(K)ein Photo

Nachdem mir heute Morgen auch schon aufgefallen ist, dass in vier Tagen Weihnachten ist und ich immer noch kein Geschenk fuer meine Tochter hatte, habe ich mich muehevoll aufgerafft und bin in die City gegangen. Mein Weg fuehrte bei einem Photographen vorbei, der digitale Photos macht, die man sofort mitnehmen kann und ich dachte mir: „Machst du doch den Chattern eine Weihnachts-Freude, denen du ein Photo von dir versprochen hast.“ Also ging ich hinein.
Ich wurde in einen Nebenraum gefuehrt und sollte mich vor eine weisse Wand stellen. „Haben Sie keinen anderen Hintergrund? Etwas Dunkles vielleicht? Ich mag Weiss nicht.“ Er meinte, dass mein Gesicht ohnehin recht blass waere und vor einem dunklen Hintergrund noch blasser wirken wuerde. Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass dies schliesslich mein Photo waere und ich gerne einen dunkleren Hintergrund haette und wenn er das ablehnen wuerde, koenne ich auch gerne woanders hingehen. So bekam ich denn einen dunkelblauen Hintergrund. Da ich nicht so recht wusste, wohin mit meinen Haenden und diese die ganze Zeit in den Hosentaschen versteckt hielt, gab er mir einen Stuhl und meinte „Im Sitzen sieht es vielleicht besser aus.“ Auch gut. Ich setzte mich also. Und seinem Wunsch entsprechend laechelte ich. „Moechten Sie nicht laecheln?“ fragte er. „Tu ich doch!“ Langsam wurde ich gereizt. „Geht es auch ein bisschen mehr?“ Das war zu viel! „Das ist gegen meine Natur und jetzt hoer auf zu labern und mach endlich das verdammte Photo, Mann!“ In dem Moment drueckte er dann auch tatsaechlich auf den Ausloeser.
Das Photo bekommt keiner zu sehen.

Als naechstes ging ich einkaufen. Fatalerweise ist die Spielwarenabteilung vom Kaufhof direkt neben der Computerabteilung. Eine kabellose Tastatur und Maus will ich schon lange haben, jetzt kaufe ich sie mir. Zumindest habe ich jetzt ein Weihnachtsgeschenk fuer mich. Nach weiteren zwei Stunden habe ich endlich auch Geschenke fuer Schatzi und die Schnauze gruendlich voll. Mit Tueten und Taschen beladen schleppe ich mich zum Taxi und lasse mich nach Hause fahren. Der alte Mann hinterm Steuer legt seine Hand auf meine frierenden Finger. Ich laechle, aeusserlich. Nimm deine widerlichen Wixgriffel da weg du Drecksack! Ich sollte ihn toeten. Stattdessen bezahle ich ihn.

Die Auto-Aktion haben wir auf nach Weihnachten verschoben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.