Time warp
- 19.05.2011:
Where are you?
19.05.2005:
Entmündigung
19.05.2005:
Sie haben Post
19.05.2005:
Demokratie-Extremismus
19.05.2004:
Missverständnis?
19.05.2003:
E-Mail
19.05.2001:
Was sind richtige Männer?
Jahresarchive: 2001
(-: Weihnachten :-)
Kurz nach 14:00 Uhr. Scheiße, verpennt! Und das am heiligen Abend. Aufgewacht, weil’s Handy geklingelt hat, Schatzi wollte wissen, wann sie und ihr Dad denn kommen sollen. “Jetzt nicht!”, knurre ich ins Telephon und nuschele noch ein: “So gegen vier”, hinterher. Ob dann auch das Essen fertig sei, will sie von mir wissen. “Du hast Nerven! Ich bin noch gar nicht wach und kann jetzt noch nicht kochen. Wir essen heute Abend.” Wie ich es hasse, nach dem Aufwachen so viel reden und auch noch denken zu müssen!
Aber heute ist (-: Weihnachten :-)
“Bis später, Schatzi!” Erstmal Kaffee trinken und online gehen … ich fühle mich elend … ‘ne SMS von 12.41 Uhr, ich soll mal anrufen. Jetzt ist es zu spät, leider, aber mag eh nicht telephonieren, mag gar nichts gerade.
Ich hinterlasse einen virtuellen Gruß, den einzigen, dann muss ich unter die Dusche, schon 14:30 Uhr. Ich hasse diese Hetze!
Aber heute ist (-: Weihnachten :-)
Nach dem Duschen muss ich in den Keller, meinen 60-cm-Plastikbaum samt Kugeln, Watte-Schnee und Lichterketten rauskramen. Der kleine Koffer mit diversen Briefen und Karten fällt mir auf und irgendetwas veranlasst mich, ihn aus dem Regal zu nehmen. Ich stöbere darin herum um etwas zu finden, von dem ich nicht einmal weiß, ob es überhaupt existiert. Unangenehmes überfliegen und schnell weglegen. Warum bewahre ich eigentlich jeden Scheiß auf? Bei seltenem Angenehmen kurz mit einem müden Lächeln (Ich fühle mich schließlich immer noch elend und bade im Selbstmitleid, da ist mehr als ein müdes Lächeln nicht drin!) verweilen. Da! Der Brief! Eigentlich mag ich ihn gar nicht lesen, aber vielleicht … Ja! Strike! Diese Schlacht vom Rosenkrieg habe ich gewonnen. Vielleicht sogar den ganzen Krieg.
Halleluja! (-: Heute ist Weihnachten :-)
Ich stehe im Keller und trällere Weihnachtslieder. Das ist das schönste Weihnachtsgeschenk, was mein Mann mir jemals gemacht hat. Und wieder einmal stellt er sich ohne es zu merken selbst ein Bein.
Mittlerweile ist es kurz nach vier und mein Plastikbäumchen will nicht so recht seine glanzvolle Form vergangener Jahre annehmen. Ich stöbere in dem Karton mit Kugeln und Figuren und noch mehr Dekokram herum, als Schatzi klingelt. Mit meiner Weihnachtsmütze auf dem Kopf präsentiere ich ihr das schiefe Häufchen Weihnachts-Elend. Wir überlegen, ob wir nicht doch die Vorjahres-Tanne aus dem Garten wieder ausbuddeln sollen, verwerfen diesen Gedanken jedoch wieder aus Mitleid mit dem grünen Kunststoff-Klumpen, der uns schon seit Jahren dekorative Dienste leistet (naja und aus Faulheit). Der arme, kleine Kerl wird mit einer 20er-Lichterkette, Mini-Kugeln und -Glocken, diversen Holz-Bärchen, Keramik-Schlitten und Watte-Schnee überladen; die rote Spitze obendrauf – Fertig ist unser Meisterwerk.
