Was denn noch alles?

Heute Morgen klingelte die Polizei bei mir und fragte, wo mein Auto sei. Ich nannte ihnen den Parkplatz und sie teilten mir mit, dass der Wagen beschädigt sei, somit die Sicherheit gefährde und noch heute von mir dort entfernt werden müsse, weil er sonst kostenpflichtig abgeschleppt werde.

Als Codo und ich abends hinfahren, kommt auch gerade ein Streifenwagen an. Die Heckscheibe sowie zwei Seitenfenster sind komplett eingeschlagen, die Frontscheibe hat ein interessantes Muster. Die vordere Stoßstange und der rechte Kotflügel sind verbeult, den Kofferraum hat man versucht aufzubrechen, der Scheinwerfer links ist eingeschlagen. Die Rückbank wurde aufgeschlitzt und die Alpine-Boxen aus der Heckablage geklaut. Das Autoradio haben sie nicht heraus bekommen, aber die Kassette mitgehen lassen, die da drin war. Außerdem fehlt der Knauf vom Schalthebel und meine Brille (Was wollen die damit?).

„Damit komme ich wohl nicht mehr durch den TÜV“ ist alles, was mir außer „Krass!“ dazu einfiel. Die Polizisten fangen eine Diskussion über den Sinn einer Anzeige mit mir an. Das Auto ist nur haftpflichtversichert, also bekomme ich den Schaden eh nicht ersetzt. Die Uniformierten erzählen was von Zeugen, ich nehme die Arme auseinander, drehe mich einmal um die eigene Achse: „Hier?“ An dieser Straße befinden sich ein Baumarkt, ein Real-Einkaufs-Center, ein großes Sportgeschäft, noch ein Baumarkt, ein Möbelhaus, die Firma Welonda (Einrichtungen von Friseur-Läden), eine Spedition und das örtliche Bordell – alle jeweils mit großem Kundenparkplatz davor. Die Polizisten müssen zugeben, dass die Chance auf einen Zeugen, der hier an Weihnachten spazieren ging und etwas gesehen haben könnte, mit der eines Lottogewinns vergleichbar ist. Trotzdem werden sie argwöhnisch, weil ich so gelassen reagiere. „Mir ist vor vier Monaten die Wohnung abgebrannt, da können mich ein paar eingeschlagene Autoscheiben nun wirklich nicht mehr schocken.“

Wie lächerlich und weltfremd ist der,
der sich über irgendetwas wundert,
das im Leben vorkommt.

Hat Marc Aurel (römischer Kaiser 121 – 180 n. Chr.) schon festgestellt.

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