Time warp
- 19.05.2011:
Where are you?
19.05.2005:
Entmündigung
19.05.2005:
Sie haben Post
19.05.2005:
Demokratie-Extremismus
19.05.2004:
Missverständnis?
19.05.2003:
E-Mail
19.05.2001:
Was sind richtige Männer?
Jahresarchive: 2000
Y2K – Rückblick
Letztes Jahr Silvester, 1999/2000, Jahrhundertwende, Jahrtausendwende, das Millennium steht bevor. Große Sache gewesen, sagte man, muss man dabei gewesen sein, sagte man, damals, vor einem Jahr. Damals … wie sich das anhört, nicht einmal 12 Monate her, damals … Ich habe mit ein paar Leuten zusammen “gefeiert”, nichts Großes, einfach nur über mich ergehen lassen, ueberstehen, mehr wollte ich nicht. Viel ist seither passiert.
Die Hochzeit im Januar, eine Parodie eigentlich, denn eigentlich wollte ich gar nicht heiraten. Ich hab’s als Scherz aufgefasst, den Kopf schon in der Schlinge, ging nichts mehr, konnte ich nicht mehr nein sagen. Irgendwie war ich auch nicht wirklich dabei auf dem Standesamt. Alles kam mir so fremd, so unwirklich vor, als wäre es nicht ich gewesen, dumpf wie durch einen Schleier, Worte wie durch Watte, pflichtgemäß “Ja” gesagt.
Die Anwaltstermine, der Psychoterror meiner ehemaligen Arbeitgeberin, scheiße war das, extrem scheiße. Ich hatte keinen Bock mehr, scheiß auf die Kohle, soll sie sich ihr Geld sonstwo hinschieben.
Im April der erste Zoff mit meinem Mann. Er ist ausgezogen (ist schließlich meine Wohnung). Naja, allein alleine sein ist eh besser als zu zweit alleine sein. Er wollte wieder zurück nach zwei Tagen, hat mich unter Druck gesetzt, terrorisiert, ich gab nach, also zog er wieder ein.
Im Juli dann einen guten Bekannten, einen Teil der Familie, in die Psychiatrie eingewiesen, geschlossene, jenseits von Gut und Böse der Arme, redet wirres Zeug, nicht mehr zurechnungsfähig. Seit was-weiss-ich-wieviel Jahren ist er in Therapie. Tolles Ergebnis.
Im August brennt die Wohnung ab, komplett, nichts mehr brauchbar, alles weg, alles. Nichts Altes, Vertrautes, Gewohntes noch da, nichts. Alles, was mich am Leben hielt auf einem Container, einem schlecht lackierten, angerosteten Container, alles.
Im September hab ich ihn dann rausgeschmissen, endgültig, hatte genug von ihm.
Oktober … Geburtstag … noch älter … Ich schenke mir die Registrierung und somit eine gewisse Zugehörigkeit in einem Suizid-Chat.
Dezember. Vor zwei Tagen habe ich mein Auto geholt. Es war stehen geblieben vor zwei Wochen oder so. Und jetzt? Scheiben eingeschlagen, Boxen geklaut, Sitze zerstört, Inneneinrichtung demoliert, teilweise demontiert. Die Schweine!
Ach ja, gerade fällt mir noch ein, dass ich letztes Jahr kurz vor Silvester eine CD geschenkt bekommen habe: Fuck The Millenium! von Scooter.
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Ticketkauf
J., meine beste weil einzige Freundin, holte mich gestern Mittag ab, um mit mir am Bahnhof die Fahrkarte zu kaufen. Nach kurzer Diskussion, welcher Weg kürzer sei (mein Vorschlag wurde natürlich angenommen), ging es los. Auf der Fahrt dorthin fiel mir auf, dass auf den Grünflächen vereinzelt Schnee lag. “Hat’s geschneit?” J. lacht: “Ja, gestern und vorgestern. Du solltest wirklich öfter das Haus verlassen.” Im selben Moment blieb ihr das Lachen auch schon im Hals stecken – Polizeikontrolle. Und ich natürlich nicht angeschnallt. Wozu auch, was habe ich schon zu verlieren?
Wir wurden an den rechten Fahrbahnrand gewunken, ich ließ das Fenster runter. “Warum sind Sie nicht angeschnallt?” J. ließ ebenfalls ihr Fenster runter und wird nach den Papieren gefragt. “Oh fuck! Hab ich ganz vergessen”, lüge ich, J. suchte derweil ihre Papiere, hatte sie aber nicht dabei. Na super!