Anschließend werden das Aquarium samt Unterschrank und Elch, der Kerzenständer und der Türrahmen mit Watte eingeschneit. Schatzi hat Spaß und ich mag Kitsch; obwohl es eigentlich gar nicht kitschig wirkt. Codo und Katerchen kommen, wir trinken Kaffee, mampfen selbstgebackene Plätzchen und das nervige Kind kann endlich die Geschenke auspacken.
Abends nach dem Essen kommt J. zu Besuch. Eigentlich wollte sie heute gar nicht vorbeikommen, weil sie meinte, dass sie ja schließlich nicht zur Familie gehören würde. Aber Schatzi und ich sagten wie aus einem Mund: “Doch!”.
(-: Ich mag Weihnachten :-)
Ich weiß gar nicht, warum so viele Leute Probleme mit diesem Fest haben. Endlich ist der Tag da, an dem die konsumgesteuerte Hektik und der kommerzielle Stress, den die Menschen sich in der Vorweihnachtszeit machen, vorbei sind. Es ist so wunderbar ruhig draußen, dass man den Eindruck bekommen kann, die ganze Welt steht still. Es sind Tage, an dem ganz sicher keine unerwünschten Besucher oder Anrufer nerven, an denen man die Füße hochlegen und die Seele baumeln lassen kann ohne komisch oder lustlos oder was auch immer zu wirken, an denen man sich ausschließlich mit Dingen beschäftigen kann, die man gern macht und an denen man sich nur mit Menschen abgeben muss, die man gern hat.
Wir sitzen zusammen, quatschen, Internet läuft nebenbei, wir machen Spiele, trinken Tee und futtern Plätzchen. Der Abend ist wie er sein soll: ruhig und harmonisch. Probleme wurden heute mit der Jacke an der Garderobe abgegeben; man muss auch mal vergessen können, wenigstens für ein paar Stunden. Einmal im Jahr kann ich das ganz sicher und deswegen mag ich
(-: Weihnachten :-)
Veröffentlicht unter my so called life
Hinterlasse einen Kommentar
Wenn zwei das gleiche tun …
… ist es noch lange nicht dasselbe.
sense’s Bruder – seines Zeichens beruflicher PC-Fachmann – hat einmal an der Graphik-Karte gerappelt (Ich habe das mindestens 50-mal getan!). Nun geht sie wieder.
Veröffentlicht unter NT - Netzwerk-Trottel
Hinterlasse einen Kommentar
PC-Probleme
Meine Wolke ist wirklich treu. J. und ich waren mit Schatzi bei der Advents-Feier in der Schule und haben zwischendurch eine Zigarettenpause eingelegt. J. ging zuerst raus, ich folgte ca. zwei Minuten später, trat vor das Schulgebäude und … *tropf* In diesem Moment wurde auch J. restlos davon überzeugt, dass Der Liebe Gott diese Wolke auf mich abgerichtet hat.
