Schnitt versaut

Gestern hatte ich Abenddienst, der in großen Teilen daraus besteht, sich die Beine in den Bauch zu stehen. Das wäre ja nicht weiter schlimm gewesen, wenn ich dabei alleine gewesen wäre. Aber mit ausschließlich rauchenden Arbeitskollegen und einer Menge Wut im Bauch aufgrund organisatorischer, kommunikativer und diverser anderer Defizite war gestern ein beinahe ganz normaler Raucherabend, was mich ärgert.

Die Übelkeit nach der Tabletteneinnahme ist teilweise echt brutal und lässt mich an Abbruch denken. Wenn das nicht aufhört, werde ich den Arzt fragen, ob ich MCP-Tropfen haben kann.

Die Leck-mich-am-Arsch-Grundstimmung steht auf ziemlich wackeligen Beinen. Kleinigkeiten bringen mich bisweilen völlig aus der Fassung und auf 180, wenn sie den richtigen Nerv treffen. Gefühlsmäßig nimmt die Anzahl der „richtigen Nerven“ zu. Ob das nun Nebenwirkungen oder Entzugserscheinungen sind, weiß ich nicht, spielt aber auch keine Rolle.

Meine Haut leidet, ist trocken, rissig und fleckig, garniert mit ein paar kleinen Beulen. Ein wenig verbrannt sieht sie aus. Natürlich nur im Gesicht, damit es auch jeder sehen kann. Auch meine Lippen sind total trocken und fransig. Insgesamt wenig tageslichttauglich, eine Mischung zwischen Lepra und Zombie. Panik macht sich breit, dass wieder eine allergische Reaktion einsetzt, was nicht nur Abbruch, sondern auch Krankenhaus bedeuten würde. Alles, nur das nicht! Mein Notfallset habe ich jedenfalls schon rausgesucht und werde es brav mit mir rumschleppen. Einstweilen pflege ich die Haut mit dem Zeug, das ich gegen die Allergie bekommen habe.

Ich habe heute noch nicht eine Zigarette geraucht und das Verlangen ist auch fast weg.

4 Kommentare:

  1. Sein ein bisschen nachsichtig mit Dir. So ein Abend von Rauchern umgeben lässt selbst den stärksten Ex-Raucher schwach werden. Geschweige denn einen zukünftigen! Und außerdem wäre es doch auch ZU einfach ohne Rückschläge, wenn Du so gar nichts dafür tun brauchtest, oder? ;o)

    • Nachsicht mit mir selbst? Schwierig. Versagen ist keine Option für mich. Vielleicht liegt darin ja auch der Grund, dass ich mir für den nächsten Tag direkt das absolute Rauchverbot auferlegt habe. Unbewusst. Um es mir selbst zu beweisen oder irgendsowas. Wenn jetzt noch ein Rückschlag käme, wüsste ich gar nicht, wie ich darauf reagieren würde, wahrscheinlich mit Frust, Selbstverachtung und Abbruch.

  2. NEIN! Kein Versagen. Versagen wär erst der Abbruch und nicht ein Zwischentief. Nur dass der Weg halt nicht linear verlaufen kann. Kein Weg tut das. Dass sollst Du akzeptieren. Und in der Hinsicht nachsichtig mit Dir sein. Wer zuviel von sich verlangt, läuft eher Gefahr, zu versagen. Besser mehrere kleinere Ziele nacheinander stecken, als nur das große zu sehen, was einen vielleicht in seiner Wucht erschlägt. Abgedroschener Spruch, aber immer wieder wahr: Hinfallen ist keine Schande, nur das Liegenbleiben.

  3. Das sagst du so einfach… Sekt oder Selters, dazwischen ist nichts. Und sollte ich doch mal über etwas Dazwischenliegendes stolpern, bringt mich das schmerzhaft zu Fall. Wenig erstrebenswert.

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