.. Ok, in die Küche schleppen, Kaffee kochen, ärgern weil nie gespülte Tassen im Schrank sind (mein Haushalt hat den Halt verloren), widerwillig Lieblingstasse spülen, Zähne putzen, Kaffee ist fertig. Zurück an den Rechner, restliche HP-Dateien hochladen – geocities meinte ja heute Nacht wieder hängen zu müssen. Bis 11:00 Uhr muss ich fertig sein, dann braucht mein Nachbar sein Telephon, sonst kappt der mir noch irgendwann die Leitung und wenn das Internet für mich gestorben ist, schließe ich mich ihm an. Also aufstehen und direkt Stress, weil Zeitdruck. Der Tag fängt beschissen an.

Aber immerhin hab ich nun eine HP :-)

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Wutausbruch

Mir reicht’s! Ich habe meine Scheiß-HP fast fertig, wollte gerade anfangen, die ersten Scheißdateien in dieses Scheißinternet zu laden, da funzt dieses verdammte was-weiss-ich-wie-man-das-nennt von diesem verdammten geocities nicht, mit dem man die Scheißdateien vom Scheiß-PC ins Netz lädt! *aaaarrrrggghh!!* Alles ist gegen mich! Das RL ist gegen mich! Das VL ist gegen mich! Es reicht! Mehr als das – DAS IST ZU VIEL! Was hab ich getan? Was hab ich bloß getan, dass nichts, aber auch wirklich gar nichts, was ich anfasse, klappt? Ich könnte ausrasten vor Wut, schreien, auf meinen PC einschlagen, die Tastatur in 1000 Stücke hauen, aber das bringt nichts, gar nichts! Hab ich schon versucht – Das einzige was es gebracht hat, war, dass ich mich in irgendwelche Scheißklamotten schmeißen musste, in einen Scheißladen gehen und eine scheißblöde Tastatur kaufen musste! Fuck! Ich hasse dieses Scheißleben! Ich hasse das reale Leben! Ich hasse das virtuelle Leben! Ich hasse jede Form von Leben!

How to forget life sux

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Online-Tagebuch

Yep! Ein Tagebuch. Allerdings hab ich ihm nur eine Seite gewidmet, da der Tagesablauf nur unwesentlich variiert und eventuelle Highlights – die meist ebenso unerwartet wie unerwünscht in mein Dasein dringen – ohnehin an anderen Stellen schriftlich festgehalten werden. Außerdem finde ich Online-Tagebücher doof.
Daher hier nur ein kurzer Abriss meines alltäglichen Dahinvegetierens:

vormittags beschissen fühlen
nachmittags noch beschissener fühlen
abends wieder beschissen fühlen
nachts ein kleines tief
morgens dann wieder beschissen fühlen

Ach ja, schlafen … fast vergessen. Aber die durchschnittlichen drei Stunden täglich sind auch nicht weiter erwähnenswert und auch nicht wirklich besser, da sie bisher jedesmal ein Aufwachen zur Folge hatten. Die leichte Verbesserung zwischen “noch beschissener fühlen” am Nachmittag und “wieder beschissen fühlen” am Abend ist darauf zurueckzuführen, dass ich irgendwann in dieser Zeit online und in den Chat gehe und nebenbei einen Rundgang durch diverse Foren (je nach Tagesform kürzer oder länger) mache.

Ausnahmezustand Donnerstag:

Nun, donnerstags muss ich immer Real Life spielen. Gegen 16:00 h (eigentlich schon viel zu spät) schleppe ich meine alten Knochen mühsam und ohne jede Freiwilligkeit unter die Dusche, ziehe danach irgendetwas an, Haare fönen (geh nicht mit nassen Haaren aus dem Haus, Kind, du holst dir sonst den Tod, haha) und bringe meine Tochter zum Sport.

Da ich mich mit Übermuttis, schreiende Pampers-Stinker an der Hand, genauso wenig austauschen kann wie mit den alleinerziehenden Pseudo-Depri-Müttern mit ihren alleinverzogenen Quälgeistern vertreibe ich mir die 75 unendlich langen Minuten mit meinem allwöchentlich gleichen Rundgang: Bei Romeo (er sieht einfach schnuckelig aus) eine Telephon-Karte kaufen, um wenigstens einmal in der Woche zu lächeln; diverse Läden durchschlendern, um mir vielleicht irgendetwas zu kaufen, von dem ich mir gerade einbilde, es zu brauchen; und zum Schluss noch ein paar Überlebensmittel besorgen, derart vorratsmäßig geplant, dass ich erst nächsten Donnerstag wieder einkaufen muss, was bisher noch nie geklappt hat, irgendetwas fehlt immer.