Der Besuch mit Ofen ist wieder da. Allerdings diesmal nicht mit Ofen sondern mit PC. Diesen möchte sie von übermäßigem Datenmüll befreit haben, den wir bei mir auf CD brennen wollen. Also baue ich ihre Festplatte aus und hänge sie als Primary Slave an meinen Rechner. Das ist auch alles soweit kein Problem, wenn man davon absieht, dass ich einige Fingernägel opfern musste und außerdem meine Hand seither eine leicht unnatürliche Kruemmung aufweist, weil die Festplatte nicht ganz leicht auszubauen war. Die CD ist schnell gebrannt und die Festplatte etwas weniger schnell wieder eingebaut. Ich habe in den letzten 15 Monaten gelernt, dass es arbeitssparend ist, den PC erst zu testen und dann wieder zusammenzuschrauben, also wende ich dieses erlernte Wissen an. Knopf drücken und … wieso bricht der den Bootvorgang ab? Und warum bleibt der Monitor schwarz? Ein liebgewonnenes Ritual beginnt. Zunächst wird der korrekte Sitz aller Kabel überprüft. Erfolglos. Als nächstes baue ich das zuletzt implantierte Teil wieder aus, schaue es mir von allen Seiten an und baue es wieder ein. Ebenfalls ohne Erfolg. Hm … scheint doch was Ernstes zu sein. Festplatte also nochmal raus und in meinen Rechner rein (doch doch, richtig gejumpert war sie) um zu sehen, ob ich sie kaputt gemacht habe. Aber bei mir funktioniert sie, also wieder in den Rechner von sense einbauen. Als nächstes folgt eine 5-minuetige Pause für dümmlich grinsen, Kopf kratzen und ratlos gucken, das alles und sogar noch eine Zigarette dabei rauchen kann ich gleichzeitig. “Wenn der Monitor nicht funktioniert, könnte es eventuell an der Graphik-Karte liegen.”, suggeriert mir ein Geistesblitz. Ein wenig dran rumrappeln, rausziehen, wieder reinstecken, nochmal rappeln – auch kein Erfolg. Ich gebe auf und ihr mein Schlepptop.
Übrigens meinte mein PC-Händler, dass ich mein angeblich unkaputtbares Modem mit der 5-Jahres-Garantie direkt zu ELSA schicken muss, weil seine sechsmonatige Händlergarantie bereits abgelaufen ist.
Veröffentlicht unter NT - Netzwerk-Trottel
Hinterlasse einen Kommentar
darki und J. beim Weihnachtsbummel :-)
Um 15:00 Uhr kommt J. mich abholen, ich sitze im Schlafanzug am Rechner und chatte. Kaffee ist eh obligatorisch, ein bisschen Blabla, was wir kaufen und wo wir hingehen und dann scheucht sie mich unter Gewaltandrohung ins Bad.
Unsere vorweihnachtliche Fresssucht hat meinen Plätzchen-Bestand stark dezimiert, also zuerst in den Supermarkt, Zutaten kaufen, damit wir morgen neue backen können. Und da sehen wir ihn, in der Nonfood-Abteilung sitzt er, ganz allein im Regal: Ein Plüsch-Elch. Und mit einem: “Oh ist der süüüß!”, stürzen wir uns beide gleichzeitig auf ihn, belächelt von dem etwa 10 Jahre alten Jungen, der gerade den Einkaufswagen an uns vorbei schiebt. Elche gehören zu meinen Lieblingstieren und J. drückt ihn mir kurz entschlossen in den Arm, damit ich was habe, zu Weihnachten und überhaupt. Naja, eigentlich eher damit ich, wenn ich nach Berlin gezogen bin, etwas habe, was mich an sie erinnert und so. Um nicht der Sentimentalität zu verfallen, geht J. zielstrebig Richtung Kasse. Geldausgeben tötet jede Gefühlsduselei. “Schatz wir haben keine Kerzen mehr, wir brauchen neue!”, ruf ich hinterher.
In der Stadt gehen wir in einen Teeladen, J. braucht ein Wichtelgeschenk. Wer die Scheiße erfunden hat, hat meines Erachtens überhaupt keine Geschenke mehr verdient. Nun ja, J. hat jedenfalls eine Teetrinkerin gezogen, was die Sache doch etwas vereinfacht. Ein Päckchen guten Tee, Kandis und trockene Kekse dazu – fertig. Noch ein weinig aromatisierte Scheiße in Form von Marzipantee (den haben wir noch nie getrunken und müssen ihn einfach probieren) und dann geht’s los: J. braucht Klamotten und darki spielt Einkaufsberater.