Nachdem wir uns den Vorwurf anhören mussten, wir würden die Fahrbahn blockieren (tz, wollten wir hier stehen bleiben?), sollten wir ein Stück weiter fahren. Wir parkten den Wagen also weisungsgemäß auf dem Gehweg und stiegen aus. “Fuck! Ist das kalt! Ham die nix besseres zu tun? Solln doch morgen kontrollieren, das lohnt sich wenigstens.” Ein böser Blick der grünen Obrigkeit liess mich verstummen und J. rot anlaufen. Mir doch egal! Was muss sie auch ihre Papiere vergessen?!
Nachdem sie dem Polizisten dreimal ihren unaussprechlichen Nachnamen buchstabiert hatte und das Vorhandensein der Fahrerlaubnis per Funk bestätigt wurde, war ich dran. Wieso ich denn nicht angeschnallt gewesen wäre. Will der mich verarschen? Hab ich doch schon gesagt. “Vergessen”, knurrte ich. “Ja, wissen Sie, ich kann da aber keine Ausnahme machen, blablabla …” – “Laber nich, stell mir endlich das Ticket aus. Du wirst – im Gegenteil zu mir – schließlich dafür bezahlt, dass du dir hier den Arsch abfrierst.” Das habe ich lieber nicht laut gesagt, nur gedacht. Ob ich denn sofort bezahlen könne? Kurzer Finanzcheck “Nein, nur 20 Mark.” Dann könnte ich J. ja das Geld leihen, sie muss exakt 20 Mark bezahlen. “Ja, mach ma, dann brauchen die nich zu schicken!” Also rücke ich meine letzte Barschaft raus und – oh Wunder! – ein Aufhellen im Gesicht der sonst recht unfreundlichen staatlichen Exekutive. Es folgten 10 Minuten Oberlehrer-Standpauke, die wir frierenderweise über uns ergehen ließen – das sparte uns immerhin 60 Mark – mit der abschließenden Aufforderung, dass ich fahren solle, nach meinem Führerschein wurde nicht gefragt.
Die Freude über die gesparten 60 Mark war Alibi genug für einen Imbiss bei McDonald’s. Anschließend gingen wir zum Bahnhof, nur leider war das DB-Reisezentrum schon geschlossen. Das Ticket musste ich laut Auskunft der freundlichen Dame an der Information im Zug kaufen. Grmpf! Wieso habe ich nicht angerufen? Ich mache doch sonst auch alles, was irgendwie möglich ist, telephonisch. Wir fuhren also rund 40 Mark ärmer ohne Ticket nach Hause, d. h. ich fuhr, J. hatte ja keinen Führerschein dabei; dass ich keine Kontaktlinsen trug, stattdessen Restalkohol vom nicht vertragenen Wein der vergangenen Nacht war eher nebensächlich; der Polizist hob die Hand zum Gruß, als wir auf der Gegenfahrbahn vorbeifuhren. Ich war ja angeschnallt…
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Was denn noch alles?
Heute Morgen klingelte die Polizei bei mir und fragte, wo mein Auto sei. Ich nannte ihnen den Parkplatz und sie teilten mir mit, dass der Wagen beschädigt sei, somit die Sicherheit gefährde und noch heute von mir dort entfernt werden müsse, weil er sonst kostenpflichtig abgeschleppt werde.
Als Codo und ich abends hinfahren, kommt auch gerade ein Streifenwagen an. Die Heckscheibe sowie zwei Seitenfenster sind komplett eingeschlagen, die Frontscheibe hat ein interessantes Muster. Die vordere Stoßstange und der rechte Kotflügel sind verbeult, den Kofferraum hat man versucht aufzubrechen, der Scheinwerfer links ist eingeschlagen. Die Rückbank wurde aufgeschlitzt und die Alpine-Boxen aus der Heckablage geklaut. Das Autoradio haben sie nicht heraus bekommen, aber die Kassette mitgehen lassen, die da drin war. Außerdem fehlt der Knauf vom Schalthebel und meine Brille (Was wollen die damit?).
