If anything can go wrong, it will.

Seit letzter Woche … ach, was red‘ ich, seit meiner Geburt hat Murphy mich voll im Griff. Aber in den letzten Tagen war es wieder besonders schlimm.

Den Anfang machte der neue Kratzbaum, der nach Händler-Angabe am 04.11.2010 geliefert werden sollte, tatsächlich aber erst am 11.11.2010 da war. Und damit nicht genug, kam er nicht nur leicht defekt, sondern auch noch in der falschen Farbe an. Das ist allerdings kein Beinbruch, das Teil steht und ich versuche beim Händler noch einen nachträglichen Preisrabatt rauszuschlagen.


Freitag hatte ich um 12:00 Uhr einen Termin beim Arzt, auf dem Weg dorthin wollte ich „noch eben schnell“ zur Post, Geld abheben und zwei Briefe aufgeben. Die Warteschlange bei der Post war wieder einmal unanständig lang, Geldautomat Nr. 1 außer Betrieb. Geldautomat Nr. 2 im Nebengebäude, wo es immer so entsetzlich nach Urin stinkt und keiner mitbekommt, wenn dort ein Bösewicht rumlungert, um den Kunden die Karte oder besser gleich das Geld zu stehlen, funktionierte zwar, konnte aber meinen Geldkarten-Chip nicht lesen, weswegen das Frankieren und Einwerfen der Briefe nicht möglich war. Auch das war nicht weiter schlimm, dann schleppe ich meine Post eben mit zum Arzt, gehe anschließend einkaufen und sorge für das nötige Kleingeld, um damit auf dem Rückweg, der dadurch ein Umweg war, den Briefmarkenautomaten zu füttern und meine Briefe loszuwerden.

Beim Arzt angekommen war man einigermaßen verwirrt ob meiner Anwesenheit, da mein Termin nicht im PC eingetragen war. In weiser Voraussicht hatte ich daheim noch schnell die Terminkarte vom Schreibtisch geschnappt und in die Hosentasche gesteckt. Nun konnte ich sie triumphierend vorzeigen und nahm der Arzthelferin die Möglichkeit, mir geistige Verwirrtheit zu unterstellen. Die junge Dame nahm die Terminkarte zähneknirschend an sich und schickte mich ins Wartezimmer, wo man mich erneut vergaß. Die Ärztin war schon fast im Wochenende, als der Arzthelferin endlich auffiel, dass ich immer noch wartete. Wäre der Zeitungsbericht nicht so interessant gewesen, hätte ich ja auch schon früher einen laut von mir gegeben. Dass ich innerhalb eines Termins gleich zweimal vergessen werde, ist mir auch noch nicht passiert.

Der Samstag verlief ereigenislos, was aber wohl in erster Linie daran lag, dass ich den ganzen Tag daheim geblieben bin.

Zwar habe ich auch am Sonntag das Haus nicht verlassen, aber immerhin die Wohnung, um ein paar Dinge in den Keller zu bringen. Ein Folgenschweres Vorhaben! Gemeinsam mit meiner Tochter ging ich nach unten. Bevor sie in den Stall fuhr, fragte sie, ob sie in den Keller mitkommen solle. „Nö, fahr du mal, das schaff ich schon.“ Den Satz sollte ich noch bereuen.

Im Keller schluffte mein Nachbar aus dem Erdgeschoss mit der Digitalkamera in der Hand rum. Auf dem Boden waren ein paar Pfützen zu sehen. Der Nachbar war sichtlich erfreut und zerknirscht zugleich, als er mich sah, und eröffnete mir, dass anlässlich des Dauerregens von Donnerstag bis Samstag wieder einmal Wasser in seinen Keller gelaufen sei und ich doch mal meinen Keller kontrollieren solle, ob dort auch Wasser angekommen sei. Er machte gerade Beweisphotos für die Versicherung.

Ich schloss meine Kellertüre auf, schaltete das Licht ein und fiel tot um.

In meinem Keller stand ca. 1 cm hoch Wasser. Überall. Nicht nur Pfützen wie im Gang oder im Keller des Nachbarn, nein, der komplette Keller! Ich lachte laut. Eigentlich hätte ich lieber geheult, aber mein Nachbar stand ja neben mir, also lachte ich, das ist weniger peinlich. Wobei ich auch weniger den Verlust irgendwelcher Gegenstände, die dort gelagert sind, bedauerte. Im Keller bewahrt man eh nichts sonderlich Wertvolles auf und außerdem stand kaum etwas direkt auf dem Boden seit dem Wasserschaden im vergangenen Jahr, den ich mir nicht erklären konnte, der jetzt aber ziemlich einleuchtend ist. Nein, ich bedauerte mich ob der Arbeit, die sich hier offenbarte. Schließlich hatte ich das einzig verfügbare Helferlein soeben zur Bespaßung des Sauerbratens fortgeschickt.

Als ich meine Fassung zurückerlangt hatte, schleppte ich mich vier Stockwerke nach oben, um geeignetes Gerät zur Beseitigung der Fluten herbeizuschaffen: Feudel, Eimer, Kaffee, Zigarette. Ich eilte vier Stockwerke wieder runter und machte mich zunächst eher planlos, nach wenigen Minuten methodisch und mit Verstand ans Werk.

Insgesamt schüttete ich etwas mehr als 20 Liter Wasser in den Abfluss. Die Hälfte des Kellerinhaltes stellte ich vorübergehend in den Gang und anschließend wieder zurück. Bei der Gelegenheit räumte ich ein wenig auf, sortierte ein paar Dinge aus und freute mich über Wiedergefundenes. Ich liebe es, gelegentlich in irgendwelchen Kisten mit Kram von mir rumzuwühlen und längst Vergessenes wieder ans Tageslicht zu befördern. Nach drei Stunden war ich fertig.

Problematisch bei der ganzen Räum- und Trocknungsaktion war jedoch meine Bandscheibe C6/C7. Zwischendurch musste ich noch einmal die vier Stockwerke nach oben klettern, mich selbst entwässern, neuen Kaffee und eine weitere Zigarette holen. Bereits auf dem Weg nach oben bemerkte ich bereits ein leichtes Kribbeln im „Zeigezeh“ des linken Fußes, das bis heute anhält. Ich muss mir noch überlegen, wie ich das am Donnerstag meiner Krankengymnastin erkläre.

Der heutige Tag verlief trotz Arbeitsaufnahme unfallfrei. Bleibt zu hoffen, dass diese Pechsträhne vorbei ist und die nächste noch ein wenig auf sich warten lässt. ;-)

Ein Kommentar:

  1. Oder wie man bei uns zzu Hause sagt: wenn’s kommt, kommt’s dicke. Am Beginn Deines 4. Absatzes musste ich ob der Kette der Ereignisse erstmal laut lachen. Was sich dann aber doch in ein „ach, Du arme!“ wandelte ;o) Manchmal ist wirklich der Wurm drin. Ich wünsche Dir, dass er jetzt aber wieder draußen ist!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.