Im ersten Laden haben sie nur diese zu kurz geratenen Teenie-Fummel, für die J.’s Figur noch nicht ganz angepasst ist; im nächsten Geschäft probiert sie einen Wollpullover an und rennt schmollend in die Kabine zurück nachdem ich sie darauf hinwies, dass es Figuren gibt, die besser nicht betont werden sollten. Ich stehe vor der Kabine, wir diskutieren rum, ich mache ihr eine Szene, die Leute gucken schon. Raus hier. Ich zerre sie in einen Laden, in dem ich bisher noch immer etwas gefunden habe und natürlich finden wir auch heute etwas Passendes. Außerdem kann darki noch einen Rabatt rausschlagen, den wir anschließend sofort in Kaffee investieren.
Und dann folgt das absolute Highlight: Wir gehen über den Weihnachtsmarkt. Und gerade als ich depressiv werden wollte, weil mir das Geld für Waffeln mit Puderzucker fehlt, ist meine Wolke wieder da, aber diesmal mit Schnee. Ich kann’s mir nicht verkneifen, recke meine Nase bis zur Genickstarre gen Himmel und tapse – die “Ode an die Freude” singend – hinter J. her.
Veröffentlicht unter Alltag
Hinterlasse einen Kommentar
Zettelkrieg
“Der Müll darf auch in die Mülltonne gebracht werden!” Ein Zettel mit dieser Aufschrift klebte an meiner Mülltüte, die ich – wie es alle hier im Haus machen – vor die Wohnungstür stellte, um sie bei nächster Gelegenheit mit runter zu nehmen. Offensichtlich will mein Vermieter Krieg, weil ich jetzt gekündigt habe. Kann er haben. “Wird er auch – und wenn die Tonne montags schon voll ist eben erst freitags. Übrigens wäre es angenehmer, wenn das Hoflicht funktionieren würde.”, schreibe ich drunter. So leicht lasse ich mich ja nun nicht beeindrucken.
Veröffentlicht unter Alltag
Hinterlasse einen Kommentar
Ich liebe Naddl
Ich gucke – aufgrund meiner Stimmung leicht pervertiert – “life! die lust zu leben” im Fernsehen. Es ist nicht zu fassen, was Reichs und Geldig für unlösbare Probleme im Leben haben.
So wie der Typ mit einer Frisur, bei der jeder Afghane vor Neid ‘ne trockene Schnauze kriegen würde, dem seine 35-Meter-Yacht zu klein geworden ist. Und sein kleineres Zweitboot, das vor längerer Zeit schon zu klein wurde, hat er auch noch nicht verkauft.
Ich kaue auf meinem 79-Pfennig-Toast rum und gucke weiter, “explosiv” oder sowas. Es geht um Naddl, die Frau, die immer wieder mein Selbstbewusstsein aufpolieren kann. Neulich zeigten sie ja schon, dass die überhaupt keinen Hintern hat; dass ihre Zähne gebleicht sind, ist offensichtlich und die Silikon-Implantate sind auch kein Geheimnis, aber als sie die Perücke abnimmt, muss ich doch lachen. Ich glaube, die war beim gleichen Broiler-Friseur wie ich.
Veröffentlicht unter my so called life
Hinterlasse einen Kommentar
Der Liebe Gott hat mir ‘ne Wolke geschenkt
Ich habe in den letzten zwei Wochen genau dreimal das Haus verlassen und jedesmal war sie da. Wir haben schon unser festes Ritual: Ich gucke aus dem Fenster und es ist trocken, keine Regenwolke zu sehen. Also ziehe ich meine Jacke an, suche meinen Schlüssel, finde ihn nach etwa 15 Minuten, kontrolliere noch ca. 20-mal, ob ich Sonnenbrille (meine Tageslicht-Gehhilfe), Labello (unbedingtes MUSS!), Handy (zum SOS-funken, falls ich mich verlaufe), Zigaretten + Feuerzeug und natürlich den Schlüssel eingesteckt habe, dann gehe ich los. Nach ca. 25 Metern ist sie wie auf Bestellung da, kündigt sich durch einen ersten Tropfen an, ich ignoriere sie lächelnd und sie öffnet ihre Schleusen. Sie ist treu, zuverlässig und funktioniert 1a, sach ich Euch…
Ich bin ja so glücklich, dass Der Liebe Gott mir sowas Tolles geschenkt hat, ja.
