Eine Woche Windows Phone 8

Ich bin schon lange den Gängeglungen und Verschlimmbesserungen einiger Google-Anwendungen überdrüssig. Als Suchmaschine taugt Google gar nichts mehr und vieles andere ist mittlerweile überdeutlich darauf ausgelegt, an Daten, Gewohnheiten etc. zu gelangen. Klar will der Betrieb eines solchen Unternehmens von irgendetwas finanziert werden, aber wenn vor lauter Datensammelwut und Werbung Usability zur Randerscheinung wird, reicht es halt irgendwann. Nach einem Wechsel der Suchmaschine, der Deinstallation von Chrome, dem Abschied von Gmail, dem sparsameneren Umgang mit Youtube, dem ständigen Löschen unzähliger Google-Cookies und ein paar anderen Schritten der Abnabelung bliebt irgendwann nur noch das Smartphone mit dem Google’schen Betriebssystem Android. Bis letzten Samstag …

Relativ spontan entschied ich mich zum Kauf eines Nokia Lumia 925. Natürlich ist das 1020 viel toller und besser und was-weiß-ich, allerdings auch dreimal so teuer und dazu war ich zu geizig. Mein Schwerpunkt lag nicht auf Verbesserung und dem Hinterherhecheln der neuesten Technik (auch so ein Nerv-Thema), sondern auf einem Paradigmenwechsel. Für schlappe 49,90 € (im Tarif Complete Comfort S der Telekom, mehr brauche ich nicht) habe ich also meine Seele vom Teufel Google zurückgekauft, um sie an den Satan namens Microsoft zu verscherbeln.

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Eigentlich hatte ich nur wenig Lust auf den mit der Einrichtung eines neuen Smartphones verbundenen Aufwand. Und zeitgleich wurde auf meinem Laptop Windows 8.1 neu installiert, da ich endlich mein Weihnachtsgeschenk, die SSD, eingebaut hatte. Das Wochenende war somit ausschließlich dem ganzen Computer-Kram gewidmet.

Der erste Start eines neuen Geräts ist immer ein aufregender Moment. Das Display ist gestochen scharf und glasklar, deutlich besser als das meines Sony Ericsson Xperia Arc (und so ziemlich aller Smartphones, die ich bisher gesehen habe). Nach dem Start öffnet sich der von Windows 8 bekannte Startbildschirm mit den Kacheln. Ich tappte ein wenig herum, öffnete hier und da ein paar Anwendungen und machte mich erst einmal damit vertraut, was mein neuer Lebensgefährte außer dem mobilen Office noch mit in unsere Beziehung brachte. Dann entdeckte ich die Möglichkeit, Screenshots zu machen (Power-Taste und Windows-Taste gleichzeitig drücken).

Immerhin war mein neuer Begleiter in der Lage, unsere alten Freunde mitzubringen. Dafür gibt es eine äußerst praktische Anwendung in Windows, mit der die Kontakte via Bluetooth vom Xperia Arc auf das Nokia Lumia übertragen werden konnten (und ja, meine Kontaktliste ist so übersichtlich).

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Das Update auf Lumia Black lief ohne Probleme und ohne umständliches Verbinden mit dem Laptop und Installieren von Software, wie ich es von meinem Sony Xperia gewohnt war. Dort funktionierten Android-Updates nicht Over the Air, man musste den PC-Companion installieren und dort den etwas umständlichen Update-Prozess starten. Ich bin gespannt, wie es beim Lumia mit dem Update auf Windows Phone 8.1 laufen wird.

Dann machte ich das neue Smartphone mit meinem Laptop bekannt. Natürlich hat Windows 8.1 hierfür die passende App im Store und so klappte das ohne Probleme, ohne lange Installationsprozesse (wie beim Xperia Arc) usw. Mit der App kann ich Bilder, Videos, Office-Dokumente und generell Dateien auf meinem Smartphone ansehen und von dort auf den Rechner importieren und auch vom Rechner auf das Smartphone kopieren, außerdem neue Apps suchen und herunterladen. Natürlich geht all das auch mit dem Windows Explorer bzw. via Browser, aber mit der App ist es ein wenig komfortabler. Außerdem finde ich langsam Gefallen an den Metro-Apps von Windows 8.

Mein erster Eindruck vom neuen Gerät ist sehr gut. Die Hardware macht einen gut verarbeiteten Eindruck und fühlt sich wertig an. Das Betriebssystem hat mich bisher ebenfalls überzeugt. Natürlich hat es Schwächen (die mir vorher bekannt waren) aber welches System hat die nicht. Man muss für sich entscheiden, welche Schwächen das kleinere Übel darstellen bzw. gleichzeitig den größeren Nutzen mitbringen, zumal die Einordnung in Schwächen und Stärken ja rein subjektiv ist. Ich für habe für mich die richtige Entscheidung getroffen – bis jetzt. Und sollte sich meine Meinung irgendwann ändern, kaufe ich mir halt wieder ein anderes Smartphone. Bis es soweit ist, werde ich aber weiter berichten und verabschiede mich mit dem Shutdown-Screen von Gloomy, wie mein neuer Begleiter heißt:

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