Einmal an den Rand des Chaos

Letzte Woche Montag kam ich im wahrsten Sinne des Wortes mit einem dicken Hals aus Darmstadt zurück. Bereits während des Tages fühlte ich mich nicht gut, während der Zugfahrt schwollen dann Hals, Mandeln, Mundschleimhaut und Lymphknoten an. Dienstag war ich dann völlig außer Gefecht gesetzt und schleppte mich zum Arzt. Der diagnostizierte eine Virus-Infektion begleitet von Aphten in der Mundschleimhaut.

Eine davon entwickelte sich im Laufe der Woche zu einem eitrigen Abszess, der sich Donnerstag von selbst öffnete. Eine eklige Angelegenheit ist das, da will ich hier gar nicht auf Details eingehen. Dafür rief sie erneut Herrn Qunincke auf den Plan. Freitagmorgen erwachte ich gegen 4:00 Uhr und sah aus, als wäre ich soeben dem Boxring entstiegen. Die komplette linke Gesichtshälfte war stark angeschwollen. Panik machte sich breit und mein erster Gedanke war, ins Krankenhaus fahren zu müssen. Dann besinnte ich mich auf die Notfall-Tropfen, die ich seit dem letzten Mal noch im Schrank liegen hatte, und kippte weisungsgemäß den kompletten Flascheninhalt hinunter. Dann packte ich in Ruhe meine Tasche, ging duschen und beschloss, bis 08:00 Uhr zu warten, um meinen Hausarzt erneut aufzusuchen. Sollte sich in der Zwischenzeit Atemnot zu mir gesellen, könnte ich ja immer noch ein Taxi rufen. Der Plan ging auf, der Arzt verordnete mir Ruhe und keinen Stress über das Wochenende, schrieb mich noch bis Dienstag krank und gab mir ein paar Tabletten mit. Das Krankenhaus, wo man mich mindestens bis gestern stationär aufgenommen hätte, blieb mir also erspart.

Mit der Ruhe am Wochenende gestaltete es sich etwas schwierig.

Am Freitag fiel der WLAN-Router aus. Der zeigte in letzter Zeit schon häufiger leichte Schwächen, aber Freitag ging es dann gar nicht mehr. Alle zwei bis drei Minuten war die Verbindung unterbrochen und der Router musste neu gestartet werden. Mir war das egal, ich war eh noch zu krank für das Internet, und meine Tochter verbrachte ihr Wochenende auch nicht vor dem Laptop, so konnte ich das erstmal aufschieben.

Am Samstag fiel der Kühlschrank aus. Als das darkinchen morgens den Tisch deckte, fiel ihr auf, dass im Kühlschrank näherungsweise Zimmertemperatur herrschte, was angesichts der frühlingshaften Außentemperaturen kein gutes Zeichen war. Und tatsächlich, der Inhalt des Gefrierfachs war aufgetaut und die Lebensmittel im Kühlschrank waren zu warm. Ganz toll! Jetzt wurde mir auch bewusst, dass das Eis, welches im in der vergangenen Woche in der Hoffnung auf Linderung in meiner Mundhöhle gegessen hatte, viel zu weich war. Aber irgendwie war ich auch nicht so wirklich in der Lage mich darum zu kümmern.

Am Sonntag hämmerte ich dann ein wenig auf dem Thermostat im Kühlschrank herum und er sprang wieder an. Zwar überlegte ich, den Thermostat auszutauschen und den Kühlschrank noch weiterhin zu verwenden, dagegen sprach jedoch, dass bereits seit fast drei Jahren Probleme mit dem Gerät vorhanden sind. Der kühlte nämlich nicht so stark, wie er es eigentlich hätte tun sollen. Weniger als 10°C waren im Inneren – auch auf höchster Stufe – nicht zu erreichen. Daher war ein neuer Kühlschrank ohnehin von Nöten, allerdings in der Einbauvariante, die in meinen Schrank passt, auch nicht ganz billig.

Sonntagnachmittag flatterte der Prospekt von real,- ins Haus. Dort wurde für diese Woche ein Kühlschrank für 99 Euro angepriesen. In einer Krisensitzung beschlossen das darkinchen und ich, dieses Gerät zu kaufen und damit bis auf weiteres unser Kühlproblem zu lösen. Im Sommer wird sich hier eh einiges an der Wohnsituation ändern, vielleicht dann auch die Verteilung der Haushaltsgeräte. Und dann kann man ja immer noch sehen. Das darkinchen organisierte für Montagabend den Transport mit einem Bekannten.

Immerhin fühlte ich mich Montag wieder soweit fit, dass ich meine Küche für das neue Gerät vorbereiten konnte. Die Lücke, in der es künftig wohnen sollte, musste leer geräumt und gereinigt werden usw. Im Laufe dieser Tätigkeiten trank ich erstmal wieder halbwegs normale Mengen Kaffee (der schmeckte ja während meines Siechtums gar nicht), was meine Senseo mir übel nahm: Der Deckel schließt nicht mehr ordnungsgemäß, weswegen man keinen Kaffee mehr zubereiten kann. Ich war am Rande eines Nervenzusammenbruchs!

Irgendwie löste sich dann im Laufe des Nachmittags/Abends der Knoten:

Bereits am Montagmorgen kam mir – wie schon Monate zuvor, als der WLAN-Router zum ersten Mal Probleme machte – die Idee, dass es ein Hitzestau-Problem sein könnte. Eigentlich wollte ich das Teil aufschrauben und ohne Gehäuse stehen lassen, was aber daran scheiterte, dass ich das Platikgehäuse nicht ohne irreparable Schäden geöffnet bekam. So stellte ich den Router einfach auf eine der Kanten, stütze ihn von rechts und links und ließ ihn laufen. Das tut er auch jetzt noch.

Die Senseo funktioniert wieder, seit aus dem Deckel eine kleine Eisenstange gepurzelt, die in der Mitte gebrochen war. Nanu? Diese kleine Stange sorgt offensichtlich für Spannung am Schließmechanismus. Der ist zwar nun „irgendwie anders“, aber was soll’s, das Gerät bereitet Kaffee zu und darf bleiben, bis es vollends auseinander fällt.

Und am frühen Abend fuhr das darkinchen mit einem Freund den Kühlschrank holen. Der Freund half uns noch dabei, den Türanschlag zu wechseln. Gewöhnlich soll man einen Kühlschrank drei Stunden stehen lassen nach dem Transport, damit die Kühlflüssigkeit sich beruhigt. Ich wollte auf „Nummer sicher“ gehen und ließ das Gerät über Nacht stehen. Gestern Morgen nahm ich das Gerät in Betrieb, gestern Mittag räumte ich es ein. Seither freue ich mich endlich wieder über ordnungsgemäß gekühlte Lebensmittel.

Ich bin fast froh, dass diese Woche vorbei ist und ich heute wieder ins Büro fahren durfte. Aber nur fast, die rechte Motivation zum Arbeiten will sich nämlich nicht einstellen. Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema …

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