*twothumbsup*
Veröffentlicht unter Murphy's Law
Hinterlasse einen Kommentar
Blöde Kaninchen
Oh Mann, mein Kaninchen-Bock regt mich auf! Gerade habe ich die Käfige sauber gemacht. Zu diesem Zweck setze ich sie immer zusammen in einen Käfig, weil sie sämtliche Kabel und den Teppich anfressen, wenn ich sie frei rumlaufen lasse. Der Bock hat scheinbar nach einem Jahr immer noch nicht geschnallt, dass die Eier ab sind und er eigentlich nicht mehr können kann. Sobald sie zusammen sind, springt er auf das Weibchen drauf und dann… Und sie? Ist voll die Oberzicke, so zickig, wie ein weibliches Wesen nur sein kann. Sie will nicht, fängt an zu beißen, er beißt zurück, sie streiten, jagen sich durch den Käfig (wodurch das ganze Streu im Zimmer verteilt wird) und und und… Er gibt erst Ruhe, wenn er bekommen hat was er will und sie hockt dann in einer Ecke und schmollt vor sich hin.
Manchmal sind sie irgendwie menschlich.
Veröffentlicht unter my so called life
Hinterlasse einen Kommentar
Genau wie du
Als Schüler waren mir Elternsprechtage egal, als Mutter finde ich sie lästig. Heute war wieder einer. Während es sonst immer nur positiv war, habe ich diesmal die Quittung für die letzten Monate Kind-Vernachlässigung bekommen. Die Konzentrationsfähigkeit meiner Tochter hat nachgelassen. Das Feuer letztes Jahr und dann noch die Trennung von meinem Mann sind halt nicht spurlos an ihr vorbeigegangen. Aber sie spricht ja nicht darüber, frisst alles in sich rein.
Neulich gab es dann auch noch einen Vorfall im Unterricht. Sie sollte etwas vorlesen. Sie kann sehr gut lesen, liest auch gerne und hatte bisher noch nie Probleme damit. Aber an diesem Tag wollte sie nicht, hat sich schlichtweg geweigert. Im Anschluss an den Unterricht hat die Lehrerin sie dann zu sich gerufen um mit ihr darüber zu sprechen. Sie rückte nicht so richtig mit der Sprache heraus, aber in der Folgezeit ergab sich dann, dass diese Arbeitsverweigerung auf meinen Umzug in eine andere Stadt zurückzuführen ist. Ich muss noch einmal mit ihr darüber sprechen und ihr einiges diesbezüglich klarmachen, dass ich eben nicht völlig aus der Welt sein werde und so.
Auf dem Weg nach Hause sagte ich ganz beiläufig zu Codo: “Die ist manchmal wie ich.” Hätte ich das mal besser nicht gesagt. “Die ist genau wie du. Vieles weiß sie einfach, das muss man ihr gar nicht sagen und manchmal ist sie genauso komisch wie du. Ich weiß nicht, was es ist, aber irgendwas stimmt mit euch nicht. Dir hab ich es ja schon oft gesagt und Schatzi ist wie eine Kopie von Dir. Und neuerdings sagt sie auch oft, dass sie nicht leben möchte, dass sie lieber tot wäre, aber sie kann es nicht begründen, sagt es wäre halt einfach so.” Nach einer kurzen Pause meinte er noch: “Ich glaub, ihr braucht mal einen Exorzisten oder sowas in der Art.”
Ich habe mit ihr nie über solche Dinge gesprochen, nicht über Anderssein und auch nicht über Sterben. Ich frage mich nur, ob sie es merkt und das ihre Art ist das auszudrücken oder ob sie tatsächlich genauso fühlt. Letzteres wäre mehr als beschissen.
Veröffentlicht unter my so called life
Hinterlasse einen Kommentar
Kontoeröffnung
Heute war ich endlich bei der Post, allerdings verlief es völlig anders als erwartet.
