Der dritte Tag

Heute ist der dritte rauchfreie Tag. Tatsächlich habe ich es geschafft, bereits einen Tag vor meinem gewählten Stichtag auf die Zigaretten zu verzichten.

Gestern war es schlimm. Ich weiß nicht, ob es an der von mir gewählten Beschäftigung lag, ob am zweiten Tag vielleicht die Entzugserscheinungen schlimmer sind oder ob es einfach nur daran lag, dass gestern der erste Tag war, an dem ich nicht mehr rauchen darf. Wenn etwas erstmal verboten ist, will man es ja erst recht. Tagsüber war es die Hölle, abends auf der Couch ging es dann wieder. Heute Morgen war es auch schlimm, aber der Rest des Tages verläuft ganz angenehm.

Die Stimmungsschwankungen machen mich völlig fertig, den ganzen Tag up and down, dazu extrem leicht reizbar. Nur gut, dass meine Sozialkontakte bei Null angekommen sind, da ich zwei Wochen Urlaub habe. Das hält ja keiner aus. Allerdings vermute ich eher Entzugserscheinungen und keine Nebenwirkungen, was meiner Umgebung jedoch egal sein dürfte und eh keine Rolle spielt, wenn keiner mehr mit mir etwas zu tun haben möchte. ;-)

Seltsame Gelüste habe ich. Ich esse Dinge, die ich sonst nur ungern gegessen habe.

Der Husten hat sich verändert. Zum einen ist er nicht mehr so schlimm, zum anderen hat sich die Art geändert. Ich habe nicht mehr das Gefühl zu ersticken und merke, dass meine Lunge versucht, den Dreck der letzten drei Jahrzehnte loszuwerden. Der Arzt meinte, es könne ein paar Monate dauern, aber wenn ich Glück habe, geht der Husten ganz weg. Eine Kollegin, die vor einigen Jahren mit dem Rauchen aufgehört hat, berichtete, dass es bei ihr etwa sechs Wochen dauerte, bis der Husten nachließ, die Stimme heller wurde und die Geschmacksnerven sich umgewöhnt hatten.

Die Übelkeit hält sich in Grenzen, wenn ich morgens versuche, eine trockene Scheibe Toast zu essen, dann die Tablette nehme und mich dann für etwa eine halbe Stunde hinlege. Wenn es hilft, soll das halt mein Morgenritual sein.

So ganz glauben kann ich das alles selbst noch nicht. Immer wieder denke ich, das spielt sich nur in meiner Phantasie ab, ich wache gleich auf und gehe eine rauchen. Aber ich wache nicht auf. Und ich hoffe, das bleibt so.

2 Kommentare:

  1. Also was manche Leute so als angenehm bezeichnen … *kopfschüttel* :o) Was ich mir eigentlich als erschwerend vorstelle, ist das zu Hause sein. Ist Urlaub zu haben nicht eher kontraproduktiv. Also hinsichtlich fehlender Ablenkung?

    • Ähja, ein wenig zusammenhanglos, wie so vieles in den letzten Tagen.

      Mir geht es genau anders. Gerade das allein sein hier zuhause macht es leichter. Warum das so ist, kann ich auch nicht beantworten. Aber so lange es funktioniert, versuche ich es auch gar nicht. ;-)

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