“Damit komme ich wohl nicht mehr durch den TÜV” ist alles, was mir außer “Krass!” dazu einfiel. Die Polizisten fangen eine Diskussion über den Sinn einer Anzeige mit mir an. Das Auto ist nur haftpflichtversichert, also bekomme ich den Schaden eh nicht ersetzt. Die Uniformierten erzählen was von Zeugen, ich nehme die Arme auseinander, drehe mich einmal um die eigene Achse: “Hier?” An dieser Straße befinden sich ein Baumarkt, ein Real-Einkaufs-Center, ein großes Sportgeschäft, noch ein Baumarkt, ein Möbelhaus, die Firma Welonda (Einrichtungen von Friseur-Läden), eine Spedition und das örtliche Bordell – alle jeweils mit großem Kundenparkplatz davor. Die Polizisten müssen zugeben, dass die Chance auf einen Zeugen, der hier an Weihnachten spazieren ging und etwas gesehen haben könnte, mit der eines Lottogewinns vergleichbar ist. Trotzdem werden sie argwöhnisch, weil ich so gelassen reagiere. “Mir ist vor vier Monaten die Wohnung abgebrannt, da können mich ein paar eingeschlagene Autoscheiben nun wirklich nicht mehr schocken.”
Wie lächerlich und weltfremd ist der,
der sich über irgendetwas wundert,
das im Leben vorkommt.
Hat Marc Aurel (römischer Kaiser 121 – 180 n. Chr.) schon festgestellt.
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Zu blöd?
Stundenlang habe ich rumgefummelt, umgestöpselt, gestartet, wieder ausgemacht, nochmal versucht, Batterien gewechselt, wieder umgestöpselt… Bin ich zu blöd eine Tastatur zu wechseln? Fast wollte ich es schon glauben. Aber die Maus funktionierte, die Ersatztastatur auch. Ich bin nicht zu blöd, die Tastatur ist kaputt. Ich muss nochmal zu Kaufhof, das Scheißding umtauschen.
Wie sehr muss man der Idiotie verfallen sein um am Samstag, den 23. Dezember, in die City zu fahren? Ich weiß nicht, ob ich es beruhigend oder erschreckend finden soll, dass ich nicht der einzige Idiot bin. Da sind viele, viel zu viele!
Einer von ihnen war der Taxifahrer, der mich dorthin bringen sollte. Er fuhr einen Umweg. Ich sagte ihm wie er fahren soll. Er fing an zu diskutieren. Ich wurde energisch. Er gab für meinen Geschmack mit zu viel Wut Gas, beendete die Diskussion für meinen Geschmack etwas zu schnippisch. Die Fahrt kostete 9,70 DM. Ich gab ihm einen 20-DM-Schein. Den 10er Wechselgeld zückte er ohne weiteres, dann suchte er betont lange nach dem Kleingeld. Ich kann warten, für Unverschämtheit gibt es kein Trinkgeld. Demonstrativ halte ich die Hand auf. Als er mir die 30 Pfennig gibt, ist ihm deutlich anzumerken, dass er mit seiner Selbstbeherrschung ringt, während ich lächelnd aussteige.
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(K)ein Photo
Nachdem mir heute Morgen auch schon aufgefallen ist, dass in vier Tagen Weihnachten ist und ich immer noch kein Geschenk fuer meine Tochter hatte, habe ich mich muehevoll aufgerafft und bin in die City gegangen. Mein Weg fuehrte bei einem Photographen vorbei, der digitale Photos macht, die man sofort mitnehmen kann und ich dachte mir: “Machst du doch den Chattern eine Weihnachts-Freude, denen du ein Photo von dir versprochen hast.” Also ging ich hinein.
Ich wurde in einen Nebenraum gefuehrt und sollte mich vor eine weisse Wand stellen. “Haben Sie keinen anderen Hintergrund? Etwas Dunkles vielleicht? Ich mag Weiss nicht.” Er meinte, dass mein Gesicht ohnehin recht blass waere und vor einem dunklen Hintergrund noch blasser wirken wuerde. Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass dies schliesslich mein Photo waere und ich gerne einen dunkleren Hintergrund haette und wenn er das ablehnen wuerde, koenne ich auch gerne woanders hingehen. So bekam ich denn einen dunkelblauen Hintergrund. Da ich nicht so recht wusste, wohin mit meinen Haenden und diese die ganze Zeit in den Hosentaschen versteckt hielt, gab er mir einen Stuhl und meinte “Im Sitzen sieht es vielleicht besser aus.” Auch gut. Ich setzte mich also. Und seinem Wunsch entsprechend laechelte ich. “Moechten Sie nicht laecheln?” fragte er. “Tu ich doch!” Langsam wurde ich gereizt. “Geht es auch ein bisschen mehr?” Das war zu viel! “Das ist gegen meine Natur und jetzt hoer auf zu labern und mach endlich das verdammte Photo, Mann!” In dem Moment drueckte er dann auch tatsaechlich auf den Ausloeser.