Ich musste ein Schriftstück abholen, zwei Briefe wegschicken, ein neues Konto eröffnen und eine CD an einen Bekannten schicken. Für letzteres brauchte ich einen gepolsterten Umschlag, den ich ebenfalls bei der Post kaufte. Ich stellte mich an einen dieser Tische und begann die CD in den Umschlag zu packen als ein Typ von der Postbank ankam und mich fragte, ob ich mich schon über das neue Rentenblablabla informiert hätte. “Nö, ich will aber gleich eh noch ein Konto eröffnen.”, meinte ich und dachte der geht wieder. Von wegen, der blieb rechts neben mir stehen und links neben mir meine ununterbrochen quasselnde Tochter, was insofern zum Problem wurde, da ich meinem Bekannten noch etwas mitschicken wollte, was den Augen von Kind und Postmensch besser verborgen blieb. Ich kritzelte die Adresse auf das Kuvert und ging an den Schalter.
Während die Tussi mein Schriftstück irgendwo hinten rauskramen musste, drückte Schatzi die beiden Briefe und die Briefmarken in die Hand “Hier, papp die da drauf”, fummelte das Dope aus meiner Hosentasche und stopfte es mit in den Umschlag. Zu diesem Zeitpunkt war meine Laune bereits ziemlich weit unten. Ich bat die Tussi, den Umschlag nochmal mit Klebeband zu versehen. “Da sind Kleinteile drin, die eventuell rausfallen könnten.” (Was hätte ich sonst sagen sollen?) Mit einem: “Da fällt nix raus!”, pappte sie die Marken drauf und weg war das Kuvert. Na Klasse! Man kann diese Briefumschläge nämlich ohne Probleme beliebig oft öffnen und schließen.
Mit einem bemüht freundlichen Lächeln ging ich zu dem aufdringlichen Postbank-Fuzzi zurück um das Konto zu eröffnen. Seine Frage ob ich die Konto-Nummer sofort brauche beantwortete ich mit: “Ja”. Aber alle PCs waren besetzt und wir mussten warten, in peinlichem Schweigen, welches er nach einigen Minuten unterbrach: “Nein, das machen wir anders. Wir füllen jetzt das Formular aus”, kramte besagtes Formular aus einer Schublade “und dann bekommen Sie im Laufe der nächsten Woche die Konto-Nummer zugeschickt.” Langsam wurde ich gereizt, gab ihm ergeben meinen Ausweis und er füllte aus. Beim Punkt “Online-Banking” murmelte er “Das wollen Sie ja nicht.” und schon war das Kreuz bei “nein”. Zaghaft wagte ich den Einwand, dass ich das eigentlich doch wollte. “Das können Sie ja dann noch machen, wenn sie die Konto-Nummer haben.”, raunzt der mich an. Das war zu viel! Erst habe ich mein unaufhörlich plapperndes Kind zum Schweigen gebracht, mittlerweile war ich ungehalten, dann ihn angefaucht, ob wir das denn nicht bitteschön sofort machen könnten. Himmelarschundzwirn! Ich dachte, der sei zu faul, ein Formular dafür auszufüllen (wie man es bei anderen Banken tun muss), aber nein, das ist gar nicht nötig. Er streicht das Kreuz bei “nein” durch und macht eines bei “ja”. Das ist alles?! Naja, jedenfalls unterschrieb ich dann und er tackerte den Wisch für den modernen Postraub (Gruß an sense ;-) dran. Dann fing er wieder von seinem Rentenscheiß an. “Das kann ich ja dann noch machen, wenn ich die Konto-Nummer habe.”, sagte ich zu ihm und er laberte und laberte unbeirrt weiter bis ich irgendwann sagte: “Es interessiert mich einen Scheiß, was in 30 Jahren ist!”
Dann bin ich gegangen. :-)
Veröffentlicht unter my so called life
Hinterlasse einen Kommentar
