Hell’s Temptation

Neulich auf der Hochzeit gab es doch diesen ultrageilen Schokoladenkuchen. Ich wartete ja nur auf eine Gelegenheit, den nachbacken zu können, und hatte mir dafür das Sommerfest im Büro vom Lebensabschnittsgefährten ausgesucht. Dort gibt es genug fleißige Helfer bei der Vernichtung dieses doch recht mächtigen Schokoladenwerkes.

Neue_Backutensilien

Ich habe dies als Anlass genutzt, mir endlich mal eine quadratische Backform sowie den Partybutler von Emsa zuzulegen. Quadratisch ist für Motivkuchen oft besser geeignet als rund und das Emsa-Teil finde ich einfach total praktisch. Vor den Backspaß stand allerdings noch Geschirr zum Spülen im Weg, das zunächst abgearbeitet werden wollte.

Aber wenigstens hatte ich hierfür ein Helferlein, das allerdings ziemlich schnell die Lust verlor und sich lieber in der Sonne aalte. Bei der Zubereitung des Kuchens durfte er – zu seinem großen Bedauern – eh nicht helfen.

Smacks_hat_keine_Lust_mehr

Das Rezept für den Kuchen findet man bei Chefkoch.de und an sich ist es relativ leicht nachzubacken. Allerdings war bei mir Murphy in der Küche zugegegen und hat dafür gesorgt, dass ich den Backofen falsch eingestellt habe. Statt Ober- und Unterhitze wählte ich versehentlich die Grillfunktion, also nur Oberhitze. Die Backzeit sollte 30 bis 45 Minuten betragen. Nach etwa 35 Minuten meldete meine Nase, dass es Zeit sei, den Kuchen aus dem Ofen zu nehmen, da er sonst verbrennen würde. Ich tat, wie die Nase wünschte. Mich traf fast der Schlag! Der „Deckel“ meines Kuchens war fest und wabbelte auf der unteren Hälfte des Teiges, die eher puddingartige Konsistenz hatte, herum. Ach du Scheiße! Und nun?

Ich fragte meine Aquarianertruppe. Die sind alle mindestens so verfressen wie ich, haben aber mehr Ahnung von der Zubereitung der Speisen und mir schon so manchen guten Tipp gegeben. Nachbacken? Bringt das was? Unterste Schiene, geringe Temperatur, nur Unterhitze, mit Alufolie abdecken – So lauteten die Anweisung. Ich tat wie mir geheißen und gab dem Schokoladenklumpen weitere 30 Minuten. Ich hatte die Nerven blank. Wenn der Kuchen misslang, würde ich nicht zum Sommerfest gehen, soviel stand fest. Back- und Koch-Unfälle verderben mir die Laune ziemlich gründlich.

Glueck_gehabt

Nach der Nachbackzeit sah das Schätzchen gar nicht mal so schlecht aus. Ich gab ihm eine weitere halbe Stunde zum Auskühlen, bevor ich ihn aufschnitt.

Nach_dem_Aufschneiden

Glück gehabt! Kuchen sah gut aus, war durch und das kleine Stück, das ich vorsichtig aus dem Inneren schnitt, um zu probieren, schmeckte vorzüglich. Ich machte mich an die Glasur.

Kuchen_fast_fertig

Mein größtes Problem war nun allerdings, mein Konditorenmeisterwerk unfallfrei ins Büro zu bekommen. Die für meinen quadratischen Tortenbutler zurecht geschnittene Dauerbackfolie rutschte auf dem Plastik hin und her. Das war nicht wirklich mit dem Gepäckträger meines Fahrrades kompatibel. Dafür hielt die Schokoladenglasur den Kuchen auf der Backfolie fest. Kurzerhand entschloss ich mich, die Backfolie mit doppelseitigem Klebeband auf dem Tortenbutler festzukleben und siehe da, der Kuchen hielt und blieb an Ort und Stelle. Ich konnte mich ans Verzieren machen.

Hells_Temptation

Dies ist der missratene Versuch, das Institutslogo aus weißer Schokolade auf dem Kuchen anzubringen. Leider war die weiße Schokolade noch viel zu weich, aber da es mittlerweile 15 Uhr war, hatte ich auch keine Zeit, sie weiter abkühlen zu lassen. Um 15 Uhr sollte nämlich das Fest beginnen. Außerdem fehlt ein Streifen, denn der letzte Streifen war noch fast flüssig. Also gab’s nur vier Streifen, die noch dazu krumm und schief waren. Das tat dem Geschmack keinen Abbruch. Ich packte mein Werk ein und fuhr los.

Sommerfest_mit_Musik

Das Fest war wie immer ganz nett, mein Kuchen war innerhalb kürzester Zeit verputzt und fand viele Fans. Anschließend gab es Gegrilltes mit Live-Musik, einer hauseigenen Cover-Band, die gar nicht mal so schlecht ist.

Fussball

Als die Mitarbeiter das Fußballspiel schauten, sind wir nach Hause gefahren.

Ein Kommentar:

  1. Pingback:Kuchen für darkinchens Geburtstag – my so called life

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