Allerdings hab ich mich dann später umentschieden.
ABER: Es ist immer noch kein Tagebuch. Älis sagt, es heißt Weblog :-)

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Zurück aus Graz

Allerdings hat mich 13 Stunden fern der Heimat nun doch ein Fieber gepackt, das mich dazu veranlasst hat, etwas auf meinem Rechner zu installieren, wogegen ich mich bisher erfolgreich gewehrt habe: ICQ.

Und nochwas hab ich mir mitgebracht: Nachdem mein Gastgeber meinen anfänglichen Stolz über meine erste eigene HP durch sein Rumgenörgel an den Word’schen Quelltexten relativiert hat, hat er dann gleich vor Ort den Grundstein zu meinen HTML-Kenntnissen gelegt und ich habe jetzt ein neues Hobby: Heimseitenbau.

In meinem Briefkasten ist eine Abholkarte für ein Nachnahme-Paket bei der Post. Ich habe nichts bestellt, schmeiße die Karte weg und kümmere mich gar nicht darum.

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Graz

31.12.2000 bis 04.01.2001 war ich in Graz.

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Y2K – Rückblick

Letztes Jahr Silvester, 1999/2000, Jahrhundertwende, Jahrtausendwende, das Millennium steht bevor. Große Sache gewesen, sagte man, muss man dabei gewesen sein, sagte man, damals, vor einem Jahr. Damals … wie sich das anhört, nicht einmal 12 Monate her, damals … Ich habe mit ein paar Leuten zusammen “gefeiert”, nichts Großes, einfach nur über mich ergehen lassen, ueberstehen, mehr wollte ich nicht. Viel ist seither passiert.

Die Hochzeit im Januar, eine Parodie eigentlich, denn eigentlich wollte ich gar nicht heiraten. Ich hab’s als Scherz aufgefasst, den Kopf schon in der Schlinge, ging nichts mehr, konnte ich nicht mehr nein sagen. Irgendwie war ich auch nicht wirklich dabei auf dem Standesamt. Alles kam mir so fremd, so unwirklich vor, als wäre es nicht ich gewesen, dumpf wie durch einen Schleier, Worte wie durch Watte, pflichtgemäß “Ja” gesagt.

Die Anwaltstermine, der Psychoterror meiner ehemaligen Arbeitgeberin, scheiße war das, extrem scheiße. Ich hatte keinen Bock mehr, scheiß auf die Kohle, soll sie sich ihr Geld sonstwo hinschieben.

Im April der erste Zoff mit meinem Mann. Er ist ausgezogen (ist schließlich meine Wohnung). Naja, allein alleine sein ist eh besser als zu zweit alleine sein. Er wollte wieder zurück nach zwei Tagen, hat mich unter Druck gesetzt, terrorisiert, ich gab nach, also zog er wieder ein.

Im Juli dann einen guten Bekannten, einen Teil der Familie, in die Psychiatrie eingewiesen, geschlossene, jenseits von Gut und Böse der Arme, redet wirres Zeug, nicht mehr zurechnungsfähig. Seit was-weiss-ich-wieviel Jahren ist er in Therapie. Tolles Ergebnis.

Im August brennt die Wohnung ab, komplett, nichts mehr brauchbar, alles weg, alles. Nichts Altes, Vertrautes, Gewohntes noch da, nichts. Alles, was mich am Leben hielt auf einem Container, einem schlecht lackierten, angerosteten Container, alles.

Im September hab ich ihn dann rausgeschmissen, endgültig, hatte genug von ihm.

Oktober … Geburtstag … noch älter … Ich schenke mir die Registrierung und somit eine gewisse Zugehörigkeit in einem Suizid-Chat.

Dezember. Vor zwei Tagen habe ich mein Auto geholt. Es war stehen geblieben vor zwei Wochen oder so. Und jetzt? Scheiben eingeschlagen, Boxen geklaut, Sitze zerstört, Inneneinrichtung demoliert, teilweise demontiert. Die Schweine!

Ach ja, gerade fällt mir noch ein, dass ich letztes Jahr kurz vor Silvester eine CD geschenkt bekommen habe: Fuck The Millenium! von Scooter.

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