Alles Schöne ist viel zu schnell vorbei

Es waren vier echt schöne Tage voller Ruhe und fast schon kitschiger Harmonie. Ich habe sie jedenfalls genossen. Weniger allerdings den heutigen letzten Tag. Unser Schlafrhythmus verlief gänzlich gegensätzlich. Ich schlief heute Nacht irgendwann ein und wurde wieder wach, als Souly heute Vormittag endlich einschlief. Mittags rief ich bei der Bahn AG an um zu fragen, wann genau der Zug fährt. Bei der Gelegenheit habe ich mich dann auch erkundigt, ob noch Guten-Abend-Tickets für diesen Zug erhältlich sind, was der Mensch am Telephon bejahte. Spätnachmittags weckte ich Soul, damit er noch duschen konnte und wir zusammen einen Kaffee trinken und dann mussten wir auch schon los. Die Hektik erwies sich allerdings als unbegründet, weil fuer den 19:11-Uhr-Zug nun doch keine Tickets mehr erhältlich waren und der nächste etwa 45 Minuten später fuhr. Wir gingen noch einen Kaffee bei McDonald’s trinken. Blöderweise darf man da nicht rauchen, weswegen wir uns draußen hinsetzen wollten. Um nicht auf den nassen Stühlen sitzen zu müssen, wollte ich Servietten holen. Natürlich waren keine da, also setzte ich mich auf meine Jacke – just in dem Moment, als der Mitarbeiter die Servietten auffüllte – typisch! Soul bekommt eine SMS: efeu will die Miete haben, obwohl Ende des Monats vereinbart wurde. Angeblich ist derselbe efeu, der mir vor zwei Monaten noch vorrechnete wieviel Tausend er in der nächsten Zeit einnehmen würde, nun völlig pleite und verlangt das Geld deswegen früher als ausgemacht, droht damit, Souls Zimmer abzuschließen oder den Rechner zu beschlagnahmen. Es gefällt mir gar nicht, ihn unter diesen Umständen alleine in den Zug steigen zu lassen.

Dummerweise ist zum Nachweinen nicht viel Zeit. In zwei Stunden kommt der nächste Besuch. Ich muss das Bett frisch beziehen, Millionen von Fingertapsern vom Schreibtisch entfernen und widerwillig das Chaos beseitigen, das ohne seinen Verursacher einfach nur traurig wirkt. Vielleicht doch gut, dass zum Nachweinen keine Zeit bleibt.

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