Das Photo bekommt keiner zu sehen.
Als naechstes ging ich einkaufen. Fatalerweise ist die Spielwarenabteilung vom Kaufhof direkt neben der Computerabteilung. Eine kabellose Tastatur und Maus will ich schon lange haben, jetzt kaufe ich sie mir. Zumindest habe ich jetzt ein Weihnachtsgeschenk fuer mich. Nach weiteren zwei Stunden habe ich endlich auch Geschenke fuer Schatzi und die Schnauze gruendlich voll. Mit Tueten und Taschen beladen schleppe ich mich zum Taxi und lasse mich nach Hause fahren. Der alte Mann hinterm Steuer legt seine Hand auf meine frierenden Finger. Ich laechle, aeusserlich. Nimm deine widerlichen Wixgriffel da weg du Drecksack! Ich sollte ihn toeten. Stattdessen bezahle ich ihn.
Die Auto-Aktion haben wir auf nach Weihnachten verschoben.
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Es sind schon Leute für weniger…
Schatzi braucht Schuhe, also fahren wir ins Schuhgeschäft. 400 DM sind nichts wert, die Batterie meines Autos auch nicht. Die Scheißkiste springt nicht an, es ist saukalt und regnet. Auf das Geld fürs Taxi kommt es jetzt auch nicht mehr an, nachdem ich gestern erst erfahren musste, dass mein (hoffentlich bald Ex-) Mann mir einen mehrstelligen Betrag vom Konto abgezockt hat. Und das auch nur, weil die blöde Karre gestern schon nicht angesprungen ist.
Eigentlich wollten wir morgens zusammen zur Bank um das Gemeinschaftskonto aufzulösen. Eine halbe Stunde vor dem verabredeten Termin schickte er eine SMS, er könne den Termin nicht einhalten. In allen Winkeln meines Gehirns leuchten rote Lampen auf, begleitet von schrillen Alarmglocken! Ich will zur Bank, aber das Auto springt nicht an, natürlich nicht! In ihrer Mittagspause kommt meine Schwägerin und will mir Starthilfe geben, was aber nicht nötig ist, da der Wagen sich nun fahrbereit zeigt. Der Motor schnurrt wie ein zufriedenes Kätzchen. Ich habe nicht viel Zeit mich aufzuregen und ärgere mich auf dem Weg zur Bank weiter. Dort sagte man mir, dass der Mann, der mir eigentlich in guten wie in schlechten Zeiten beistehen wollte, mich stattdessen wieder einmal belogen und am Morgen Geld abgehoben hatte. Ich muss ungläubig ausgesehen haben, denn man legte mir die Auszahlungsquittung mit seiner Unterschrift vor. Jetzt habe ich es schwarz auf weiß, bin aber immer noch ungläubig, obwohl ich eine Kopie von dem Wisch hier neben mir liegen habe. Ein kleiner Mord im Affekt wäre jetzt nach meinem Geschmack. Es sind schon Leute für weniger Geld umgebracht worden. Naja, was soll’s…
Mit meiner Schwägerin vereinbare ich, das Auto nächste Woche abzuholen und in die Werkstatt zu bringen (TÜV ist eh fällig), da hat sie Urlaub.
Dafür ist mein erstes Online-Projekt nun da. Ein Forum von Älis und mir und wir sind stolz darauf.
Veröffentlicht unter Murphy's Law
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Endlich Telephon!
Ich Depp habe Nikolaus verpennt und weder Geschenk noch Schokolade für Schatzi, dafür ein schlechtes Gewissen, welches ich zu kompensieren versuche, indem ich ihr ein Handy kaufe. Da ich nun schon im Telephonladen bin und Romeo so niedlich ausschaut, erkundige ich mich gleich mal wegen eines Telephonvertrages, reden muss ich eh. Festnetzanschluss, ISDN ist kein Problem, DSL dauert noch ein paar Monate, der Anschluss wird automatisch umgestellt, sobald DSL verfügbar ist, das Telephon ist im Basispaket günstiger. Ich zücke meinen Ausweis und Kugelschreiber, der Vertrag ist gemacht. Spätestens in acht Wochen soll ich einen eigenen Telephonanschluss, ISDN und eine Flatrate haben.
Veröffentlicht unter Ruf! Mich! An!
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